Der Weg zum Herzen dieser Frau…

… führt über ihre Kater. Das habe ich vor einiger Zeit festgestellt und mir wird das nun auch immer klarer. Einige Menschen aus meinem Umfeld sagen mir schon mal, dass ich mit meinen Diggies total übertreiben würde, dass ich mich zu sehr kümmere und dass sie einfach viel zu viel dürfen. Ich weiß, dass ich meinen Mietzis total verfallen bin und dass sie von mir sehr verwöhnt werden. Aber ich habe kein Problem damit. Klingt jetzt vielleicht blöd, aber sie sind meine Familie und sie gehören zu mir wie Kinder zu ihren Müttern. Ja, der Vergleich ruft oft Unmut hervor, aber so empfinde ich das eben. Und seit ich für mich beschlossen habe, dass ich keine Kinder bekommen möchte, hat sich dieses Gefühl bei mir auch noch verstärkt.

Überhaupt ist dieses Kinderthema wirklich nervig. Vor einigen Jahren durfte ich mir anhören, ich würde keine Kinder haben wollen, weil ich die Katzen hätte. Nein, eigentlich hatte das eher was mit Kommunikationsproblemen und meiner generellen Angepisstheit über die damalige Situation zu tun. Nachdem sich da einiges getan hatte, wurde mir klar, dass die Zeit, in der ich mir hätte vorstellen können, eine Mutter zu sein, vorbei war. Das bin einfach nicht ich. Nicht, dass ich generell ein Problem mit Kindern hätte. Ich bin gerne Tante, ich liebe meinen Neffen. Ich liebe auch meine Tiere, ich würde alles für sie tun, aber das ist eine vollkommen andere Grundlage, auf die ich mich einlassen kann. Die Sache ist also durch. Ich bezweifle, dass sich meine Einstellung dazu noch mal ändern wird. Sollte sie es tun: Okay. Dann ist das so. Nichts ist für immer. Und dennoch musste ich mir gerade letzte Woche an meinem Geburtstag wieder anhören, dass ich mir doch ein Kind zulegen soll, das könne ich mir ja einfach von jemandem machen lassen, wäre ja kein Problem mehr heutzutage. So viele Mütter seien alleinerziehend, man brauche keinen Mann dafür. Und wenn ich das jetzt nicht tue, dann bereue ich das sicherlich in einigen Jahren. Was zum…? Ich möchte nicht wiedergeben, wer das gesagt hat, doch es war für mich eine absolute Grenzüberschreitung. Bei aller Liebe, aber das geht einfach zu weit. Ich akzeptiere die Entscheidung jeder Frau, die ein Kind möchte, doch ich erwarte auch, dass man akzeptiert, wenn man keines will.

Doch noch schlimmer scheint es zu sein, wenn man kein Kind möchte, sich dafür aber für Tiere entscheidet. Man wird sofort als etwas verschroben abgestempelt, als emotional unreif, nicht bindungsfähig und (natürlich) auch als alte Jungfer. Viele denken sofort an die Katzenlady aus den Simpsons und die ist nun auch nicht gerade mit positiven Eindrücken besetzt. Ich kann guten Gewissens von mir sagen, dass ich sehr wohl über ausgereifte Emotionen verfüge, definitiv Bindungen eingehen kann und auch ganz klar keine alte Jungfer bin. Ja, ich bin etwas irre, aber das ist nicht unbedingt negativ.

Ich liebe einfach nur Tiere. Für mich ist das Vertrauen eines Tieres eine der reinsten Formen von Zuneigung, die es gibt. Sie belügen dich nicht, sie zeigen dir immer ganz genau, was bei ihnen gerade Sache ist. Sie erwarten von dir keine Wunder, sie wollen nicht, dass du perfekt bist. Du musst dich nicht verstellen. Klar ist es auch nicht immer einfach, aber man gibt sich gegenseitig so viel. Vielleicht kann das nicht jeder verstehen. Das muss auch nicht sein. Für mich ist es einfach wunderbar so und ich fühle mich wohl.

Und kommt jemand neues in mein Leben, dann ist es für mich einfach unheimlich wichtig, dass da eine Beziehung zu meinen Tieren aufgebaut wird. Klar, wenn ich einen Bekannten habe, der ab und zu mal bei mir rein schneit, dann muss der nicht völlig aus dem Häuschen geraten wegen der Kater. Aber die Wohnung gehört ihnen und das hat gefälligst toleriert zu werden. Kein Treten, kein Schubsen, kein Scheuchen. Sollte jemand dauerhaft ein und aus gehen wollen, für den gilt dann aber auch: Wer meine Kater nicht liebt, den kann ich auch nicht lieben.

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Kuschelmäuse

Im Herbst und im Winter sind meine Dickies besonders kuschelig. Kommt mir ganz gelegen, denn das ist ja voll mein Ding. Während Snorre gern auf meinem Bauch liegt und zufrieden einschläft, nachdem er stundenlang gekrault wurde und sich fast heiser geschnurrt hat, hat Tabby sich angewöhnt, entweder neben, auf oder zwischen meinen Beinen zu liegen.

Besonders schön finde ich, dass Tabby sich nachts nun meistens vor meinen Bauch legt und morgens nach dem Klingeln des Weckers auch sofort Streicheleinheiten einfordert. So aufzuwachen ist wundervoll. Ich genieße das. Snorre liegt meist auf der rechten Seite des Bettes, die ich nicht benutze, und ich kraule ihn beim Zubettgehen so lange, bis ich einschlafe.

Noch ein Grund mehr, die kalten Monate des Jahres zu lieben. Oder eher zwei Gründe.