Die Küche ist da!

Endlich! Wir haben eine funktionierende Küche!

Ich war schon ziemlich resigniert, aber letzte Woche kam die Rettung in Form von Fabian und Tobi, die eine tolle massive Eichenholzplatte mitbrachten. Voller Tatendrang stürzten sie sich auf das Holz, sägten und bohrten, schliffen und schwitzten. Irgendwann kam auch Denis dazu, der noch gearbeitet hatte und dann direkt daheim weiter helfen konnte. Ich kann gar nicht fassen, wie viel Holzstaub in unserer Küche rumflog.

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Nachdem die Platte angebracht und Herd und Spüle eingepasst waren, fehlten nur noch ein paar Kleinigkeiten: Klemmen für die Spüle und ein Abflussrohr für die Spülmaschine. Aber der Rest ging und so gab es erstmal eine fette Pizza! Nach Wochen mit Brot und Brot und… Brot war das ein echtes Festmahl. Und dann auch noch aus dem eigenen Backofen. Nom nom nom! Am nächsten Tag habe ich dann angefangen, alles einzuräumen und dabei festgestellt, dass wir ein bißchen zu wenig Stauraum haben. Mir fehlt Platz für Vorräte und so Bedarfskram wie Backpapier oder Gefrierbeutel. Und so haben wir beschlossen, dass in das „Loch“, in das eigentlich die Dunstabzugshaube kommen sollte, noch ein Schrank eingebaut werden wird. Denis hasst ja Regale und mag in der Küche (oder sonstwo…) keins haben, daher diese Lösung. So lange ich genug Platz für den Küchenkram habe, soll mir das Recht sein.

Und so sieht sie nun (fast) fertig aus!

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Haben auch schon fleißig gekocht. Und ich liebe den Geschirrspüler! Nie wieder ohne!

Und da in Solingen ja auch ab und zu mal was passiert, hatten wir vorgestern einen Übernachtungsgast. Wir waren bei Denis‘ Eltern zum Essen und als wir gerade gehen wollten, fällt uns aus dem Elsternest im Baum sechs Meter über uns eine junge Elster vor die Füße. Patsch! Genau auf den Steinboden! Ich hab mich so furchtbar erschrocken und die Katze war sofort zur Stelle. Der arme Vogel war völlig durch den Wind, torkelte und kroch unter einen Busch. Die Katze natürlich immer drum herum, wie blöd am Maunzen. Wir haben den Vogel dann aufgelesen und zur Vorsicht in einen Pappkarton gesetzt. Der Kleine ließ sich widerstandslos anfassen und war ganz apathisch. Ich habe bei der Tierrettung angerufen, wo man mir sagte, die nächste Vogelstation wäre in Düsseldorf. Also auch dort angerufen und die Dame am Telefon teilte mir mit, dass Elstern fast niemand haben will und sie natürlich auch nicht. Ganz großes Kino. Als nächstes der Versuch bei der Feuerwehr telefonisch Hilfe zu erfragen. Dort hob niemand ab. Na gut, ich kann ja kein Lebewesen einfach seinem Schicksal überlassen. So kam die kleine Elster mit zu uns nach Hause, wo ich ihr zunächst etwas Wasser einflößte, das sie auch brav getrunken hat. Aber wirklich fit war sie nicht, saß nur aufgeplustert im Karton, atmete schwer und kniff die Augen zusammen. Ich habe mich tapfer durch einige Foren gelesen, die sich mit Wildvögeln beschäftigen und siehe da: Symptome einer Gehirnerschütterung. Das kann auch für Vögel böse ausgehen. Die Elster schien übrigens bereits ein Ästling zu sein. Das sind Jungvögel, die noch nicht fliegen können, aber bereits das Nest verlassen und am Boden von den Eltern weiter gefüttert werden. Von daher war schon mal klar, dass der Kleine keine Intensivpflege mehr benötigte. Ich wollte ihn die Nacht über zur Beobachtung behalten und falls sich sein Zustand verschlimmern würde, am nächsten Morgen mit ihm zum Tierarzt. Getrunken hat er noch ein paar Mal, allerdings war Blut in seinem Kot und ich machte mir wirklich Sorgen, dass er vielleicht innere Verletzungen haben könnte. Das ist er übrigens, unser kleiner Patient:

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Ich konnte nur sehr schlecht schlafen. Bis drei Uhr nachts habe ich Vogelforen nach hilfreichen Tipps durchwühlt. Am nächsten Morgen bin ich mit Denis zusammen um 6:30 Uhr aufgestanden, denn hätte der Kleine Hunger gehabt, müsste er früh gefüttert werden. Wir hatten leider nur etwas Katzenfutter, aber nun ja… Überlebt hat er die Nacht, was schon mal gut war. Außerdem hat er die Augen wieder weit geöffnet und war auch etwas munterer. Ebenfalls kein Blut mehr im Kot, hurra! Futter wollte er allerdings nicht annehmen, dafür hat er wieder ein wenig getrunken. Als ich das Fenster geöffnet habe und er das Vogelzwitschern von draußen gehört hat, wurde er noch etwas lebhafter, also habe ich beschlossen, ihn zu seinen Eltern zurück zu bringen. Sah mir ganz gut aus vom Gesamtzustand. Und Vogeleltern geben ihren Nachwuchs erst nach 24 Stunden auf, so dass es kein Problem sein würde, den Ästling wieder auszusetzen. Auf dem Weg zum Garten von Denis‘ Eltern raschelte er bereits im Karton herum. Sehr gut. Nicht so gut: Die Katze saß vor der Haustür und interessierte sich sehr für mich und meinen Karton. Letztendlich war Denis‘ Oma meinte Rettung, die Lou nach drinnen verfrachtet hat, so dass ich die Elster aussetzen konnte. Ich habe sie wieder in den Busch gesetzt, unter dem ich sie am Abend zuvor heraus geholt habe. Die Katze wurde für den Vormittag ins Haus gesperrt, damit sie nicht sofort auf den Vogel geht. Nach einiger Zeit bereits fing die kleine Elster an, nach ihren Eltern zu rufen. Diese haben auch reagiert und kamen schäkernd angeflogen. Ein bißchen mulmig war mir trotzdem, als ich mich auf den Weg nach Hause machte.

Inzwischen ist wohl auch ein weiterer Ästling zu unserem Findelkind gestoßen. Die beiden sitzen in Nachbars Garten und die Eltern kümmern sich. Bin echt froh, dass das so gut ausgegangen ist. Hoffentlich kommen sie gut durch und fallen nicht noch einer Katze oder sonst etwas zum Opfer.

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