[Kinozeit] Thor: Ragnarök

Normalerweise schreibe ich nicht über Filme. Ich bin kein Filmfan und die meisten Streifen schaue ich nur nebenbei zuhause, während ich eigentlich etwas anderes mache wie nähen oder aufräumen. Dennoch gehe ich ganz gern ins Kino und ab und an überkommt mich das Verlangen, mich bezüglich des einen oder anderen Films mitzuteilen. Daher erst einmal ein fetter SPOILERALARM! Wer den neuesten Thor noch nicht gesehen hat, der sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.


Und an alle, die jetzt noch dabei sind: Seid ihr auch so hin- und hergerissen, was Thor: Ragnarök angeht? Ich grüble schon den ganzen Tag darüber nach, wie ich eigentlich zu diesem Werk stehe. Und ich kann mich nicht entscheiden. Also, negativ zumindest nicht, es war gute und solide Unterhaltung. Mehr erwarte ich eigentlich auch nicht. Naja, bis auf die obligatorische Aufnahme von Chris Hemsworths nacktem Oberkörper. Da wurde ich auf keinen Fall enttäuscht. (Ja, ich stehe unheimlich auf ihn. So ein schöner, kluger und humorvoller Mann… Hach!) Leider hat die Charakterentwicklung mir aber einige Fragezeichen ins Gesicht gezaubert und auch die Handlung hatte sehr offensichtliche Schwachpunkte.

Kurz zum Inhalt, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind: Thor und Loki erfahren, dass sie eine ältere Schwester haben. Hela, die Göttin des Todes, ist Odins Erstgeborene und natürlich erzählt er das seinen Sprösslingen erst auf dem Sterbebett, damit er sich keinen unangenehmen Fragen stellen muss. Cleverer alter Mann. Und so erscheint Hela auch direkt nach Odins Ableben auf der Bildfläche und verlangt, dass ihre Brüder sich ihr unterwerfen. Tun sie natürlich nicht und so gibt es mal wieder ordentlich was auf die Mütze. Hela sorgt dafür, dass ihre Geschwister auf so einer Art „Allwelt-Müllkippe“ landen und macht sich selbst auf nach Asgard, um den Thron zu besteigen. Inmitten des Mülls wird Thor von einer betrunkenen Ex-Walküre gefangen genommen und als Gladiator an den Grandmaster verkauft, der im 80er Jahre-Stil über den Müll und seine Bewohner herrscht. Loki ist auch schon da und hat sich das Vertrauen des Grandmasters erschlichen. Weshalb Thor nun auch in der Arena gegen den Champion kämpfen muss, während Loki vom Zuschauerrang aus zusieht. Der Champion entpuppt sich als Hulk und ja, es gibt wieder heftig aufs Maul. Am Ende steht es unentschieden und Thor erwacht in einem Quartier zusammen mit seinem grünen Kumpel. Er versucht ihn davon zu überzeugen, dass sie fliehen müssen und nach viel Hin und Her gelingt das auch mit Hilfe der Ex-Walküre. Loki schließt sich einem Trupp revoltierender Gladiatoren an. Das große Wiedersehen findet in Asgard statt, wo Heimdall versucht, die geflohenen Asen zu retten, Hela von allen Seiten auf die Rübe bekommt und Loki den Transporter der Gladiatoren dazu nutzen will, das Volk zu evakuieren. Am Ende wird Surtur wieder erweckt, um Asgard und Hela zu zerstören, Thor hat ein Auge weniger, aber dafür einen Thron und die Asen sitzen im Raumschiff auf dem Weg zur Erde.

In der Geschichte steckt viel Raum für Charakterentwicklung und es werden jede Menge Handlungsstränge angeschnitten, die auch auf Geschehnisse in der Vergangenheit hinweisen. Allerdings wird hier komplett anders damit umgegangen als zuvor. Vermutlich ist mir der Bruch zum vorigen Teil Thor: The Dark World so stark aufgefallen, weil wir uns beide Filme in einem Double Feature angeschaut haben. Während in den beiden ersten Teilen zwar Wert auf Humor gelegt wurde, die Geschichte grundsätzlich aber recht ernst vorangetrieben wurde, wurde beim neuen Teil anscheinend ausschließlich nach dem Motto „Je lustiger, desto besser!“ gearbeitet. Zwar liebe ich den Humor der Marvel-Filme und mag auch gute Komödien, aber hier wurde meiner Meinung nach gewaltig übertrieben. Klar, ich weiß nicht, ob die Comics vielleicht eher Klamauk sind, denn die Vorlagen habe ich nie gelesen. Kann also gut sein, dass ich mich in die Nesseln setze, wenn ich sage: Thor ist keine Sitcom. Doch genau so habe ich mich an manchen Stellen gefühlt. Als würde ich eine Sitcom schauen. Oder eine Satire auf das Genre. Ich hätte nicht mal ein Problem mit dem massiv eingesetzten Humor gehabt, wenn nicht die Protagonisten wie Thor und Loki dadurch so massiv verändert worden wären. Während Loki wenigstens noch größtenteils sarkastisch bleibt, ist Thor nun eher ein Lausbub, der nichts und niemanden mehr ernst nimmt. Totale Zerrüttung mit dem Bruder? Versklavung als Gladiator? Flucht aus der Sklaverei? Alles total lustig! Und auch so manch eingebrachte Nebenfigur wirkt eher wie eine zwanghaft in den Film geschriebene Gag-Kanone. Dr. Strange etwa. Was sollte diese Szene? Oder eher: Was sollte dieser Szenenaufbau? Auch der zu diesem Charakter gehörende Film fehlt mir noch, doch irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass der Doc anders dargestellt wird als in seinem eigenen Film. Hm.

Abgesehen von den zahlreichen Klamauk-Momenten gab es meiner Ansicht nach aber auch ein kleines Problem mit der Handlung. Oder eher mit der Reaktion der Charaktere auf die Handlung. Da erfahren die beiden Söhne des mächtigen Odin, dass dieser ihnen nie von ihrer Schwester erzählt hat und außerdem, dass die gute Frau ein wenig machtgierig und blutrünstig zu sein scheint. Okay, Info erstmal so angenommen. Daddy kann man auch nicht mehr viel zu der Sache fragen, da er eine Minute später nach Walhalla entschwebt. Später im Film gibt es dann eine Szene, in der Hela den halben Thronsaal Asgards in Schutt und Asche legt und vor allem die Wandgemälde an der Decke zerstört. Unter den idyllisch anmutenden Szenen kommen weitere Abbildungen zum Vorschein, die Odin und Hela dabei zeigen, wie sie gemeinsam die Welten erobern und unterjochen. Thor bekommt dies später ebenfalls zu sehen, allerdings hat er dafür kaum mehr als ein müdes Schulterzucken übrig. Diese ganze Geschichte rund um Odin und seine Vergangenheit, um seinen Wandel und sein augenscheinliches Bemühen, das Geschehene zu vertuschen, wird mehr als einmal angeschnitten, aber nicht ein einziges Mal wird etwas hinterfragt, niemand zweifelt die Identität des großen Odin geschweige denn seine eigene, die untrennbar damit verbunden ist, an. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es einfach jedem außer Hela völlig egal ist. Könnte man hierbei an Lügen glauben und denken, dass sie versucht, den Vater in Misskredit zu bringen, wäre es noch nachvollziehbar. Doch es gibt ja Beweise, hinter all dem steht keine Lüge. Und in Anbetracht dessen fällt es mir so schwer, diese offensichtliche Gleichgültigkeit der Protagonisten zu verstehen.

Dennoch… Ich mag Filme über Superhelden und besonders die Marvel-Filme haben es mir angetan. Thor: Ragnarök ist für mich kein herausragendes Meisterwerk, aber es handelt sich um solide Unterhaltung, die Spaß macht. Ich habe es nicht bereut, dafür bis 3:30 Uhr im Kino gesessen zu haben, auch wenn mir der Hintern bereits nach dem ersten Film gewaltig weh tat.

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Kuschelmäuse

Im Herbst und im Winter sind meine Dickies besonders kuschelig. Kommt mir ganz gelegen, denn das ist ja voll mein Ding. Während Snorre gern auf meinem Bauch liegt und zufrieden einschläft, nachdem er stundenlang gekrault wurde und sich fast heiser geschnurrt hat, hat Tabby sich angewöhnt, entweder neben, auf oder zwischen meinen Beinen zu liegen.

Besonders schön finde ich, dass Tabby sich nachts nun meistens vor meinen Bauch legt und morgens nach dem Klingeln des Weckers auch sofort Streicheleinheiten einfordert. So aufzuwachen ist wundervoll. Ich genieße das. Snorre liegt meist auf der rechten Seite des Bettes, die ich nicht benutze, und ich kraule ihn beim Zubettgehen so lange, bis ich einschlafe.

Noch ein Grund mehr, die kalten Monate des Jahres zu lieben. Oder eher zwei Gründe.

Ihr werdet immer fehlen.

Soziale Bindungen sind wohl eines der Dinge, mit denen wir uns am intensivsten in unserem Leben beschäftigen müssen. Familie, Freunde, Partner, Arbeitskollegen… Sie alle begleiten uns und haben einen immensen Einfluss auf uns. Wir vertrauen ihnen und fürchten sie. Wir lieben und hassen sie. Wir profitieren von ihnen oder lernen wichtige Lektionen für unser Leben. Aber auf jeden Fall sind wir auf sie angewiesen. Ohne andere Menschen wären wir nicht lebendig, wären wir nicht zu einer Person mit eigenen Gedanken, Träumen und Hoffnungen geworden. Unsere Familie begleitet uns im Idealfall das ganze Leben über und auch viele unserer Freunde sind lange an unserer Seite. Allerdings mit dem wichtigen Unterschied, dass wir uns diese, im Gegensatz zu unserer Familie, selbst aussuchen können. Und wir entwickeln uns mit unseren Freunden zusammen. Entweder in die gleiche Richtung oder eben auch auseinander.

Freundschaft ist generell ein eher schwieriges Thema für mich. Ich kenne viele Menschen, die noch Freundschaften aus ihren Kindertagen pflegen. Man ist zusammen aufgewachsen, kennt fast alle Geheimnisse voneinander und kann diese Verbindung ziemlich zuverlässig bewerten. Mir fällt das schwer. Freunde aus Kindertagen habe ich nicht mehr und ich könnte auf die Schnelle nicht einmal fünf Namen von ehemaligen Mitschülern nennen. Ob es daran liegt, dass wir öfter mal umgezogen sind und ich auch auf einigen Schulen war, oder ob ich einfach nur ein schlechtes Gedächtnis habe… Wer weiß? Generell habe ich mich immer etwas schwer getan mit Freunden. Klar gab es immer welche um mich herum, ich war nie völlig allein. Aber bis zu meinem 19. Lebensjahr hatte ich immer das Gefühl, ich würde nicht richtig dazu gehören oder müsse mich verstellen, damit andere mich mögen. Das war extrem anstrengend und sicherlich auch ein Grund dafür, warum ich die Bindungen nie über lange Zeit aufrecht erhalten konnte oder wollte.

Das änderte sich mit meinem Einstieg in die Anime-Szene. Im Internet, noch in den alten Chatrooms, die heute kaum ein Mensch mehr benutzt, lernte ich Menschen kennen, die ähnlich tickten wie ich. Das war für mich wie eine Offenbarung, denn ich hatte nicht geahnt, dass ich einfach nur ich selbst sein kann und trotzdem gemocht werde. Mehr und mehr Leute bewegten sich in meinem Dunstkreis und es entstanden einige großartige Freundschaften. Dafür bin ich unheimlich dankbar, denn auch wenn ich wirklich schwere Zeiten hatte und es nicht immer leicht war mit mir, blieben mir diese Menschen und gaben mir die Kraft und den Mut, mich weiter nach vorn zu kämpfen. Ich habe ihnen so viel zu verdanken und sie wissen das wahrscheinlich gar nicht.

Doch wie das so ist im Leben: Man muss sich immer mal wieder von Ideen verabschieden und gewisse Vorstellungen revidieren. Ich war der festen Überzeugung, dass einige der engsten und besten Freunde, die ich hatte, niemals gehen würden. Dass wir immer in eine gemeinsame Richtung unterwegs sein würden. Dem ist nicht so. Und ganz ehrlich? Das quält mich seit gut vier Jahren jeden Tag. Bis ich mir selbst eingestehen konnte, dass sich Dinge im Leben eben verändern und das etwas ganz Normales ist, hat es lange gedauert. Bis ich überhaupt einigermaßen damit zurecht kam, noch länger. Es fühlt sich an als hätte man einen wichtigen Teil von sich selbst verloren, aber gleichzeitig ist da auch das Wissen, dass es kein Zurück gibt. Es wird nie wieder so sein, wie es war. Und vielleicht hat das auch einen Sinn. Ich versuche mir nicht zu viele Gedanken darum zu machen, denn es bringt mich nicht weiter. Was vorbei ist, ist vorbei.

Fakt ist aber, dass mir diese Menschen immer fehlen werden. Bei so vielen Dingen, die ich tue, muss ich an sie denken. Ich träume von ihnen. Manchmal erinnere ich mich an bestimmte Situationen und muss immer noch lachen. Und ich bin zutiefst dankbar, dass sie all die Jahre an meiner Seite waren. Vielleicht machen sie mir Vorwürfe, denn ich bin nicht frei von Fehlern und habe auch zu dieser Entwicklung beigetragen. Vielleicht nehmen sie es gelassen hin. Und ganz vielleicht denken sie auch manchmal mit Wehmut zurück. Ich denke, ich möchte das gar nicht wissen. Nicht, weil es mir egal wäre. Nein, weil ich im Zweifelsfall sehr darunter leiden würde und ich bin egoistisch genug, das nicht zu wollen. Was auch immer jetzt ist: Ich wünsche ihnen, dass sie glücklich werden und dass sie klüger mit ihrer Freundschaft umgehen als ich.