The Biggest Loser

Heute geht es wieder los. Die Show der Schwergewichte, „The Biggest Loser“, startet auf Sat1. Dicke Menschen kämpfen darum, möglichst viele Pfunde zu verlieren und im Idealfall am Ende auch noch Geld mit nach Hause zu nehmen. Ich weiß bis heute noch nicht so genau, was ich von dieser Sendung halten soll. Einerseits finde ich es super, dass Menschen dadurch den Antrieb finden, etwas an sich und ihrem Leben zu ändern, ihren Schweinehund zu überwinden und einfach mal durchzustarten. Andererseits finde ich es teilweise viel zu krass, was dort von den Leuten gefordert wird und denke, dass einige Sachen auch nichts mit gesundem Abnehmen und mit Körperbewusstsein zu tun haben. Dennoch… Die Erfolge lassen sich sehen, die Kandidaten gehen durch die Hölle, aber es lohnt sich.

Ich frage mich allerdings, ob sich Gewicht und Lebensführung im Alltag wirklich so halten lassen wie im Camp. Da ich die Sendung generell nicht wirklich verfolge, sondern nur ab und zu mal beim Zappen drauf stoße, fehlen mir vermutlich wichtige Informationen, ob und wie das im Ablauf gehandhabt wird. Doch wenn ich im Camp den ganzen Tag Sport mache, mich verausgabe ohne Ende und nach einer Woche irgendwie 8 oder 10 Kilo abgenommen habe, dann ist ja eigentlich klar, dass sich das in meinem normalen Leben nicht umsetzen lässt. Und wie viele Teilnehmer fallen zuhause wieder in alte Verhaltensweisen zurück?

Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Gedanken dieses radikalen Abnehmprogramms recht verlockend finde. Vermutlich kann man das nur verstehen, wenn man selber viel zu viel Gewicht auf den Rippen hat und sich damit die meiste Zeit einfach widerlich und abstoßend findet. Der Gedanke, das innerhalb weniger Wochen ändern zu können, ist einfach herrlich. Wie das Versprechen eines besseren Lebens. Dass man für dieses Leben selbst verantwortlich ist und dass man ja auch alleine den eigenen Schweinehund überwinden könnte, blendet man da gern aus. Warum man es allein nicht so gut auf die Reihe bekommt als wenn jemand die ganze Zeit hinter einem steht und Dampf macht? Meine Antwort lautet: Weil Alleinsein mich zum Essen bringt. Einsamkeit, Frust, Stress, Langeweile… Das alles sind so Auslöser bei mir. Die negativen Gefühle stopfe ich einfach mit Essen zu und dann geht’s mir besser. Ungefähr 30 Sekunden lang.

Von daher ist bei mir sicherlich auch ein wenig Neid dabei, wenn ich andere dabei beobachte, wie sie es schaffen, auf Kurs zu kommen und sich zumindest mit ihrem Körper wieder wohl zu fühlen. Ich wünsche den Teilnehmern dieser Staffel viel Erfolg. Sie haben jede Menge Hilfe, um es zu schaffen. Nutzt eure Chance.

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Sport ist Mord

Ich bin ein Sportmuffel. Einer der ganz schlimmen, für die es schon körperliche Ertüchtigung ist, wenn sie sich auf dem Sofa von einer Seite auf die andere wälzen müssen. Während sich schwitzende Jogger schnaufend und japsend an ihrem Runner’s High erfreuen, lege ich gern die Füße hoch. Derweil Bodybuilder ihre Muskeln mästen und keuchend Kilos stemmen, gönne ich mir gern ein Nickerchen. Nur selten ereilt mich der Tatendrang und noch seltener gebe ich ihm mit sportlicher Betätigung nach. Nein, lieber nutze ich den Elan dann zum Aufräumen oder Putzen.

Überhaupt bin ich beim Thema Sportarten sehr wählerisch. Es gibt nicht vieles, das mich interessiert. Und noch weniger, das ich selbst ausführen würde. Rhythmische Sportgymnastik und Eiskunstlaufen finde ich toll. Musik, eine schöne Choreografie und so viel Anmut… Natürlich nichts für Quallen wie mich. Gibt es vom Horrorfilm „Der Blob“ einen zweiten Teil? Falls nicht, so könnte man mich einfach beim Versuch des grazilen Hopsens filmen und das Werk „Der Blob II – Speck in der Sporthalle“ nennen. Schwimmen finde ich auch noch ganz nett, darin bin ich sogar gut. Einziges Manko: Im Badeanzug vor anderen Leuten rumrennen. Nicht so mein Ding. Reiten? Zu teuer und vor allem blöd mit meinem Heuschnupfen und eine Qual für das arme Pferd, das mich abbekäme. Vor Jahren war ich in einer Tanzgruppe, das hat viel Spaß gemacht, aber als Leiterin war ich arg gestresst und sportlich war das auch nicht so unbedingt.

Man merkt schon, es ist nicht so leicht mit mir. Ich bin einfach lieber geistig aktiv als körperlich. Dabei kann ich es wirklich brauchen! Mal abgesehen von meinem Übergewicht, das ich reduzieren sollte so lange es noch einigermaßen geht, müsste ich wegen eines Bandscheibenvorfalls eigentlich dringend Rücken- und Bauchmuskulatur aufbauen. Wenn man dafür nur nicht so viel tun müsste…

Aber die Hoffnung stirbt immer zuletzt! Und manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. In meinem Fall: Ich habe mich letzte Woche im Fitnessstudio angemeldet. Das war kein guter Vorsatz zum Jahreswechsel, auch wenn es vom Timing her passen würde. Nein. Kurz vor Silvester hatte ich immer öfter den Drang, einfach mal raus zu gehen und mich zu bewegen. Ich war richtig unruhig und konnte meinen Hintern gar nicht mehr so faul in der passgenauen Kuhle des Sofas parken wie sonst. Das war schon seltsam und irritierend. Ich dachte, dieses Gefühl würde abflauen. Aber nein, es blieb. Und so entstand der Gedanke, mich doch mal wieder in einem Studio blicken zu lassen, um unter fachkundiger Anleitung ein wenig für meinen Körper zu tun. Mein Freund war ziemlich begeistert von dieser Idee und bot direkt an, mir das zu bezahlen, da ich es mir wegen meiner Arbeitslosigkeit gerade nicht leisten kann. Und dass eine Freundin von mir ins gleiche Studio geht und mich somit motiviert, ist natürlich sehr praktisch.

Zu Anfang war ich sehr skeptisch. Fitnesstempel sind nicht gerade meine Wohlfühl-Umgebung. Über die Jahre war ich schon in einigen angemeldet – in Bremen und in Hamburg. Und überall das gleiche: Junge Mädels mit knackiger Figur, die sich fürs Training aufdonnern und sich ihren Ego-Boost beim Lästern über diejenigen abholen, die Bewegung sichtlich nötiger haben als sie selbst. Oder selbstverliebte Muskelmänner, die mit lautem Stöhnen und lustigen Posen so viele Gewichte stemmen wie gerade noch geht. Das war einfach nicht meins. Ich kam mir immer vor wie ein gestrandeter Wal, der von allen begafft wird. Und die Betreuung war oft auch eher… spärlich. Mein jetziges Studio hat mich zum Glück davon überzeugt, dass es auch anders geht. Sehr nette Trainer, eine lockere Atmosphäre und Kunden, die wirklich wegen des Trainings kommen.

Und ja, ich bin fleißig. Klar, es bewegt sich noch nicht irre viel, aber ich bin noch immer motiviert. Auch wenn mir nach den Übungen manchmal Muskeln weh tun, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Und auch wenn mein Puls auf dem Fahrrad bei 170 liegt und ich denke, ich kratze gleich ab oder falle ohnmächtig zu Boden. Vielleicht wird das noch besser. Aufgeben mag ich nicht. Kann sein, dass die Chance besteht, den Landwal noch mal ins Wasser zu schieben. 🙂