[Spielzeit] Secret of Mana

In den frühen 90er Jahren haben mein Bruder und ich ziemlich zeitgleich unsere Liebe für Videospiele entdeckt. Zunächst spielten wir bei Freunden, die Konsolen wie zum Beispiel das Nintendo Entertainment System (NES) oder auch einen Atari besaßen. Als Nintendo den Game Boy veröffentlichte, wünschten wir uns jeweils einen und ab dem Moment, in dem wir ihn auch bekamen, war es besiegelt: Wir waren Gamer und würden es immer sein. Mit dem Erwerb eines Super Nintendo Entertainment Systems (SNES) kamen noch mehr Spiele in unser Haus, die vor allem grafisch immer größere Fortschritte vorweisen konnten. Bis heute besitze ich unsere alte Konsole und auch meine absoluten Lieblingsspiele dafür: Zelda – A Link to the Past, Super Mario Kart, Donkey Kong Country und vor allem Secret of Mana.

1993 erschienen (Also vor 25 Jahren, meine Güte!) ist das Original immer noch eines meiner Lieblingsspiele. Ich weiß nicht, wie oft ich es schon durchgespielt habe, wie viele Male ich mich durch diese Welt gekämpft und gelacht habe. Auf jeden Fall sehr oft. Das Design, die Musik und die Geschichte haben mich inspiriert und mich beim Schreiben so mancher Geschichte beeinflusst. Vermutlich können Menschen, die nichts mit Videospielen anfangen können, eine emotionale Bindung zu einem bestimmten Titel gar nicht verstehen, doch tatsächlich gibt es das und bei mir ist eine dieser Bindungen zu Secret of Mana entstanden.

Als ich hörte, dass Square Enix ein Remake plant, war ich zunächst skeptisch. Ich mag aufgewärmte Sachen nicht besonders, oft sind sie lieblos gemacht und man fühlt sich nicht richtig wohl damit. Dennoch beschloss ich, dem Ganzen eine Chance zu geben. So besorgte ich mir das Spiel für die PlayStation4 zum Erscheinungsdatum und begann es nun zum Start meines Urlaubs zu spielen. (Alternativ wäre Wäsche waschen und Küche aufräumen angesagt gewesen. Die Entscheidung, mich stattdessen vor die Konsole zu setzen, war nicht so schwer.)

Square Enix hat zunächst die Grafik etwas moderner gestaltet und im 3D-Stil aufgepeppt. Wirklich schön anzusehen sind die liebevoll gestalteten Landschaften, bei denen auch Wert darauf gelegt wurde, Dinge wie zum Beispiel Wasser realistisch anmuten zu lassen. Die Steuerung und die Menüführung sind jedoch immer noch so simpel wie früher und auch der Aufbau hat sich nicht verändert.

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Hinzugekommen sind verschiedene Zwischensequenzen, die ein wenig an das Cel-Shading der Tales of…-Reihe erinnern, außerdem Interaktionen zwischen den Hauptcharakteren, die sich vor allem beim Besuch eines Gasthauses abrufen lassen .Es ist wirklich schön, die Charaktere nun so detailreich ausgestaltet betrachten zu können.

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Die größte Änderung ist auf jeden Fall die Sprachausgabe. Jede Textausgabe wurde vertont, auch die der nicht spielbaren Charaktere. Weiterhin lässt sich auswählen, ob man die englische oder die japanische Sprachausgabe hören möchte. Untertitel dazu sind in deutscher, englischer, französischer, italienischer, spanischer und japanischer Sprache verfügbar. Ich habe mich für die japanische Sprachausgabe und englische Untertitel entschieden. (Vor allem, weil Emiri Kato die Rolle der Popoi spricht.) Ich habe gehört, dass in den deutschen Untertiteln ein paar Figuren neu benannt wurden, was wohl einigen Leuten sauer aufgestoßen ist. Mich persönlich stört das nicht wirklich, allerdings spiele ich auch mit englischen Untertiteln und dort ist alles beim Alten geblieben.

Die Musik ist allerdings nicht einfach übernommen worden, sondern hat ein Make Over erhalten. Einige Stücke wurden orchestriert, die meisten neu vertont und teilweise neu arrangiert, jedoch ohne das Original aus den Augen zu verlieren. Mir gefällt der neue Soundtrack sehr gut, allerdings wurde eine Option eingebaut, die es erlaubt, auch den alten Soundtrack zum Spiel zu hören.

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Besonders schön finde ich die liebevoll gestalteten Designs der Neuauflage. Im Menü findet sich zum Beispiel ein Überblick über alle Gegner sowie auch über die vorkommenden Charaktere und die verwendeten Waffen. Sie lassen sich alle einzeln betrachten und auch drehen, um sie von allen Seiten ansehen zu können. Gerade für Cosplayer sehr praktisch! (Ja, man denkt bei jedem Spiel bereits darüber nach, was man wie umsetzen könnte.)

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Bisher habe ich etwa 4 Stunden gespielt und ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht vom Ergebnis der Überarbeitung. Ich freue mich, wieder einmal in diese Welt und ihre Geschichte abtauchen zu können und dabei die vielen hinzugekommenen Details zu bewundern. Sogar die Händler, die im Original immer hinter ihrer Theke abzappelten, hat man wieder zum Tanzen gebracht! Es macht wirklich großen Spaß, Secret of Mana zu spielen. Und ob man es nun aus Nostalgie tut oder das Spiel zum ersten Mal entdeckt: Ich bin mir sicher, man wird seine Freude daran haben.

Tante Edith sagt: Die Bilder habe ich im Schweiße meines Angesichts von meinem Fernseher abfotografiert. Man sehe mir also die etwas miese Qualität nach.

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Frauen, die Tanks spielen.

Ich liebe zocken. Videospiele, Computerspiele, Handyspiele… Mir völlig egal. Wenn das Spiel gut ist, bin ich dabei. Einige Menschen schauen mich deshalb schon mal schief an, aber was soll’s, ist eben mein Hobby. Es halten sich ja anscheinend immer noch die alten Vorurteile, Gamer seien unsozial, dreckig, fett (Okay, hahaha.) und faul. Ach, dumm und gewaltbereit, das habe ich noch vergessen. Ja, ich fasse kaum, wie gewaltbereit ich bin. Rette auf dem Balkon Marienkäfer und Bienen vor den Attacken meiner Kater, kann keine Mücken erschlagen und weigere mich auch standhaft, Probleme mit Gewalt zu lösen. Aber Amoklauf und so. Machen ja alle, die am Computer spielen. Wissen wir.

/ironieaus

Am liebsten mag ich Rollenspiele.

Hintergrundinformation für Unbeleckte: Rollenspiele sind Spiele, in denen man mit seinem Hauptcharakter die Prinzessin aus den Fängen des Drachen rettet. Quasi. Meist sind sie in fantastischen Welten angesiedelt, man steuert einen Charakter, der eine Heldengruppe um sich schart und sich aufmacht, die Welt vom Bösen zu befreien. Hinter all dem steckt eine oft komplizierte Geschichte, die sich durch die recht ansehnliche Spieldauer von vielen, vielen Stunden zieht. (Zwischen 20 und 50 Stunden ist eher die Norm als die Ausnahme.)

Meine Favoriten sind die japanischen Rollenspiele. Ich liebe einfach diesen speziellen Stil und das Charakterdesign. Die bekanntesten Reihen sind wohl „Final Fantasy“ und „Tales of…“, das gerade in den letzten Jahren hierzulande extrem beliebt wurde.

Square Enix, die Macher von „Final Fantasy“ haben bereits mit dem elften Teil erstmals ein MMORPG der Reihe herausgebracht. Das lief wohl nicht ganz so mies, denn Teil vierzehn wurde wieder als MMORPG aufgezogen.

Mehr Hintergrundinformationen: MMORPG ist eine Abkürzung für massively multiplayer online role-playing game. Also im Grunde ein Spiel, in dem jede Menge Leute online miteinander agieren können. Es gibt in der Regel eine Hintergrundgeschichte, Charaktere, die vom Computer gesteuert werden und viele Helden, die sich gemeinsam durch Monster schnetzeln.

„Final Fantasy XIV“ ist in Eorzea angesiedelt, einem ziemlich gebeutelten Kontinent, der am Rande eines Krieges steht. Mal wieder. Beim letzten Mal wurden ganze Landstriche teilweise so sehr verwüstet, dass kaum noch Leben möglich war. Damit das nicht wieder passiert, kommt der Charakter des Spielers zum Zug. Man beginnt ganz klein mit Botenaufträgen und findet sich dann später Auge in Auge mit den größten Bedrohungen des Reiches wieder. Ziemlich steile Karriere. Wenn man auf so was steht.

Angefangen habe ich das Spiel zusammen mit zwei Freundinnen und natürlich haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wer welche Rolle einnehmen soll. Man kann zwischen verschiedenen Rassen und Klassen wählen, so dass man nachher entweder als Heiler die Gruppe am Leben hält, als Tank vorn am Gegner steht und den Schaden einsteckt oder als Schadensausteiler den Feinden ordentlich auf die Mütze gibt. Da wir es recht ausgewogen haben wollten und keiner so richtig willig war, sich auf die Omme hauen zu lassen, bin ich Tank geworden. Bis heute ist das meine Hauptklasse und ich lasse mich regelmäßig zusammenschlagen.

Macht mir das Spaß? Ja! Ich bin zwar immer ein wenig unsicher, wenn ich mit einer fremden Gruppe gehe oder wenn ich die Mechanik der Kämpfe nicht kenne, aber dennoch liebe ich das Tanken. Nur eines liebe ich nicht. So gar nicht.

Immer noch scheint der Tank eine typische Klasse für Männer zu sein. Selbst die meisten weiblichen Charaktere im Spiel, die ein Schild in der Hand halten, werden von Männern gespielt. Und das schlägt sich oft im Umgangston nieder. Meist wird man von den Mitspielern in kurzen, sehr bestimmten Worten dazu aufgefordert, Dinge an seiner Art zu spielen zu ändern. Okay, ich muss differenzieren. In den Zeiten, als ich noch „World of Warcraft“ spielte, habe ich auch zeitweise einen Tank gespielt. Und in verschiedenen Kämpfen bin ich so fies angegangen worden, dass ich manchmal kurz vorm Heulen war. Das Niveau dabei war unterste Schublade. Noch nie habe ich eine so unfreundliche und miese Community erlebt wie damals bei WoW. Unter anderem war das ein Grund, aus dem ich aufgehört habe. Es wurde einfach immer schlimmer. Bei FFXIV jetzt ist dieses Problem nicht mehr so groß. Die meisten Leute sind super nett und hilfsbereit, sobald man klar macht, dass man nicht ganz so sicher ist. Das hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Allerdings merkt man schon, dass sich die Leute anders verhalten, sobald sie feststellen, dass ihr Tank kein Mann ist, sondern eine Frau.

Ich bin sicherlich nicht die beste Spielerin, die rumläuft. Ich mache das zum Spaß, derzeit bin ich etwa zwei Mal pro Woche online. Wenn ich Lust habe, auch öfter. Aber in dieser Zeit will ich Dinge tun, die mir gefallen, und mich nicht für Erfolge abhetzen, die ich eh nicht brauche. Allerdings bin ich auch nicht so schlecht, dass ich alle zwei Meter tot umfalle. Aber jedes Mal, wenn jemand mitbekommt, dass ich weiblich bin, geht es los: Gute Tipps und Ratschläge, lieber langsam machen, bloß nicht zu viele Gegner auf einmal angreifen… Warum? Machen mich meine Brüste inkompetent? Ist die Voraussetzung für den richtigen Gebrauch meines Schildes ein ausreichender Testosteronspiegel? Nach jedem erfolgreich umgeprügelten Boss kommt dann ein: „Gut gemacht!“ Ähm… Ja? Danke? Sagt ihr das auch zu euren männlichen Kollegen?

Am Anfang fand ich es noch witzig, wenn mir das passiert ist. Ich dachte: „Ach, wie nett!“ Aber inzwischen nervt es mich. Immer öfter frage ich mich, wieso man so behandelt wird. Oder ist da was dran, dass Frauen nicht so gut spielen? Oder verhätschelt werden müssen im Spiel? Zum Thema „gut spielen“ könnte man ja mal meine Freundin Mel fragen, die hat bisher noch jeden Mann an die Wand gezockt. Ich bin immer heimlich ganz stolz auf sie.

Ich möchte nicht so weit gehen, von Sexismus zu sprechen. Aber dass von mir als Frau nicht genau so viel erwartet wird wie als Mann… Das finde ich schon unfair. Woran liegt das? Ist es das Gesellschaftsbild? Ist bei vielen Jungs und Männern noch nicht angekommen, dass immer mehr Frauen auch zocken?

Hey, Jungs! Bitte macht euch mal klar, dass wir Mädels es genau so drauf haben wie ihr. Oder eben nicht. Wie ihr auch. Das Geschlecht ist nicht dafür verantwortlich, wie gut wir in etwas sind. Unsere Einstellung und unser Talent sind es. Also in Zukunft mal ein bißchen drauf achten, wie ihr mit euren weiblichen Mitspielern umgeht. Ja? Das wäre super!

Blizzard, das ist leider nicht geil.

Und da ist es: Das neue Addon für den bereits seit 10 Jahren bestehenden MMORPG-Giganten „World of Warcraft“. Mit „Warlords of Draenor“ sollte alles besser, größer, hübscher und überhaupt geiler werden!

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Nachdem ich im letzten Jahr eine Pause mit WoW eingelegt hatte und beinahe 12 Monate gar nicht mehr gespielt habe, wollte ich das neue Addon aber unbedingt haben. Zum einen, weil ich einfach neugierig war, was Blizzard sich nach (dem eher unsäglichen) „Mists of Pandaria“ hat einfallen lassen, zum anderen, weil ich ein großer Fan der Draenei bin und sich die Geschichte um Draenor und den Krieg zwischen den Draenei und den Orcs dreht. Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, und in den letzten Jahren hat sich eine Spielepolitik eingebürgert, die eigentlich kaum noch vertretbar ist, und jetzt auch endgültig Blizzard erreicht hat.

Aber von vorn.

Bereits zur Einführung des Addons gab es massive Probleme. Und mit massiv meine ich: Das Addon war teilweise unspielbar. Schon bei den vorigen Addons gab es immer mal wieder Schwierigkeiten mit der Serverauslastung. Es waren einfach nicht genug Kapazitäten vorhanden, um den Spielern einen reibungslosen Ablauf zu bieten. Die Folgen waren Verbindungsabbrüche, teils nicht funktionierende Quests und Zonen, die zeitweise kaum zu betreten waren. Das war bereits ärgerlich, aber kann ja mal passieren. Mit „Warlords of Draenor“ wurde diese Problematik aber nun auf die Spitze getrieben. Niemand weiß so genau, was sich Blizzard gedacht hat (oder ob da überhaupt gedacht wurde) als sie das Addon live schalteten. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Garnison, die man als Stützpunkt auf Draenor errichten muss. Über die Garnison laufen sowohl alle für die Story relevanten Questreihen als auch Features wie Handwerksbetriebe zum Leveln der Berufe. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Anhänger auf Missionen zu schicken und dadurch spezielle Items, Gold oder Erfahrungspunkte zu gewinnen. Man ist also auf eine funktionierende Garnison angewiesen. Irgendwie nur dumm, dass in den ersten Tagen kaum ein Spieler in der Lage war, seine Garnison auch wirklich problemfrei zu betreten. Entweder man kam erst gar nicht rein („Instanz nicht gefunden“) oder man stand tatsächlich drin und weit und breit war kein NPC zu sehen, mit dem man agieren konnte. Der Grund dafür waren die überlasteten Server. Die Garnison ist ein instanziertes Gebiet und jeder Spieler, der nach Draenor geht, muss sie bauen. Wenn ich also ein Addon herausbringe und die Vorverkaufszahlen kenne, dann noch abschätze, wie viele Spiele wohl abseits vom Vorverkauf noch über die Theke gehen und nicht dafür sorge, dass all diese Menschen möglichst problemfrei spielen können, dann habe ich doch irgendwas falsch gemacht, oder?

Wie schon erwähnt: Das kann mal passieren. Aber beim inzwischen 5. Addon sollte man doch bereits etwas schlauer sein.

Die Garnison war aber nur eine Sache. Da gab es ja noch das Problem, dass die Realmserver überlastet waren, weil sich so viele Spieler eingeloggt haben. Die Folge: Verbindungsabbrüche und PotenzLatenzprobleme. Und als ob das nicht bereits nervig genug gewesen wäre: Auch die Instanzserver spielten nicht mehr mit. Weder in der neuen, noch in der alten Welt. Haustierkämpfe auf Draenor? Unmöglich. „Die Kampfarena konnte nicht erstellt werden.“ Viele Quests waren so verbuggt, dass sie kaum durchzuführen waren. Der Unmut der Spieler wuchs und wuchs. Und Blizzard? Die beschränkten die Zugänge zu den Realmservern und saßen die Sache aus. Nicht zum ersten Mal. Bei „Diablo 3“ gab es ganz ähnlich geartete Probleme und anscheinend ist man nicht gewillt, seinen Kunden (denn nichts anderes sind die Spieler schließlich) größtmögliche Qualität für ihr Geld zu bieten. Angesichts sinkender Spielerzahlen und einem gewaltigen Shitstorm bei jeder Aktion dieser Art sollte man sich vielleicht doch anders verhalten.

Als Reaktion auf massenweise Beschwerden in den WoW-Foren und bei der Verbraucherzentrale kamen natürlich Kommentare von offizieller Seite. Die lauteten in etwa: „Wir haben Probleme. Bitte folgt uns auf Twitter.“ Wirkliche Infos wurden aber auch dort nicht weitergegeben. Als sich die Lage auf den Servern dann einigermaßen normalisierte, wurde von Blizzard ein Serverneustart durchgeführt, der die Probleme beheben sollte. Nun, behoben hat er sie nicht, aber diejenigen, die sich bereits verbessert hatten, wieder verschlimmert. Wer sich in der Garnison ausgeloggt hatte, war nun nicht mehr in der Lage, sich wieder einzuloggen. Kam man doch ins Spiel, war die Garnison in vielen Fällen wieder nicht betretbar.

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Ein ewiges Hin und Her. Ich bewundere die Leute, die bei so was ruhig bleiben können. Mir fällt das schwer. Und dabei bin ich schon wesentlich ausgeglichener als zum Beispiel mein Freund, der hier regelmäßig geschimpft hat wie ein Rohrspatz. Ihn können auch die 5 Tage kostenlose Spielzeit, die Blizzard als Entschädigung hat springen lassen, nicht milde stimmen. Was aber auch daran liegt, dass so Dinge wie die Berufe etwa total vermurkst wurden und die Herstellung von qualitativ hochwertigen Items nicht nur langwierig ist, sondern inzwischen auch einem Glücksspiel gleicht. Aber das ist ein anderes Thema…

Ich erwarte eigentlich, dass ich für Geld, das ich bezahle, eine angemessene Leistung erhalte. Nicht nur bei (Online-)Spielen, sondern generell in der Wirtschaft. Wenn ich mir ein Buch kaufe, dann möchte ich es ja auch sofort lesen können und nicht erst eine Woche lang rumeiern, damit man mir falsch gedruckte Seiten, die kaum lesbar sind, ersetzt. Ich finde nicht, dass das zu viel erwartet ist, auch wenn es einige Leute gibt, die sich mit so Sprüchen wie „Etwas Käse zum Whine?“ oder „Maul! Gewöhn dich dran!“ drüber lustig machen, wenn man unzufrieden ist. Doch als Verbraucher habe ich ein Recht auf einwandfreie Ware. Ich gehe einen Kaufvertrag ein, erfülle meinen Part mit der Zahlung und erwarte, dass der Handelspartner seinen Part auch erfüllt. Bei 40 Euro für das Addon (entsprechend mehr für die Collector’s Edition) und rund 13 Euro Nutzungsgebühr pro Monat kann man da schon ein paar Ansprüche stellen, finde ich. Und vom Kaufvertrag zurücktreten ist inzwischen auch nicht mehr möglich, denn durch das Angebot von Spielen über Downloads mit entsprechenden Codes ist ein Umtausch nicht mehr drin. Da bleibt dann nur noch der Ärger über das Geld, das man zum Fenster raus geworfen hat.

Mein Fazit: So schön das Addon vom Inhalt her auch ist – von der technischen Seite und vom Support bin ich stark enttäuscht. Ich habe nicht den Eindruck, dass hier der Spieler als Kunde und als Teil der Welt noch wichtig ist, sondern dass am Ende wieder nur das Geld zählt, das der Esel „World of Warcraft“ scheißt. Eine Entwicklung, die ich überall sehr traurig finde, denn Kundenbindung ist das auf keinen Fall. Das Aussitzen von Problemen ist keine Lösung, auf die man stolz sein kann oder für die man etwas getan hat. Es wird vermutlich noch lange genug Spieler geben, die sich in den Welten Azeroth und Draenor tummeln. Ob es letztendlich genug sein werden, um weiterhin so viel Geld in die Kasse von Blizzard zu spülen, wird man sehen. Und wie lange ich dabei bleiben werde, wenn ich den Hauptinhalt von „Warlords of Draenor“ durch habe – wer weiß.

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