Das Kreuz mit der Küche

Manchmal fühle ich mich verarscht. Uns fehlte ja seit Einzug noch die Arbeitsplatte der Küche und wir konnten daher bis auf den Kühlschrank nichts nutzen.

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Bestellt war das gute Stück bei Obi und die wollten uns anrufen, wenn geliefert wird. Aber nichts geschah. Letzten Samstag sind wir mal hin und was war? Die Platte war bereits lange da, allerdings nicht im Markt eingelagert, weil kein Platz da war. Darum hat man auch nicht angerufen. Wochenlang. Ich wäre der Tussi hinter dem Tresen fast an den Hals gesprungen! Kundenservice nenne ich das nicht.

Heute aber konnte die Platte abgeholt werden. Denis hat den Sprinter seiner Firma geliehen und sein Kollege hat ihm geholfen, das Ding hierher zu schaffen. Wir haben es irgendwie geschafft, die Platte über den Balkon in die Wohnung zu hieven. Bei der Hitze eine Qual! Fabian hat den Zuschnitt gemacht und die Platte angepasst.

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Ging alles ganz gut und recht fix und die Hoffnung war groß. Bis…

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An der Säge hatte sich eine unbemerkte Macke befunden. Und die hat rund um die Ausschnitte tiefe Kratzer in die Platte eingegraben. Mehr als ärgerlich, denn damit ist die Platte ruiniert. Und ich habe immer noch keine Küche. So hätte es aussehen können:

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Die Platte ist also nicht mehr zu gebrauchen, aber Fabian sorgt für Ersatz. Wenn alles gut geht, bekommen wir bis Mitte/Ende nächster Woche eine massive Platte aus geräuchertem Eichenholz. Ich hoffe es. So langsam kann ich den halben Kram da wirklich nicht mehr ertragen.

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Bis einer heult.

Seit einer Woche wohne ich nun in Solingen und heute habe ich endlich mal äußerlich und innerlich die Ruhe, etwas zum Umzug zu schreiben.

Am Samstag war ich schon um kurz nach sechs wach und habe Hand an die letzten Dinge gelegt. Die Küche war noch ziemlich unverräumt, im Bad standen Sachen herum, es musste geputzt werden… Mein Vater kam so um acht Uhr und dann ging’s auch sofort los. Kartons schleppen, Möbel schleppen, noch mehr Kartons und Möbel schleppen. Ich konnte leider so gar nicht mit anfassen, weshalb ich mich etwas blöd gefühlt habe. Aber ich hatte meinen Rücken in den Tagen zuvor schon so belastet, dass ich mich nur noch unter Schmerzen bewegen konnte. Und so bin ich ständig von A nach B gesprungen, habe Befehle erteilt (hö hö hö) und irgendwie wohl halbwegs mitgeholfen. Eine riesige Hilfe waren Marcel, der am Freitag in aller Frühe den Sperrmüll zusammen mit Denis weggebracht hat, und Patty, Vanessa und Andrea, die den Samstag über wie die Blöden geackert haben, um die Wohnung schnell zu räumen. Dabei ging es unter anderem einigen Spinnen an den Kragen. Hier sieht man ganz wunderbar, wie Andrea den Schuh schwingt, um ein achtbeiniges Ungeheuer zu erlegen, und wie Vanessa die Heldin und den „Schuh der glorreichen Errettung“ preist.

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Eigentlich waren wir wirklich schnell durch mit allem. Ich war positiv überrascht! Der Teppich musste noch herausgerissen werden und zum Vorschein kamen wirklich wunderschöne Dielen. Hätte ich den Teppich doch bereits bei meinem Einzug entsorgt und die Dielen noch schön abgeschliffen… Aber damals musste ja alles so schnell gehen und ich habe nicht darüber nachgedacht. Nun gut, jetzt hat vermutlich die Nachmieterin etwas davon. Falls sie die Arbeit investieren will. Sie hatte mich nämlich am Tag nach dem Umzug angerufen und gefragt, wie das mit den Dielen sei. Ob sie die so nutzen könne oder ob man da noch was machen müsse? Nun ja. Das ist nicht meine Sache, da soll sie sich mal schön mit der Verwaltung rumärgern. Nachdem sie mich mit dem Kühlschrank so grandios hat hängen lassen, werde ich sicher nicht irgendwas für sie veranlassen. Pöh! Wie dem auch sei. Mein Vater hat sich mit der weißen Farbe auf meine Wände gestürzt und alles überstrichen, während Andrea und Vanessa meine Küche ausgeräumt und geputzt und Patty und Denis Sachen geschleppt und abmontiert haben. Obwohl wir am Vortag einen ganzen Transporter voll Sperrmüll zusammen bekommen haben, ist am Samstag zusätzlich noch ein kompletter Anhänger mit Sachen befüllt worden, die weg konnten. Das haben Papschi und Patty übernommen. Das Geschirr, das ich weg getan habe, hat sogar (wie am Vortag auch der Couchtisch und der Esstisch) noch bei Stilbruch einen Abnehmer gefunden. Ich bin ja immer froh, wenn nicht einfach alles so weg kommt, sondern noch genutzt werden kann. Nachdem wir so weit fertig waren mit der Wohnung, sah sie irgendwie viel schöner aus als bei meinem Einzug.

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Okay, ja, das Bad ist immer noch klein und blöd, aber ich muss zugeben, dass bei der Wohnungsübergabe am Nachmittag schon ordentlich Wehmut bei mir aufkam. Immerhin habe ich sechs Jahre dieser Wohnung gelebt. Die hat einiges mitgemacht und auch miterlebt. Aber wie immer liegen die Erinnerungen ja nicht in den materiellen Sachen um uns herum, sondern in unseren Herzen. Und nachdem ich mich von meinen drei Liebsten verabschiedet hatte (Ich habe ganz heldenhaft nicht geweint! Ich war tapfer!), haben mein Vater und ich die Tür hinter uns zugezogen und sind losgefahren nach Solingen. Denis hatte sich schon ein paar Stunden früher mit allen Möbeln und Kartons auf den Weg gemacht. Wir sind also sehr entspannt unterwegs gewesen, haben am Pastorensee noch etwas gegessen und waren gegen 22 Uhr in Solingen. Und – hurra! – alles war schon nach oben transportiert und teilweise aufgebaut worden, so dass der Abend für uns ganz ruhig ausklingen konnte.

Sonntag lagen die Nerven bei mir schon etwas blank, denn nach einem Frühstück mit Denis‘ Eltern und meinem Vater ging es daran, noch mehr Möbel aufzubauen und alles wieder auszupacken. Da unsere Küche noch nicht einsatzbereit war (und es auch immer noch nicht ist, der fehlenden Arbeitsplatte sei Dank), konnte hier überhaupt nichts eingeräumt werden. Dann gab es noch einen Disput über meine zwei Sonnenlampen, die ich gern wieder aufgehängt haben wollte. Denis war von der Idee nicht besonders angetan und letztendlich ging die eine auch noch kaputt und bei der anderen hat mein Vater die Sonnenstrahlen weggelassen, so dass nun gar keine hängt. Ja, ich war schon etwas zickig. Überhaupt fühlte ich mich plötzlich ziemlich gestresst und von allem überfordert. (Die Stimmung hat so ziemlich die ganze Woche angehalten, aber jetzt scheint es gerade wieder bergauf zu gehen.) Gegen Nachmittag ist mein Vater dann wieder Richtung Bremen entschwunden und auch Denis‘ Eltern sind nach Hause gegangen. Wir waren so kaputt, dass wir eigentlich nur noch völlig k. o. und benebelt den Abend auf dem Sofa verbracht haben.

Montag Morgen folgte mein erster Solo-Trip durch Solingen. Ich musste mich ummelden und zum Arbeitsamt und da ich mich ja so hervorragend auskenne (nicht), war ich ziemlich nervös. Hat aber alles ganz gut geklappt und ich habe sogar ein Begrüßungsgeschenk der Stadt erhalten: ein Zöppken. Yay.

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Jetzt kann ich in Zukunft standesgemäß Gemüse schnippeln. Wenn denn unsere Küche mal steht. Ich kann euch sagen, hier sieht es noch ziemlich wild aus. Das wird sich zwar nach und nach ändern, aber gerade das mit der Küche wurmt mich ziemlich. Ich werde weiter berichten, wie es so voran geht. 🙂