Freitags-Füller

Ein Projekt von Barbara, der Freitags-Füller. Ich habe davon über Mel erfahren und dachte mir, ich beteilige mich einfach mal.

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1. Fast hätte ich mich diese Woche zum Aufräumen meines Hobbyraums aufraffen können.

2. Ich hätte gern ein gutes finanzielles Polster in der Tasche.

3. Wenn Geld kein Thema wäre, würde ich meine Eltern unterstützen, mir ein Auto kaufen und in einem ruhig gelegenen Häuschen wohnen.

4. Schokopudding wird nie so toll sein wie Vanillepudding.

5. Am 1.November werde ich mich endlich mal dem Chaos in meinem Hobbyraum widmen.

6. Ein kleiner Traum, den ich habe, ist ein eigenes Buch zu veröffentlichen und es im Regal einer Buchhandlung stehen zu sehen .

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf exzessives Kuscheln mit den Katern , morgen habe ich eine Aufräumorgie geplant und Sonntag möchte ich Zeit mit meinem Freund verbringen!

Das war’s von mir – ich werde jetzt noch meinen Sofa-Abend mit Kater auf dem Bauch genießen.

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Gelesen: „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins

Ich bin lange, sehr lange um die Trilogie „Die Tribute von Panem“ herum geschlichen. So interessant mir die Geschichte auch schien, so sehr schob ich sie in die Schublade der üblichen Teenie-Romanzen, die fürs Kino noch mal ordentlich angeschmalzt werden. In einem Anfall von Risikobereitschaft besorgte ich mir schließlich dennoch den ersten Band und – ließ ihn erstmal mehrere Monate in meinem Regal einstauben. Ich konnte mich einfach nicht überwinden. Letztendlich war es wieder eine Zugfahrt (Frankfurt – Solingen), die mich dazu veranlasste, mir etwas Lektüre einzupacken. So saß ich im ICE, schlug das Buch auf und war nach zwei Seiten bereits so gefesselt von der Story, dass ich noch stundenlang durch die Nacht hätte fahren können.

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Die Geschichte rund um Katniss Everdeen spielt in einem alternativen, vermutlich sogar eher zukünftigen Nordamerika, in dem der Staat „Panem“ gegründet wurde. Die Bevölkerung ist in mehrere „Stufen“ gegliedert: Da sind die Privilegierten, die im luxuriösen Kapitol leben, sowie diejenigen, die für all jene dort arbeiten und in verschiedenen Distrikten untergebracht sind. Jeder Distrikt ist für eine bestimmte Aufgabe vorgesehen, so zum Beispiel Distrikt 12 (Katniss‘ Heimat) für die Kohleförderung, Distrikt 7 für Holz- und Holzverarbeitung, Distrikt 11 für Landwirtschaft etc. Natürlich gehen alle erarbeiteten Waren an das Kapitol, für die Distrikte wird eher schlecht als recht gesorgt. Vor gut 75 Jahren gab es einen Aufstand, der von Distrikt 13 ausging und diese Zustände beenden sollte. Allerdings scheiterte das Vorhaben, Distrikt 13 wurde komplett vernichtet und der Druck auf die Bevölkerung noch größer. Als Erinnerung daran, wer in Panem die Macht besitzt, werden alljährlich die sogenannten Hungerspiele veranstaltet. Hierzu werden aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen als Tribut gewählt, herausgeputzt und trainiert, um dann mit allen übrigen Tributen in eine Arena gesteckt zu werden, wo sich die 24 Kontrahenten gegenseitig umbringen bis ein Gewinner übrig bleibt. In diesem Jahr soll Prim, Katniss‘ jüngere Schwester, in die Arena gehen, doch Katniss meldet sich freiwillig an ihrer Stelle und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Das ist jetzt wirklich eine sehr grobe Zusammenfassung des Anfangs, aber ich verrate nicht gern zu viel über die Bücher, die ich gelesen habe. Einerseits liegen mir Buchbeschreibungen nicht sonderlich und ich konzentriere mich lieber auf meine Eindrücke und Gefühle beim Lesen (Schönen Gruß an meine ehemaligen Deutschlehrer, Herrn Steffgen und Herrn Ernst! Sie wissen Bescheid.), andererseits hasse ich es selbst wie die Pest, wenn mir jemand etwas vorweg nimmt. Darum möchte ich das auch nicht tun und gebe nur das Notwendigste preis.

Ich finde es ziemlich schwer, zu den Büchern etwas zu sagen. Nicht, weil sie nicht gut wären. Alle drei habe ich nun innerhalb einer Woche verschlungen, das sollte für sich sprechen. Allerdings ging ich mit wirklich gemischten Gefühlen aus der Lektüre heraus. Auf der einen Seite ist es ungemein spannend, Katniss durch die ersten beiden Bände zu folgen. Die Arena hängt als eine Art allgegenwärtige Bedrohung über der Handlung, auch wenn die Protagonisten gerade mal nicht dort sind. Die Erfahrungen, die sie dort machen und die sie so tief prägen, bestimmen ihre Träume, ihre Freundschaften und ihre Lebensziele. Über allem schwebt immer Angst und man hofft die ganze Zeit, dass die Hauptfigur sich aus ihrem persönlichen Horror befreien kann. Andererseits ist besonders Teil drei so bedrückend und deprimierend, dass man selbst ständig zwischen Frust und Furcht und Hoffnung schwankt. Man wünscht sich ein Happy End, aber es ist klar, dass es keines geben kann. Und dabei ist es egal, mit welchem Charakter man mitfiebert. Die ganze Situation ist so verworren und aussichtslos, dass man spätestens 100 Seiten vor Schluss einfach nur noch betet, es möge zumindest nicht schlimmer werden.

Mir wurde von mehreren Personen gesagt, das dritte Buch sei ziemlich schlimm, es würde schlechte Laune machen oder man könne sich das sparen. Mein Fazit ist: Das dritte Buch ist der Kern der Geschichte. Es ist nicht schön im Sinne von „schöne Geschichte“, es ist sogar durchweg sehr düster und es verfolgt den Verfall einer Person, deren Welt ihr unter den Fingern komplett wegbricht und die Dinge tun muss, die sie kaum kontrollieren und die sie nicht verarbeiten kann. Das liest sich nicht leicht, aber es ist realistisch. Ich wäre nicht damit klar gekommen, wenn die Charaktere hier anders agiert, sich nicht so drastisch entwickelt hätten. Natürlich macht das keine gute Laune. Und ich habe zum Ende hin alles nur noch hinter mich bringen wollen – so wie Katniss sicher auch. Das hatte zur Folge, dass ich geschlagene zwei Stunden in der (später ziemlich kalten) Badewanne gesessen und dann auch noch Rotz und Wasser geheult habe. Hier der Beweis:

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Die Gedanken, die mir nach Ende des dritten Bandes durch den Kopf schwirrten, waren also auch nicht allzu lustig. Neben „Oh man, als Jugendliteratur ist das aber ganz schön harter Tobak.“ und „Ich bin ja so froh, dass ich heute Nacht nicht allein schlafen muss!“ war es hauptsächlich die Erkenntnis, dass Panem gar nicht so fiktiv ist, wie viele vielleicht denken mögen. Im Buch wird es überspitzt dargestellt, aber was ist unsere moderne Welt denn anderes als ein Bund von reichen Ländern, der die ärmeren ausnutzt und für seine eigenen Zwecke opfert? Denkt man darüber mal intensiver nach, kann man sich damit schon ein paar Albträume konstruieren.

Für mich ist „Die Tribute von Panem“ auf jeden Fall ein sehr starkes und real gezeichnetes Stück Jugendliteratur, das seine Preise zu Recht erhalten hat. Ich weiß allerdings, dass ich mir die Filme dazu nicht ansehen werde, da ich nicht glaube, dass Hollywood der Geschichte wirklich gut tut…

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Die Deutsche Cosplaymeisterschaft und ich

Seit wann arbeite ich für die deutsche Cosplaymeisterschaft? Ich vergesse es immer wieder. 2010? 2009? Ich müsste nachschauen. Angefangen habe ich als Jury, mich dabei aber immer etwas unwohl gefühlt, weil ich einfach nicht das Können derer besitze, die ich bewerten sollte. Ein Auge dafür habe ich, ja, aber meine Hände machen nicht mit. Ich wechselte in die Juryleitung. Achtete darauf, dass die Regeln eingehalten wurden. Brachte mich ein, übte Kritik. Plötzlich war ich zuständig für neue Projekte: Das Magazin, die Vorstellung der Finalteilnehmer. Ich wollte helfen, ich wollte die Idee unterstützen. Dann auf einmal war ich Hauptorga, zuständig für Presse & PR. Wie konnte das passieren? Ich habe mich von Anfang an etwas unfähig gefühlt. Ich wusste, ich würde es reißen können. Irgendwann. Wenn ich mich nur eingearbeitet hätte. Aber es dauerte halt. Und immer dieser Gedanke in meinem Hinterkopf: „Du bist nicht so gut wie die anderen. Du hast kein Recht, hier zu sein.“

Es gibt einige Menschen, die glauben, mich zu kennen. Sie sagen mir, ich hätte Kraft und ich würde irgendwas ausstrahlen – Kompetenz, Sicherheit, so was in der Art. Doch ich denke, diejenigen, die so etwas von mir behaupten, haben im Grunde keine Ahnung. Mein Selbstbewusstein ist ziemlich winzig, ich vergleiche mich viel zu oft mit anderen und fürchte mich davor, dass sie mich nicht leiden können. Darum fühle ich mich unter Fremden nicht wohl. Ich weiß gern, mit wem ich es zu tun habe.

Das letzte Jahr in der Orga war für mich ziemlich anstrengend. Mal abgesehen davon, dass ich (wie jeder andere auch) sehr viel Zeit in die ganze Sache investiert habe, wurde mir in vielerlei Hinsicht bewusst, in was für einer skurrilen Szene wir uns eigentlich bewegen. Bunt, auffällig, laut, tolerant… Nein, nicht tolerant. Leider gar nicht tolerant. Ich fühle mich manchmal wie in einem schlechten Film wenn es darum geht, der Szene etwas Gutes zu tun. Weil es egal ist, was man macht: Man kann nur falsch handeln. Völlig egal, welche Gründe es gibt oder was man erreichen möchte. Wenn man in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, muss man vielleicht abgebrühter sein als ich es bin. Das ist traurig, aber sicherlich wahr. Ich habe im letzten Jahr Beschimpfungen, Rufmord, Hetze, Böswilligkeit, Jähzorn, Hinterhältigkeit, Schadenfreude und noch so einiges mehr aus Richtungen abbekommen, in die ich zuvor nicht geblickt hätte. Einfach, weil ich von dort nichts erwartet hatte. Es ist so furchtbar, dass viele Menschen nicht gönnen können und andere sich sogar auf regelrechten Vernichtungsfeldzügen zu befinden scheinen. Ich kann nicht sagen, woran das liegt. Es erschreckt mich. Und es beunruhigt mich, denn eine leise Stimme in mir fragt, wer noch alles darunter leiden muss. Jetzt und in Zukunft. Ich kam Mitte des Jahres an einen Punkt, an dem ich nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. So sehr ich die Arbeit, den Wettbewerb, das ganze Team hinter der DCM mag… Es ging nicht mehr. Ich wollte einfach nur noch mit Menschen zu tun haben, die ich mag und die mich nicht vernichten wollen, weil ich an etwas mitarbeite, das sie hassen. Ich wollte nicht mehr online gehen und den nächsten Shitstorm sehen, der aus dem Nichts über das Team und mich herein brach. Also beschloss ich, zum Ende dieser Saison meinen Hut zu nehmen.

Die Vorstellung, endlich wieder Ruhe zu haben, keinen immensen Teil meiner Freizeit zu opfern und dafür größtenteils nur angegangen zu werden, hat mir Freude bereitet. Ich fühlte mich, als würde ich meine Freiheit zurück erhalten. Auf der anderen Seite waren da natürlich auch die Zweifel, ob ich einfach so würde gehen können. Ich kenne mich. Ich bin zu pflichtbewusst. Wenn ich mich freiwillig irgendwo einbringe, bedeutet mir das meist zu viel. Ich kann schlecht loslassen.

Vor dem Finale auf der Frankfurter Buchmesse war ich einfach nur im Stress. Die meisten machen sich sicherlich kaum Gedanken darum, was wir alles zu organisieren haben für diesen Wettbewerb. Es ist eine ganze Menge. Und wir werden nicht immer gut unterstützt. Dann war das Event da und mir war ziemlich mulmig. Im letzten Jahr hatte ich mich so verloren gefühlt zwischen allen im Team und den Teilnehmern, denn ich kannte kaum jemanden. Aber in diesem Jahr… Ich wusste plötzlich, wofür ich den ganzen Mist, der gelaufen war, mitgemacht hatte. Genau für diesen Moment. Für diese zwei Tage, in denen wir einfach etwas aufziehen können, was den Leuten Freude bereitet. Und in denen wir auch viel positives Feedback bekommen. Klar, es lief nicht immer alles glatt und es war stressig ohne Ende (Ich habe Sonntag vier Stunden lang versucht, aufs Klo zu gehen…), aber es war einfach großartig.

Als ich nach Hause kam – übernächtigt, hungrig, total im Eimer -, da wusste ich es bereits. Ich würde das nicht aufgeben können. Ich würde dieses Team nicht verlassen können. Nicht diesen Wettbewerb, der einfach nur versucht, den Leuten etwas Schönes zu bieten. Auch wenn viele das vielleicht nicht so sehen. Mir war aber gleichzeitig auch klar, dass ich nicht so weitermachen kann wie bisher. Und darum werde ich einiges ändern müssen. Meinen Posten, meine Zuständigkeiten. Ich werde abgeben müssen, delegieren – was weiß ich. Doch am Ende werde ich immer noch Teil eines Teams sein, in dem ich mich aufgehoben und akzeptiert fühle. Und mit dem ich über den ein oder anderen Hater vielleicht auch lachen kann.

1:0 für die Assis!

Vor ein paar Tagen habe ich ja über die Problematik mit unseren Nachbarn gesprochen. Gestern Morgen sind mein Freund und ich wie geplant zum Vermieter getapert und haben mal persönlich Stellung genommen. Und siehe da: Wir sind anscheinend doch nicht asozial!

Wir schilderten klar strukturiert die Probleme, sprachen auch die bizarren Beschwerden an wie die zu laut geschlossene Wohnungstür. Als „Beweisstück“ brachten wir den Putzplan mit – mitsamt fieser Notiz vom Nachbarn. Hat der Sachbearbeiter sich gleich notiert. Und auch vermerkt, dass so ein Verhalten nicht okay ist. Er versprach, sich bei den Nachbarn zu melden, da wir ihm klar gemacht haben, dass Gespräche zwischen uns nicht zu bringen scheinen und wir auch nur noch wenig Lust darauf haben. Da wir bereits von einiger Zeit eine Anfrage bezüglich einer neuen Wohnung gestellt haben, schlug er uns auch direkt noch eine vor: Zwei Häuser von unserer jetzigen entfernt. (Heute Abend ist der Besichtigungstermin.)

Ich war wirklich froh und erleichtert als wir das Gespräch hinter uns hatten. Ich musste mir währenddessen einmal die Tränen verkneifen und beim Rausgehen schoss Panik in mir hoch. Aber mein Freund hat mich ganz fix wieder runter geholt und dann ging’s auch. Den Tag über hatte ich ein ungutes Gefühl und bei jedem Geräusch im Treppenhaus Angst, dass da jetzt was kommen würde. Doch alles still.

Heute Morgen klingelte das Telefon. Der Sachbearbeiter von gestern war dran. Er würde einen Kollegen zur Besichtigung schicken, da er es nicht schafft. Und dieser Kollege brächte uns dann etwas mit: Einen neuen Putzplan, den wir bitte an November aushängen sollen. Die wöchentliche Reinigung ist ungültig, die Nachbarn müssen sich an die monatliche halten und können auch nichts anderes verlangen, da der Vermieter diese Vorgabe nie gemacht hat. Ha! Das ging runter wie Öl! Ich konnte es kaum glauben!

Jetzt geht es mir deutlich besser. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass da noch etwas kommen wird: Sie wurden erstmal in ihre Schranken verwiesen, wir sind nicht im Unrecht. Nach einer neuen Wohnung suchen wir weiterhin, doch zumindest mein emotionaler Druck hat sich nach dem Anruf heute merklich gesenkt.

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Hello, my name is asozialer Nachbar.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich wirklich immer bemüht bin, in Ruhe und Frieden zu leben. Ich habe keine Lust auf Auseinandersetzungen mit Leuten, die mir nicht besonders nahe stehen, und ich bin auch nicht gut darin. Lieber halte ich den Mund und nicke Sachen ab, wenn ich denke, dass es dadurch harmonisch bleibt. Mein Freund tickt da ähnlich, wenn er sich auch wesentlich schneller aufregt als ich. Dann lässt er Dampf ab, kommt aber auch recht fix wieder runter und gut ist.

Seit etwas über einem Jahr wohnen wir nun in unserer – wirklich schönen – Wohnung. Die Gegend ist grün und ruhig, die Anbindungen perfekt und alles könnte so schön sein. Wenn da nicht unsere Nachbarn wären, die mir – ganz unverblümt gesagt – tierisch auf den Geist gehen. Beide sind schon etwas älter, wohnen seit 20 Jahren hier, die Kinder sind aus dem Haus, man hat keine Tiere und alles gern penibel sauber. Frau H. kann gesundheitlich bedingt nicht mehr arbeiten gehen und ist darum auch ständig daheim. Was macht man den ganzen Tag, wenn man allein und gelangweilt ist? Putzen. Und das Haus überwachen.

Lange Zeit waren wir nur mit zwei Parteien in unserem Haus. H.s im Erdgeschoss, wir im 1. Stock. Es gibt noch eine Wohnung im Obergeschoss, doch dort zog erst gut ein Jahr nach der Renovierung ein in Scheidung lebender Mann ein, der am Wochenende seine Kinder bei sich hat. Man sollte meinen, dass das Leben mit so wenigen Mietern recht einfach ist. Und ich gebe zu, ich habe auch nie daran gedacht, dass es Probleme geben könnte. Auf den ersten Blick schienen die Nachbarn ganz nett und wie schon erwähnt: Man möchte ja in Frieden leben.

Die ersten Zusammenstöße gab es bereits kurz nach unserem Einzug. H.s hatten einen Putzplan für den Keller aufgestellt. Der sollte wöchentlich zu putzen sein – also im Wechsel durch die Parteien. Fanden wir etwas oft für einen Keller, aber die Waschküche ist ja auch da unten, also gut, haben wir so angenommen. Und fegten folglich den Keller alle drei Wochen vorschriftsmäßig. Blöd nur, dass das nicht richtig war. Nein, der Keller sollte bitte jedes Mal feucht gewischt werden. Und das nicht auf Wunsch des Vermieters sondern auf Wunsch unserer Nachbarn. Da diese Anweisung aber weder in der Hausordnung noch im Mietvertrag steht und der Keller eh schon total feucht ist und außerdem echt blöd zu wischenden Betonboden hat, war uns das zu doof. Ab und an sind wir auch mal feucht drüber gegangen, aber… naja, seien wir ehrlich, das war irgendwie alle halbe Jahr. Seit Anfang des Jahres (wir haben jetzt Oktober, also in den letzten 10 Monaten) konnten wir ganze drei Mal den Keller nicht reinigen. Entweder waren wir verreist oder mein Freund hat es vergessen, weil ich nicht da war, um ihn zu erinnern. (Der Keller ist sein Revier.) Bereits Anfang Mai – beim zweiten Mal – wurde uns von Herrn H. mitgeteilt, dass er beim nächsten Mal Schritte gegen uns einleiten würde beim Vermieter. Und „man hätte hier ja vorher so schön gewohnt“. Vorher heisst wohl folglich, bevor wir eingezogen waren. Ooookay…?

Danach war erstmal Ruhe. Zumindest wegen der Putzsache. Denn nun wurde sich über unsere Kater beschwert. Die beiden besitzen wir (mit Genehmigung der Nachbarn) seit Ende Januar. Die Regelung in unserer Wohnung ist: Die Kater dürfen sich in Küche, Wohnzimmer, Flur und Bad frei bewegen. Eingeschränkten Zugang gibt es zu meinem Hobbyraum (wegen dem vielen Kleinkram und den wertvollen Figuren) und sie dürfen nicht ins Schlafzimmer. Vor allem nicht nachts. Eines Abends klingelte es an der Tür und es wurde uns von den Nachbarn verklickert, dass unsere Tiere dermaßen laut wären, dass seit Wochen kein Schlaf mehr möglich wäre. Selbst mit Ohrstöpseln. Tat uns natürlich sehr leid, wir dachten nicht, dass es durch das Laminat so laut wäre und sie nachts anscheinend so extrem aktiv, doch wir haben dann große und dicke Teppiche fürs Wohnzimmer, den Flur und meinen Hobbyraum besorgt. Seitdem herrscht zumindest in der Hinsicht Ruhe.

Die nächste Beschwerde folgte allerdings quasi auf dem Fuß. Bereits bei unserem Einzug wurde uns gesagt, dass früher ein junger Mann im Obergeschoss gewohnt hätte, der so dermaßen laut die Treppen herunter gepoltert sei, dass man senkrecht im Bett saß. Und dass wir doch bitte darauf Rücksicht nehmen sollten. Ja, gern. Nur leider ist im Treppenhaus eine recht alte Holztreppe verbaut und da kann man so schlecht schleichen, denn die macht nun mal Geräusche. Ein oder zwei Kommentare kamen diesbezüglich schon, bevor… Ja, bevor der Knaller kam. Frau H. wies meinen Freund darauf hin, dass er (und der Nachbar aus dem 2. OG übrigens auch) die Wohnungstüren ja so unmöglich laut zuziehen würden, dass sie morgens aus dem Schlaf gerissen werden würden. Dann hat sie ihm freundlicherweise auch noch demonstriert, wie man eine Wohnungstür ordnungsgemäß zu schließen hat. Wie bei einem kleinen Kind. Und fallen lassen, dass man morgens auf der Treppe auch leiser gehen könne. Nachdem das kam, hatte ich schon Angst, ganz normal das Treppenhaus zu benutzen. Wenn ich Schuhe mit Absatz an hatte, habe ich versucht, auf Zehenspitzen die Stufen hinunter zu gehen. Warum? Weil ich auf gar keinen Fall wollte, dass Frau H. ins Treppenhaus kommt und mich anspricht. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nämlich schon Panik davor, ihr zu begegnen.

Ich habe während meiner Therapien wirklich viel gelernt, aber mich in solchen Situationen emotional abzugrenzen, das beherrsche ich einfach nicht. Ich begebe mich automatisch in die Position des Schwächeren und kann mit schlechten Schwingungen nicht umgehen. Die einzige richtige Retourkutsche, die ich Frau H. mal gegeben habe, war in einer ziemlich bizarren Situation. Ich stand vor unserer Wohnungstür und sie reichte mir im Treppenhaus ein Päckchen hoch. Dann musterte sie mich von oben bis unten und fragte: „Sind Sie schwanger?“ Ich fand diese Frage und ihren dazu gehörigen Blick so dreist, dass ich prompt erwiderte: „Nein, ich bin einfach nur fett.“ Ich glaube, wenn wir ein Kind hätten, dann wäre hier richtig Halligalli. Wenn die Kater schon dafür sorgen, dass nicht mehr geschlafen werden kann, was passiert dann erst bei Kindergeschrei?

Es gab noch einige Vorfälle, die alle nicht so top waren. Zum Beispiel, dass der Fluchtweg ums Haus herum zum/vom Keller einfach von H.s zugemauert wurde und die Treppe, die vom Keller in den Garten führt, mit Blumenkübeln von ihnen zugestellt wurde, so dass man nicht durch kann. Oder die Gartenmöbel, mit denen sie über Herbst/Winter den kompletten Stauraum unter der Kellertreppe in Anspruch nehmen. Und schön ist auch, dass Herr H. in seinem Keller, der zum Partyraum umgebaut wurde, regelmäßig raucht und dieser Rauch durch das ganze Treppenhaus zieht. (Was für meinen Freund und mich als Asthmatiker natürlich auch ganz super ist.)

Morgen müssen wir nun aber mal auf den Tisch hauen. Wir erhielten einen Brief von unserem Vermieter, in dem uns vorgeworfen wird, wir hätten trotz schriftlicher Aufforderung (die vorletzte Woche einging, ja, da waren die Nachbarn schon fleißig) letzte Woche den Keller nicht gereinigt. Und wir müssten unserer Pflicht nachgehen, sonst würde man auf unsere Kosten ein Reinigungsunternehmen beauftragen. Dumm nur, dass wir den Keller gereinigt haben! Sonntag Abend stand mein Freund mit Besen und Kehrschaufel bewaffnet unten und hat seine Pflicht getan. Heute kam der Brief, woraufhin er stinksauer in den Keller stiefelte… und fuchsteufelswild wieder nach oben kam. So habe ich ihn noch nie erlebt. Er ist total ausgeflippt und zwar, weil Herr H. aus irgendwelchen Ecken Dreck gefegt hat (sieht aus wie die Krümel der Wandfarbe, die seit der Renovierung im Keller immer abblättert) und den vor unserer Kellertür platziert hat. Neben unseren Eintrag im Putzplan hat er geschrieben: „So nicht, Herr M.!“ Ich dachte, meinem Freund platzt die Halsschlagader. Wäre er Herrn H. in diesem Moment über den Weg gelaufen, hätte er ihn vermutlich geschlagen.

Wir haben nun also den Putzplan sichergestellt und uns mal grob aufgeschrieben, was denn überhaupt so los war und dass wir uns zu Unrecht angeklagt fühlen. Denn der einzige Bereich, wo mein Freund nicht fegt, weil er es nicht einsieht, die Sachen wegzuräumen, ist unter der Kellertreppe, wo die Gartenmöbel der Nachbarn stehen. Der Rest wird gemacht. Auch in den Ecken. Morgen früh gehen wir sofort zum Vermieter und sprechen mit dem. Ich befürchte, unsere Nachbarn werden jetzt rausfinden, dass mein Freund zum absoluten Arschloch mutieren kann, wenn man den Bogen bei ihm überspannt. Ich bin mal gespannt, ob wir überhaupt etwas erreichen können. So etwas habe ich noch nie erlebt und ich bin in meinem Leben weiß Gott schon oft genug umgezogen und halte mich für einen sehr verträglichen Menschen. Entweder kenne ich mich selbst sehr schlecht oder wir haben nachbarschaftlich den absoluten Griff ins Klo getan.

Liebster Blog-Award

Ich weiß gar nicht so genau, wieso mich die liebe Individumel nominiert hat. Natürlich freue ich mich, aber mein Blog ist halt nur für so privaten Kram und folgt keinem anderen Ziel als Leute auf dem Laufenden zu halten, was bei mir so passiert. Ich hatte mir überlegt, ob ich nicht ein wenig ausführlicher Bloggen möchte… Über meine Schreiberei zum Beispiel oder über Nerdkram wie Cosplay, Nendoroids, Conventions etc. Aber die Entscheidung, ob und wenn ja, wie,  schiebe ich wohl noch etwas vor mir her. 🙂

Jetzt erstmal zum Award!

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Hier die Regeln:

1. Verlinke die Person, die dich nominiert hat.

2. Beantworte 11 Fragen, die dir vom Blogger, der dich nominiert hat, gestellt wurden.

3. Nominiere 11 weitere Blogger mit weniger als 200 Followern.

4. Stelle 11 Fragen an deine Nominierten.

5. Informiere deine Nominierten über diesen Post.

 

Zuerst mal zur Beantwortung der Fragen von Individumel.

 

1. Warum bloggst du?

Ich habe schon immer viel geschrieben, auch so persönliche Sachen von mir festgehalten. Damit habe ich angefangen als ich 10 Jahre alt war. Ganz klassisch mit einem Tagebuch. Daraus sind im Laufe der Jahre viele, viele Tagebücher geworden. Das Internet brachte dann irgendwann die Möglichkeit des Bloggens über livejournal. Ich war neugierig und fand die Idee gut, mich auch mit anderen austauschen zu können. Leider ging es mir damals ziemlich schlecht und ich habe fast nur deprimierenden Kram gepostet. Eines Tages wurde mir klar, dass das nicht gut für mich ist. Also habe ich meinen account gelöscht und seitdem eher unregelmäßig auf verschiedenen Plattformen geschrieben. Mit meinem Umzug von Hamburg nach Solingen im letzten Jahr wollte ich wieder einen Blog starten, in dem ich für meine Freunde und Familie ein wenig von dem festhalten kann, was mir hier so geschieht. So entstand „traumverwoben“.

2. Gab es etwas was dich in der Bloggerszene überrascht hat?

Ehrlich gesagt habe ich von der sogenannten Bloggerszene überhaupt keine Ahnung. Ich befasse mich nicht über die Maßen mit anderen Blogs und bin ja auch gar nicht der Blogger, wie man ihn heutzutage so klassifizieren würde.

3. Welches Buch sollte man unbedingt lesen?

Puh… Das ist ja wirklich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und ich bin auch noch so eine Leseratte, ich habe einfach zu viel in meinem Regal, als dass ich da nun eine pauschale Antwort drauf geben könnte. Fantasy-Fans würde ich die Trilogie „Die Herren von Fionavar“ von Guy Gavriel Kay ans Herz legen. Einer meiner absoluten Favoriten. Ich glaube, die Bücher habe ich schon zehn Mal gelesen und ich werde das sicher auch noch öfter tun.

4. Welchen Film sollte man unbedingt gucken?

Oh nein! Ich bin kein großer Filmegucker. Eiskalt erwischt. Die meisten Streifen habe ich nach zwei oder drei Tagen schon wieder vergessen. Ich kann allerdings einen Film nennen, den ich sehr liebe und immer wieder sehen kann: „Drachenzähmen leicht gemacht“. Wenn ich den geschaut habe, geht es mir immer ein bißchen besser als zuvor.

5. Was hast du im Bezug auf Freundschaften wichtiges in deinem Leben gelernt?

Dass man die wahren Freunde erst in schwierigen Zeiten kennen lernt. Das sind die Momente, in denen sich der Freundeskreis sehr ausdünnen kann. Die Leute, die bleiben, haben das Potential zu Freunden fürs Leben. Dafür ist es aber auch wichtig, dass man begreift, dass Freundschaften sich verändern können und dürfen. Das Leben wirft uns hin und her und wir bleiben nicht immer der gleiche Mensch. Genau so wenig wie diejenigen, die uns umgeben. Es ist also sinnvoll, die Beziehungen zu seinen Freunden öfter mal neu zu bewerten.

6. Was machst du wenn du im Internet unterwegs bist?

Ich verbringe zu viel Zeit auf Facebook und Twitter.

7. Wenn du vor die Haustür gehst, was darf nie fehlen? (Mehrfachantwort erwünscht)

Mein Handy! Ganz wichtig, denn ohne das fühle ich mich nackt. Außerdem mein Portemonnaie, Kaugummis und ein mp3-Player.

8. Die letzte CD die du dir gekauft hast (gerne auch digital)?

Oh, das war ein Hörbuch. Zählt das auch? „Irrwitz aus der Servicewelt – Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus / Kündige, wenn du es schaffst“ von Tom König. Mein Freund ich hören immer Hörbücher auf langen Autofahrten, weil wir uns sonst über die Musikauswahl streiten würden. 😀

9. Was hast du dir immer mal vom Weihnachtsmann gewünscht und nie bekommen?

Einen Massage-Gutschein. Ich glaube, meine sehr subtilen Andeutungen kommen einfach nicht an.

10. Was war das letzte Geschenk was du dir selbst gemacht hast?

Eine 1/8 Figur von Kotobukiya – Dark Angel Olivia aus „Rage of Bahamut“. Sie ist so unfassbar schön! Ich musste sie mir einfach selbst zum Geburtstag schenken.

11. Wo würdest du gerne mal eine Zeitlang leben bzw. wohnen?

Nachdem ich in diesem Jahr zum ersten Mal dort war, kann ich guten Gewissens sagen: In der Schweiz. Nicht für immer, aber für einige Zeit wäre das durchaus okay für mich. Ich habe mich ein bißchen in dieses Land verliebt. Dabei bin ich eigentlich kein Fan von Bergen, aber es ist so schön dort, dass ich einfach darüber hinweg sehen kann. Außerdem kenne ich dort einige der nettesten Menschen auf dieser Welt, das macht es natürlich noch attraktiver.

 

Ich hoffe, es sind noch alle wach? Kommen wir zu meinen Nominierungen. (Es werden keine 11, so viele Blogs kenne ich gar nicht…)

Mia von A Lady’s Heart

Nicole von Tsuchibotaru

Mario von Mario’s Blog

 

Und für alle, die mitmachen mögen – nein, ich zwinge niemanden – hier meine Fragen:

1. Warum bloggst du?

2. Gibt es ein Thema, das dich sehr interessiert oder fasziniert, über das du aber niemals bloggen würdest?

3. Was ist deine größte Stärke?

4. Und was deine größte Schwäche?

5. Wohin würdest du gerne mal reisen?

6. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?

7. Welche Eigenart kannst du an anderen Menschen überhaupt nicht ausstehen?

8. Wie stellst du dir dein Leben in 10 Jahren vor?

9. Glaubst du an außerirdisches Leben?

10. Was tust du aktiv für den Umweltschutz?

11. Was ist im Moment deine Lieblingsserie?

 

Tja, das war’s dann auch schon wieder von mir!

Wie oben bereits erwähnt denke ich derzeit über ein paar Änderungen oder Neuerungen in diesem Blog nach. Falls ihr Wünsche oder Vorschläge habt oder meint, etwas, worüber ich noch nie nachgedacht habe, würde besonders gut zu mir passen: Immer her damit!