Tierarztreisen

Anfang des Jahres steht für die Diggis immer ein Gesundheitscheck beim Tierarzt an. Das ist für uns drei stets ein großes Ereignis, weil es Stress und Anspannung bedeutet und das mögen wir ja nun nicht besonders. Ich hatte dieses Mal ein wenig Panik, weil ich auch das Thema Impfung besprechen wollte. In meinem Kopf gab es da schon wieder eine riesige Diskussion mit dem Arzt, denn eigentlich wollte ich den Katern keine Impfung antun. Snorre vertrug das die letzten Male schon nicht besonders gut und hat sich erst nach Tagen wieder erholt. Da die beiden ja auch nur in der Wohnung leben, erschien mir das also als durchaus machbar. Aber die Meinungen gehen da ja weit auseinander und obwohl ich wirklich keine Impfgegnerin bin, hatte ich kein gutes Gefühl bei der Sache.

Am Tag der Untersuchung hatte ich auf der Arbeit schon etwas Zeitdruck, weshalb ich so in Hetze geriet, dass die Tiere meine Anspannung schon beim Betreten der Wohnung bemerkten. Die Transportboxen hatte ich schon am Vorabend in die Küche gestellt und Snorre wusste daher direkt, was die Stunde geschlagen hat. So schnell habe ich ihn selten auf den höchsten Punkt des Kratzbaums verschwinden gesehen. Es tat mir auch wirklich leid, ihn so in die Box zwingen zu müssen, aber es geht ja leider nicht anders. Tabby hingegen ist wirklich so lammfromm und vertrauensselig, dass man nur in die Box deuten muss und schon geht er hinein, denn es könnte dort ja etwas Interessantes zu sehen geben. Dafür dreht er dann während der Fahrt immer voll auf. Ich besitze ja kein Auto, also lasse ich mich mit dem Taxi zur Praxis bringen. Der Fahrer, den ich an diesem Tag hatte, konnte vor Lachen kaum noch auf die Straße achten. Tabby hat so dermaßen laut und herzzerreißend gemaunzt, dass er mich gefragt hat, wie ich dieses Tier länger als fünf Minuten um mich haben kann. Ja man, der ist eben nur während Autofahrten so drauf!

Bei der Untersuchung wurde ich natürlich als erstes darauf hingewiesen, dass Tabby zu mopsig ist. Ja. Ich weiß. Wir kämpfen um jedes Gramm. Ist ja nicht so, als wolle ich ihn mästen. Dann kam der ultra hilfreiche Tipp, ich solle mal das Trockenfutter weglassen. Als ich erwähnte, dass ich gar kein Trockenfutter gebe, war die Verwunderung groß. Sorry, er ist einfach ein Schnorrer, ein Mülltonnenplünderer, Wegfutterer, Kampfschlinger und was weiß ich nicht noch alles. Wir sind auf einem guten Weg. Langsam. Ansonsten war bei der Untersuchung fast alles gut. Fast. Die Zähne… Die mussten bei beiden Katern gemacht werden und ich hatte schon damit gerechnet. Das Thema Impfung wurde zum Glück sehr sachlich besprochen. Ich schilderte meine Bedenken und der Arzt sagte mir, er würde es in diesem Fall dann auch eher dabei belassen, die beiden nicht zu impfen. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen! Aber die Zahnproblematik, die blieb.

Also machte ich einen Termin für Anfang April aus, um die Diggis operieren zu lassen. Mir flatterten ganz schön die Nerven, denn die Behandlung kann nur unter Narkose erfolgen und ich hatte Angst, dass ihnen etwas passieren könnte. An diesem Tag hatte ich mir Urlaub genommen, die beiden am Morgen um acht Uhr zur Praxis gebracht und schweren Herzens dort abgegeben. Man sagte mir, man würde mich anrufen, falls etwas Dringendes geschehen sollte. Meine innere Stimme schrie sofort los: „Falls einer von ihnen stirbt, man!“ Also ging ich zu Fuß nach Hause, um mich zu beruhigen. Nur leider hatte ich mein Handy morgens schon dort liegen lassen und war dementsprechend fertig mit den Nerven, als ich zuhause dann schließlich drauf schaute. Aber alles gut, keiner hatte angerufen. Am Nachmittag konnte ich die Abholtour starten und die Katerchen kamen mit sauberen Zähnen nach Hause. Tabby hatte man leider vier Stück ziehen müssen, Snorre „nur“ zwei.

Was mir bei der Heimkehr direkt auffiel: Snorre hatte ein Matschauge. Das rechte Auge war rot und er hat es nicht ganz öffnen wollen und ich dachte: „Okay, beobachte das mal, vielleicht ist das eine Nachwirkung von der OP.“ Gegen Abend wurde es aber immer schlimmer und das Auge schwoll regelrecht zu. Ich habe dann schon meiner Chefin Bescheid gesagt, dass ich am nächsten Tag noch mal zum Tierarzt gehen würde, denn das war ja definitiv nicht normal. Am nächsten Morgen war es noch schlimmer und so musste Snorre noch einmal eingepackt und wieder zum Arzt gekarrt werden. Fand er natürlich gar nicht gut. Ich aber auch nicht. Es stellte sich dann heraus, dass er wohl auf die Augensalbe, die bei OPs verwendet wird, etwas allergisch reagiert hat. Und anscheinend hat er dann auch fleißig am Auge gekratzt und sich mit der Daumenkralle Kratzer in der Hornhaut verpasst, was alles noch verschlimmert hat. Letztendlich wurden ihm antibiotisch wirkende Augentropfen verschrieben, die er drei Mal täglich verabreicht bekommen musste, plus pflegende Tropfen, die ich ihm alle zwei Stunden geben musste. Ach, was hatten wir für herrliche Kämpfe in den darauf folgenden fünf Tagen! Meine linke Schulter zieren immer noch Kratzspuren von seinem Fluchtversuch über meinen Rücken. Allgemein ging es aber ziemlich gut, auf keinen Fall mehr zu vergleichen mit früheren Behandlungsversuchen an seinen Ohren oder an den Wunden an seinem Kopf, wenn die Allergie wieder zuschlug.

Inzwischen ist zum Glück alles verheilt und den Diggis geht es wieder prima. Ich muss nun darauf achten, in Zukunft mehr Augenmerk auf ihre Zähne zu legen, denn das scheint wirklich eine Schwachstelle zu sein. Und Tabby sollte noch mehr abnehmen. Ja, ja… Ich weiß.

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