Der Trichter kehrt zurück.

Eigentlich wollte ich heute einen tiefgründigen Eintrag schreiben über Selbstfindung und Masken, die man trägt, aber mir fehlen die Worte dafür, also dachte ich mir: Ich habe schon lange nichts mehr von meinen Dickies erzählt, oder? Das ist ein etwas leichteres Thema für einen Sonntag, an dem man sich durchgängig fühlt, als würde man im nächsten Moment einschlafen. Los geht’s!

Snorre trägt seit gestern Abend wieder seinen verhassten Trichter. Vor einer Woche habe ich einen kleinen Punkt neben seinem linken Ohr entdeckt, an dem etwas Schorf auszumachen war. Da er aber nicht größer wurde, wollte ich nicht sofort mit scharfen Geschützen auffahren. Über den gestrigen Tag muss er allerdings doch daran herum gekratzt haben, denn der kleine Punkt ist nun eine Wunde, die ich behandeln muss. Also Trichter über den Kopf (Keine Begeisterung auf Seiten des Katers auszumachen.) und Heilsalbe auf die Verletzung (Noch viel weniger Begeisterung schlägt mir entgegen.).

Ich ja wirklich froh, dass wir inzwischen sehr entspannt mit dem Thema umgehen können. Nach all den Kämpfen in den letzten Jahren ist die Prozedur für Snorre immer noch nicht das Highlight seiner Woche, aber immerhin arbeitet er mit und weiß inzwischen, dass er sowieso keine Chance hat, seinem Schicksal zu entgehen. Auch seine Ohren kann ich nun ganz in Ruhe untersuchen, behandeln und sogar säubern.

So sehr ich es auch verabscheue, ihm den Trichter der Schande anzuziehen: Ich weiß, dass es das einzige ist, was hilft. Abgesehen von Cortison. Und so lange ich darauf verzichten kann, tue ich das gern. Ein interessanter Nebeneffekt ist übrigens auch, das Snorre unheimlich verschmust ist, sobald er den Trichter trägt. Sobald ich im Bett oder auf dem Sofa liege, klebt er regelrecht an mir, schnurrt wie ein Motor, wälzt sich auf mir hin und her und kann gar nicht genug von meinen Berührungen bekommen. Er sabbert glücklich und entspannt vor sich hin und ist das Vorzeigebeispiel einer Schmusekatze. Ich liebe das. Aber ich würde es nie ausnutzen. Auch wenn er sonst nicht so der Monsterkuschler ist: Ich sehe meinen Dicken lieber unverletzt und glücklich als eingeschränkt und verschmust.

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