Verflixt und zugewuffelt!

Ich stecke in einer Zwickmühle. Oder besser gesagt: Ich stecke in einer Sackgasse. In einer Situation, die ich so nie (mehr) wollte und in die mich eine Entscheidung gebracht hat, von der ich nicht weiß, ob sie gut oder schlecht war. Nachdem ich sie zuerst für schlecht gehalten habe, habe ich mich mit ihr angefreundet und sogar versöhnt. Und nun beginnt da ein Rattenschwanz dran zu hängen, der sich mir langsam um den Hals legt. Und weshalb ich wieder an allem zu zweifeln beginne und vor Entscheidungen gestellt werde, die ich irgendwie nicht treffen kann.

Aber von vorn.

Vor drei Wochen habe ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Zeitarbeit. Verdienst eher bescheiden, weniger als zuerst zugesagt. Aber da die Stelle übers Arbeitsamt vermittelt wurde, musste ich ja auch zusagen, wenn ich keine Sperre haben wollte. So weit, so gut. Vor zweieinhalb Wochen ging es dann los. Täglicher Ausflug in die Pampa! Es ist ein wenig anstrengend, jeden Tag 3,5 Stunden unterwegs zu sein, aber nachdem ich in den ersten Tagen total genervt war deswegen, habe ich mich schließlich damit abgefunden. Hat immerhin auch gute Seiten: Dadurch, dass die Busverbindungen teilweise sehr schlecht sind und in unmittelbarer Nähe meiner Firma auch keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren, laufe ich jeden Tag 60 Minuten zu Fuß. Und dass mir das gut tut, merke ich. Die Arbeit selbst ist… Nun ja, ich habe plötzlich den Logistik-Bereich unter mir. Und das habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gemacht. Dementsprechend dumm fühle ich mich die meiste Zeit über. Klar, es gibt auch Momente, in denen mir Geistesblitze kommen und ich auf einmal alles verstehe, was mir bis dato ein Rätsel war. Und vermutlich stelle ich mich auch gar nicht so dusselig an, wie es mir selbst erscheint. Ich habe halt unfassbar hohe Ansprüche an mich selbst, was auch der Grund ist, warum ich oft total verkrampft und würgend über den Rechnungen sitze. Aus Angst, etwas falsch zu machen, Erwartungen nicht zu erfüllen und vielleicht auch noch Kunden zu vergraulen, weil etwas wegen mir vollkommen in die Hose ging. Aber auch damit kommt man nach einer Zeit klar. Und es ist jetzt nicht so, dass es mir keinen Spaß machen würde. Wenn man es einmal einigermaßen drauf hat, dann ist es sogar wirklich nett, denn man muss mitdenken und nicht nur stumpf irgendwas abarbeiten.

Dennoch… Ich bemerke Veränderungen an mir. Veränderungen, die mich beunruhigen. Und wenn ich den Finger drauf legen müsste, würde ich sagen, dass das auch mit der Arbeit zu tun hat. Komme ich abends nach Hause, dann rede ich nicht mehr. Also, ich rede schon noch, aber nicht wirklich viel. Und vor allem nicht auf eine Art, die man als Austausch bezeichnen könnte. Ich funktioniere dann nach dem Prinzip: „Ich muss noch kochen. Ich muss noch irgendwas putzen oder aufräumen. Ich muss noch nähen, weil ich an keinem Wochenende mehr Zeit hab vor der Con. Ich muss noch an dies und jenes denken.“ Und dementsprechend kommen auch nur Infos aus meinem Mund. Oder eben auch nicht. Außerdem habe ich keine Lust mehr auf Zweisamkeit. Ich bin so hektisch in mir drin, dass ich meinen Freund zu vernachlässigen beginne. Was mir unendlich leid tut. Um das zu vermeiden bzw. wieder etwas zugänglicher zu werden, muss ich aber natürlich extrem drauf achten, wie ich mich verhalte. Das stresst mich und gibt mir manchmal das Gefühl, auch in meiner Freizeit und in meinem sicheren Umfeld auf Hochtouren laufen zu müssen.

Natürlich sieht das nicht so aus, dass ich wie ein aufgescheuchtes Hund durch die Butze torkle. Wenn ich nach Hause komme, muss ich mich sogar erstmal hinlegen. Weil ich vor Schmerzen nicht mehr stehen kann. Und das ist ein weiteres Problem, das sich entwickelt hat: Meine Rückenschmerzen werden wieder schlimmer. Da ich ein Einzelbüro auf der Arbeit habe, stehe ich immer mal wieder auf, strecke mich, schüttle die Beine aus oder laufe etwas auf und ab. Hilft aber leider nicht. An manchen Tagen – und das scheint völlig willkürlich zu laufen – kommen mir beim Gehen fast die Tränen. An anderen läuft es dann wieder recht flüssig. Wobei mir im Moment auch mein rechter Fuß zu schaffen macht. Bin ja am Wochenende vor Arbeitsaufnahme fies umgeknickt und im Krankenhaus haben sie gesagt, es wäre eine Bänderdehnung. Aber Dehnungen bluten nicht ein und ich hatte ein Hämatom, das sich gewaschen hat. Schmerzen habe ich auch immer noch. Nicht mehr so schlimm wie am Anfang, also ich humple nicht mehr, aber wenn ich eine längere Strecke gehe, man mich am Knöchel berührt oder der Fuß gedreht wird, schmerzt es noch sehr. Außerdem ist mein Knöchel ununterbrochen geschwollen und manchmal wird der Fuß so dick, dass ich kaum noch in meine Schuhe komme. Ich hab keine Ahnung, ob das normal ist. Denis möchte mich immer zum Arzt scheuchen, aber da ich erst so kurz im Betrieb bin, mag ich das nicht bringen. Außerhalb der Arbeitszeiten kann ich nicht gehen, denn das schaffe ich zeitlich nicht. Ich habe auch Angst davor, vielleicht krank geschrieben zu werden. Und dann kein Geld mehr nach Hause zu bringen. Jetzt schwanke ich zwischen „Ach, das wird schon alles wieder, ignorier die Schmerzen einfach, bis sie weg sind!“ und „Du hast nur ein Leben und einen Körper und musst drauf schauen, was für dich gut ist, also geh zum Arzt!“.

Ich hasse solche Situationen. Ich will keine Erwartungen enttäuschen. Und ich will nicht, dass man mich für faul hält oder meint, ich würde mich nur anstellen. Es tut mir auch echt leid, dass das hier gerade so ein Jammereintrag wird. Ich hasse mich selbst dafür. Aber andererseits muss ich es auch mal loswerden. Und Gedanken aufzuschreiben, um sie in eine vernünftige Folge bringen zu können, hat mir schon immer helfen können, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Jetzt gerade nur leider nicht. Verdammt. Hätte ja klappen können.

Wie man sieht: Unsicherheit ist nichts für mich. Egal, woher sie rührt. Das macht mich einfach kirre. Natürlich möchte ich glücklich werden. Und natürlich möchte ich mir gut tun. Aber ich habe auch Verantwortung gegenüber meinem Partner und ich habe Verpflichtungen, denen ich nachkommen muss. Und wenn das alles auf unsicherem Boden steht, dann steigt mein Blutdruck unangenehm an. Es gibt so vieles zu bedenken…

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immer Ärger mit Bernie & neuer Job

Im Moment habe ich gerade etwas Pech mit ebay und PayPal.

Fall 1: PayPal

Ich warte nun schon seit über einem Monat auf etwas, das ich gekauft habe. Der Verkäufer war gleich zu Beginn nicht in der Lage, mit einer Sendungsnummer rüber zu kommen und nach einigen Rückfragen meinte er, er wäre ja in Urlaub gewesen und hätte das schon verschickt. Nun hatte ich die Schnauze voll und habe noch mal nachgefragt. Und bekam die Antwort, das Paket wäre zurück an ihn gegangen (und das hätte er erst bei der Post erfahren… ja klar), weil ich die Tür nicht geöffnet hätte. Äh… Nein?? Ich bin eigentlich immer hier. Und meine Nachbarin auch. Es gab nie eine Benachrichtung von der Post. Aber ich mach ja die Tür nicht auf. Klar. Also das Ganze bei PayPal gemeldet, ehe die Frist zur Rückforderung verfällt. Und jetzt plötzlich kann sich der Herr melden und mich anmaulen, wieso ich denn Geld auf seinem PayPal Konto hätte sperren lassen und bla bla. Ich hab ihm angeboten, dass er mir das Paket noch mal schickt und wir uns die Kosten teilen, er mir direkt die Sendungsnummer gibt und ich daraufhin den Fall sofort schließe. Wollte er nicht. Gut. Nun ist das Ganze an den Kundenservice gegangen und kann bis zu 30 Tagen bei der Bearbeitung in Anspruch nehmen. Wenn er das so will, bitte schön. Soll er sich aber nicht bei mir beschweren.

Fall 2: eBay

Bei eBay habe ich einen ähnlichen Fall. Nur dass ich der Verkäufer bin. Jemand hat etwas gekauft, ich habe es abgeschickt und eine Nachricht bekommen, der Artikel wäre niemals angekommen. Der Käufer hat einen Fall eröffnet, was ja auch sein gutes Recht ist. Also habe ich den Sendebeleg eingescannt und darum gebeten, mir die Info zukommen lassen, ob der Artikel inzwischen eingetroffen ist. Das war vor anderthalb Wochen. Seitdem weitere Nachfragen von mir und keine Antwort mehr. Und der Fall dümpelt so vor sich hin. Ich bin ja der Meinung, man sollte sich mal drum kümmern, wenn man schon so was in Gang bringt. Aber anscheinend ist diese Einstellung nicht so weit verbreitet, dass sie bis zu dem guten Herrn durchgedrungen wäre. Na, dann warte ich halt ab. Ich habe schließlich jede Menge Sitzfleisch!

 

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Quasi noch ganz frisch.Nachdem ich gestern ein Vorstellungsgespräch in Remscheid hatte, für das ich Stunden in der Gegend rumgegurkt bin (Solingen – Düsseldorf – Remscheid – Solingen), habe ich heute die Info bekommen, dass ich ab Montag in der Auftragsbearbeitung/Logistikabteilung eines Kunststoffherstellers anfangen kann. Geht über Zeitarbeit für 12 Monate, aber ist okay. Und das Gehalt ist auch im Rahmen. Mal sehen, wie’s da so wird. Ist ein sehr kleiner Betrieb und ich muss täglich mit dem Zug zur Arbeit, genau mein Ding. Haha. Not. Aber ich denke, man gewöhnt sich dran.