Mein neues Reich (vorher)

So, nun wird es ernst. Gestern hatte ich ein zauberhaftes Date zum Valentinstag – mit meiner Vermieterin. Wir haben die Wohnungsübergabe gemacht und nun besitze ich nicht nur die Schlüssel zur Wohnung, nein, ich habe auch einen ganzen Batzen Aufgaben, die erledigt werden müssen, bevor ich in anderthalb Wochen einziehen kann. Und weil ich es einfach liebe, Vorher-Nachher-Fotos von Dingen zu machen, muss das nun auch für meine neue Bleibe sein. Fangen wir an:

Zunächst wäre da der Flur. Hier vom Schlafzimmer aus geknipst. Rechts geht es zum Wohnzimmer, links zur Küche und hinten links vor der Eingangstür ist das Bad. Der Boden ist gefliest und eigentlich wollte ich einen Teil des Flures rosa streichen, tendiere gerade aber zu einer anderen Farbe, weil der Boden halt eher terrakottafarben ist und das beisst sich ja schon ziemlich. Einfach weiß lassen ist aber auch blöd, weil nämlich weiße Möbel auf den Flur kommen und das sieht dann ja eher geschossen aus. Ich muss da noch mal in mich gehen.

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Als nächstes zeige ich euch das Bad. Es ist nicht so riesig, aber ich liebe die Badewanne und das riesige Fenster! Ein Traum! Ich schiebe in Gedanken bereits das Katzenklo durch die Gegend. Kann sein, dass das große gar nicht rein passt und das kleine ins Bad muss, dafür das große dann ins Wohnzimmer.

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Und hier haben wir die Küche. Eine Einbauküche ist schon vorhanden, komplett mit Geschirrspüler. Den Kühlschrank sowie Tisch und Stühle konnte ich von der Vormieterin übernehmen. Ein echtes Schnäppchen! Ich würde in die Ecke hinter dem Tisch gern eine Art Geschirrvitrine stellen. Bisher habe ich noch nichts gefunden, was mich überzeugt hat, aber jetzt habe ich die genauen Maße und weiß, was in die Ecke passt. Daher werde ich mich noch mal umschauen.

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Es folgt das Schlafzimmer. Die Tapete finde ich an sich super schön, nur passt sie leider überhaupt nicht zu meinen Möbeln und dem Bild, das ich aus unserem jetzigen Schlafzimmer mitnehmen werde. Also muss sie weichen. Die Wand möchte ich dennoch gern farbig haben. Ein helles Braun vielleicht? Ich muss dringend zum Baumarkt.

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Für mich das Herzstück jeder Wohnung: Das Wohnzimmer. Irgendwie ist das der Raum, der für mich am gemütlichsten und am schönsten werden muss. Andere haben das bei Küche oder Schlafzimmer, ich eben beim Wohnzimmer. Wie man sieht, sind die Wände noch in einem … äh… dunkelgelb-piss-orange (?) gestrichen. Das muss ich ändern. Der Raum soll weiß werden und die Wand, an welcher mein Fernseher stehen wird, soll in rosa erstrahlen. Jaja, ich und rosa. Da klappen sich gerade bei einigen Leuten die Fußnägel hoch. Vor das Fenster möchte ich den Kratzbaum der Katzis haben, damit sie rausschauen können. Wenn da schon so viel Grün ist, sollen sie auf jeden Fall was davon haben.

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Und zuletzt der Balkon. Der ist wirklich der Wahnsinn. So riesig! Meine Vormieter haben das Katzennetz dran gelassen, das war so abgesprochen und ich bin super glücklich darüber. Jetzt können die beiden Dicken auch raus, wenn ich nicht so genau hin schaue. Es ist nicht hundert pro dicht, aber es reicht. Mal sehen, wie sie die Autobahn finden, die ein paar Meter weiter verläuft. Nicht, dass sie nachher streiken und gar nicht auf den Balkon wollen, weil es ihnen zu laut ist.

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So. Das ist der aktuelle Stand. Mal sehen, wie es dann nach dem Umzug aussieht. Sobald alles drin ist und ich zufrieden bin, werde ich das Endergebnis hier zeigen. Ich bin ein wenig aufgeregt und nervös, ob alles klappt. Aber wird schon. Auch Umzug Nummer 12 wird am Schluss nicht so wild sein.

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Einmal im Leben

Sie sind groß in Mode, diese Bucket Lists. Dinge, die man einmal im Leben tun möchte und die man sich aufschreibt, um sie nicht zu vergessen und eines Tages dann diese Liste abzuarbeiten. Oder um möglichst viel drauf zu schreiben, was exotisch ist, und sich dann ein Ei drauf zu pellen, mit was für ausgefallenen Sachen man prahlen kann. Im Grunde ist es völlig egal, aus welchem Geund man so eine Liste anlegt und pflegt. Jeder hat seine Wünsche, Träume und Hoffnungen und warum sollte man sie sich nicht erfüllen wollen?

Ich persönlich führe keine solche Liste. Die wäre bei mir einfach überflüssig. Das meiste, was in meinem Leben passiert, ist nämlich absolut ungeplant. Ich habe keine Ahnung, was in zwei oder drei Jahren bei mir anstehen soll, ich habe keine Karriereambitionen und überhaupt finde ich es viel schöner, gar nicht so genau zu wissen, was mich erwartet. Ist auch nicht so viel Druck. Ich muss, ich muss, ich MUSS! Nein, ich muss nicht. Ich kann, wenn ich möchte. 

Dennoch gibt es bei mir natürlich auch Dinge, die ich zum ersten und vielleicht zum einzigen Mal im Leben tue. Heute gab es wieder so einen Moment, in dem ich mir dachte: „Das hast du noch nie zuvor getan.“ Denn heute habe ich jemandem zum ersten Mal gesagt, dass ich mich wegen ihm schlecht fühle, mich ausgenutzt fühle, Angst vor ihm habe und deswegen keinen Kontakt mehr will. Das war nicht schön, aber notwendig. 

Nun sitzt mir zwar die Angst im Nacken, später auf der Straße zusammengeschlagen zu werden, allerdings glaube ich, die rührt eher daher, dass ich es hasse, Menschen zu enttäuschen. Oder wenn man mich nicht mag. Für mich ein Horror. Und sollte doch noch ein Baseballschläger den Weg in mein Gesicht finden, so weiß ich wenigstens Namen und Anschrift des Hauptverdächtigen.