Achterbahntage

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sich in meinem Inneren so viel Müll angesammelt hat oder dass ich unter der Last meiner Umgebung zu ersticken drohe, aber mein Gefühlsleben befindet sich auf einer rasanten Fahrt durch die höchste und längste Achterbahn der Welt. Es ist noch gar nicht lange her, dass ich von der Startrampe geschossen wurde – aus der Bequemlichkeit der neutralen Existenz hinauf in eine schwindelerregende Höhe, in der die Angst zuhause ist. Die versuche ich generell zu ignorieren oder weg zu atmen, beides funktioniert je nach Situation eher semi-gut. So lange mein Wagen recht erdnah unterwegs war und sich nur ab und zu mal in eine Kurve gelegt hat, ging es mir auch gar nicht mal so übel. Doch was war das bitte in den letzten Tagen?

Achtung, Triggerwarnung!

Am Montag vor zwei Wochen merkte ich, dass der Druck auf meinen Brustkorb größer wurde. Es presste mich gegen die Rückenlehne meines Bürostuhls. Achtung, der Wagen nimmt Fahrt auf! Ganz gemächlich zuckelte mein Inneres die Rampe zur Abfahrt hinauf. Was langsam begann, steigerte sich in puncto Geschwindigkeit und auch Schieflage. Bald war ich kaum noch in der Lage, klar zu denken vor lauter Anspannung. Ich habe doch Höhenangst, verdammte Hacke! Wieso lässt man mich in so eine Höllenbahn einsteigen? Der Puls raste, ich versuchte mich zu entspannen, dem Unvermeidlichen irgendwie zu entkommen. Aber keine Chance. Ein kurzer Ruck, ein letztes Mal nach unten sehen und schon stürzte sich mein klappriger kleiner Waggon nach unten. Und ich mit ihm. Während mein Inneres außer sich war und wild nach seiner Mami schrie, saß mein Äußeres auf dem Boden hinter ihrem Schreibtisch, umringt von ein paar Arbeitskollegen, und konnte nicht aufhören zu weinen. Die Panikattacke war so heftig, dass ich gar nicht mehr einordnen konnte, ob es wirklich Panik war oder ob ich nun doch sterben müsse.

Eigentlich habe ich das inzwischen gelernt. Ich muss nicht jedes Mal ausflippen, wenn die Todesangst angekrochen kommt. Meist lässt ein kleiner Teil von mir zu, dass ich meinen Zustand zu differenzieren vermag. Mir ist klar, dass es mir gerade so richtig schlecht geht und dass mein Umfeld das weder verstehen noch nachvollziehen kann. Aber ich weiß, dass ich natürlich nicht daran sterben werde, auch wenn sich in dem Moment alles danach anfühlt. Was es so richtig schlimm macht, sind eben meine Gedanken, die sich immer und immer wieder im Kreis drehen und sich mit lustigen „Was wäre, wenn…“-Spielchen die Zeit vertreiben.

An besagtem Montag hat mich die Angst drei Stunden lang im Griff gehabt. Nicht die ganze Zeit über wirklich akut, aber doch so sehr, dass meine Chefin sich ein Herz gefasst und mich nach Hause gefahren hat. In dem Zustand hätte ich niemals in einen Zug steigen können. Das war einer der Momente, in denen ich froh war, inzwischen so offen mit meiner Krankheit umgehen zu können, dass eigentlich jeder Mensch um mich herum weiß, was da von Zeit zu Zeit mit mir los ist und wie eingeschränkt ich dann oft nur reagieren kann.

Eigentlich wollte ich mir am folgenden Tag eine Auszeit nehmen, da ich immer noch extrem angespannt war. Allerdings hat sich meine Kollegin krank gemeldet und so bin ich dann doch zur Arbeit gehechtet und habe mich in den Stress gestürzt. Und Stress war es wirklich. Daher hatte ich mich richtig auf die letzte Woche gefreut, in der die Schule geschlossen blieb. Mein Stapel mit Altlasten sollte es mir danken. Ich wollte so vieles erledigen und auch Sachen fertig machen, die ich danach an andere hätte abgeben können. Hätte… Denn leider kam es nicht so weit. Ich war so beschäftigt mit aktuellen Dingen, Prüfungs- und Kursvorbereitungen, Beantworten von E-Mails und vielem, was einfach „nebenher“ lief, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Und ich musste feststellen, dass meine Achterbahnfahrt noch lange nicht vorbei war. Die Woche über raste ich mit Höchstgeschwindigkeit durch das Tal nach dem Sturz, nahm dabei noch einige Überstunden mit und am Freitag schließlich folgte der nächste Ruck nach unten.

Generell gruselt es mich immer etwas, ganz allein auf der Arbeit zu sein. In den Räumen, die sonst mit Leben gefüllt sind, herrscht Stille. Das ist ungewohnt und nicht schön. Ebenfalls unschön war der riesige Papierstapel auf meinem Tisch. Ich wusste, ich würde das nicht alles innerhalb meiner Arbeitszeit erledigen können. Aber es musste gemacht werden. Keine Chance, denn die Deadline war tatsächlich Freitag. Gegen elf Uhr wurde es dann aber wieder lustig. Der Waggon, der mit meinem Seelenleben über die Bahn ratterte, neigte sich wieder nach unten. Sofort hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Mein Herz raste, meine Hände und Arme wurden eiskalt und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Im Hausflur fuhr der Fahrstuhl auf und ab und auf und ab. Jedes Mal hatte ich Angst, dass nun Kunden zu mir kommen würden, dass ich eine Beratung machen müsste, zu der ich absolut nicht imstande war. In zwei Klassenräumen saßen noch Interessenten mit Einstufungstests. Meine Eingeweide begannen, eine spontane Party zu feiern. Mir war schlecht und ich hätte mich am liebsten hingelegt. Zum Glück war eine meiner besten Freundinnen in dem Augenblick für mich da, hat mich angerufen und mich dadurch abgelenkt bis ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Nur leider fehlten mir durch dieses Theater zwei Stunden und der Druck kam wie eine Welle über mich. Immer und immer wieder. Diese Achterbahn hat die längste Abfahrt weltweit. Ich bin mir sicher.

Gegen vier Uhr am Nachmittag hatte ich schließlich alles erledigt, was ich vor Ort erledigen musste. Also habe ich den Rest eingepackt und mit nach Hause genommen. Nach der Heimfahrt, die mir extrem lang vorkam und auf der ich Blut und Wasser geschwitzt habe, bin ich noch schnell einkaufen gegangen und dann war es schon Zeit für die Nachtschicht. Fertig war ich schließlich gegen 23 Uhr. Zehn Minuten später lag ich bereits im Tiefschlaf.

Ehrlich gesagt bin ich ziemlich genervt. Ich mag keine Achterbahnen. Ich leide unter extremer Reisekrankheit und Höhenangst. Das ist nicht meine Welt. Also warum ist mein Inneres der Meinung, es müsse mich unbedingt auf diese „tolle Tour“ schicken? Wer mich kennt, der wird jetzt schreien, dass mir mein Körper etwas sagen will. Ja, danke, das weiß ich auch. Ich muss kürzer treten. Doch ich sehe im Moment nicht, wie das funktionieren soll. Zumindest nicht in den nächsten zwei oder drei oder vier Wochen. Doch allein beim Gedanken an den Montag zieht es in mir wieder nach oben. Ich verkrampfe mich und ich denke, ich weiß, was kommen wird. Och nee, bitte nicht schon wieder. Gebt mir wenigstens einen Gurt zum Anschnallen. Und eine Kotztüte. Falls das nicht zu viel verlangt ist.

Advertisements

Zwei Welten.

Ich liebe meinen Job. Das habe ich sicherlich schon mal erwähnt. Auch wenn er oft stressig ist, man ständig von Menschen umgeben ist und es dabei einfach völlig egal ist, ob es einem gerade gut geht oder nicht, ob man schlechte Laune hat oder todtraurig ist… Man muss lächeln und das Gefühl vermitteln, am richtigen Ort angekommen zu sein. Das ist mitunter nicht ganz einfach, aber die meiste Zeit über gibt es kein Problem. Denn auch wenn ich morgens mal wirklich genervt bin von der Aussicht auf einen langen Arbeitstag und mich die Menschen im Zug und vor allem am Düsseldorfer Hauptbahnhof bereits übelst nerven: Sobald ich in der Schule angekommen bin, die Kollegen und die Schüler sehe, die ersten Scherze austausche oder umarmt werde, geht es mir besser. Ich habe so ein unglaubliches Glück, in meinem Job aufzugehen und eine Art Familie in meinen Kollegen gefunden zu haben. Ich weiß nicht, bei wem ich mich dafür bedanken müsste, aber ich würde es gern mal tun.

Da ich mich privat ja ziemlich schwer damit tue, neue Menschen kennenzulernen, ist es für mich eine tägliche Herausforderung, mit Menschen aller Couleur zusammenzukommen und mit ihnen zu interagieren. Man könnte es als eine immerwährende Expositionsübung betrachten, die ich da durchlaufe. Aber das ist gut, das brauche ich. Ich darf mich nicht verstecken, darf nicht beginnen, mich vor anderen zu fürchten. Täglicher Kontakt mit Menschen ist anstrengend, aber auch so bereichernd und schön, dass ich darüber oft vergesse, wie unsicher ich anderen gegenüber sein kann.

Doch von Zeit zu Zeit erinnere ich mich.

Grundsätzlich komme ich eigentlich mit all unseren Schülern aus. Mit dem ein oder anderen besser, mit anderen habe ich kaum Kontakt, doch in den drei Jahren meiner Tätigkeit gab es nur eine Handvoll Leute, die ich direkt an die Wand hätte klatschen mögen. Die ignoriere ich dann so weit es geht. Manchmal treffe ich aber auch Leute, von denen ich mich sehr angezogen fühle. Es geht mir gut in ihrer Gegenwart, ich mag ihren Witz und Charme, ihre Art zu reden oder zu denken. Und ich wünsche mir dann, sie würden mich bemerken und vielleicht Zeit mit mir verbringen wollen, doch wir sprechen immer nur kurz in den Pausen oder nach dem Ende eines Kurses und dann verschwinden sie wieder. Bis zum nächsten Tag.

Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass dieses Geständnis ziemlich erbärmlich klingt. So als wäre ich ein kleiner Welpe, der um Aufmerksamkeit ringt. Ja, verdammt, ich gebe es zu: Ich winsle innerlich auch mal vor mich hin und will einfach nur geliebt werden und dazu gehören. Das ist nicht besonders professionell, klar, aber so bin ich nun mal. Nach außen sieht man mir das wohl nicht an, zumindest nicht wenn ich den Aussagen derer glauben kann, die mich täglich erleben. Und das beruhigt mich etwas, denn wie peinlich ist es bitte, die um Zuneigung bettelnde Frau am Empfang zu sein? Ich würde mal sagen: Trolololol!!!11elf!!!

Aber es versetzt mir jedes Mal einen Stich, wenn ich gerne fragen würde, ob man Lust hätte, gemeinsam etwas zu unternehmen, es aber dann doch nicht tue, weil es nicht angemessen ist. Und weil ich weiß, dass ich in einer anderen Welt lebe als die, die ich so bewundere. Die Klassen sind eingeschworene Gemeinschaften, dort entstehen Freundschaften, ich bin aber nur die Frau hinter dem Tresen, die ein paar aufmunternde Worte parat hat oder die Hilfe im Dschungel der Bürokratie anbietet. Und immerhin habe ich ja auch schon gelernt, dass ein Interesse nicht meiner Person gilt, sondern nur dem, was ich bieten kann. Diejenigen, die Kontakt wollten, erhofften sich davon meist nur Vorteile oder haben mich immer um Gefallen gebeten. Hatten sie, was sie wollten, ist der Kontakt schnell beendet gewesen. Ich gebe mir dafür die Schuld. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber man lernt schließlich sein ganzes Leben lang dazu.

Wir leben in verschiedenen Welten. Auf der anderen Seite des Tresens befindet sich ein Kosmos, in den ich nicht eindringen kann.

Es ist ein bißchen traurig, dass ich einen Beruf habe, in dem ich Unmengen von überaus interessanten Menschen kennenlerne, aber dennoch die meiste Zeit in meinem Leben allein verbringe. Ironie des Schicksals. Ich darf einfach nicht so viel darüber nachdenken.

total gelähmt

Ich bin paralysiert. Die Welt ist eingefroren, aber mir ist heiß und ich spüre, dass nicht mehr Hirn sondern Watte meinen Kopf ausfüllt. Jegliches Denken fällt schwer, jeder Handgriff ist eine Überwindung. Ich wünsche mir, dass es aufhört, dass ich mich nicht mehr so fühlen muss, doch dafür müsste ich vorankommen, müsste ich diese ganze Arbeit schaffen und ich weiß nicht einmal mehr, wo ich anfangen soll. Alles ist wichtig, alles muss gemacht werden. Am besten gestern. Natürlich.

Auf meinem Schreibtisch türmt sich die Arbeit. Nicht nur im Büro, da ohnehin. Schon seit Monaten. Nein, jetzt habe ich mir alles, was ich von zuhause aus machen kann, mitgenommen und versuche, hier das Chaos zu beseitigen. So weit es geht. Ich mache das einfach, ich entscheide das eigenmächtig. Eine andere Wahl habe ich kaum. Außer vielleicht die, mit einem Nervenzusammenbruch auf der Arbeit zu sitzen. Dann wäre ich völlig außer Gefecht gesetzt.

Seltsam eigentlich, dass Körper und Geist bei mir so dicht machen, wenn ich überfordert bin. Statt mit viel Kraft und Elan an die Sache zu gehen, sitze ich weinend und verzweifelt über den Papieren, über den E-Mails und bin beinahe handlungsunfähig. Und weil das so ist, entwickelt sich auch noch ein schlechtes Gewissen. Ich leiste nicht genug. Ich schaffe mein Pensum nicht. Niemand kann sich auf mich verlassen. Bla bla in meinem Hirn.

Ich bin gut in meinem Job. Ich liebe ihn. Aber es ist einfach zu viel. Schon vor Monaten habe ich mich gefragt, wie lange ich das noch aushalten und wie viel ich noch geben kann. Inzwischen laufe ich auf Reserve. Noch eineinhalb Wochen bis zum Urlaub. Ich schaffe das schon irgendwie bis dahin. Aber dann muss ich meine großartige Kollegin allein lassen. Und vielleicht wird es zu viel und dann läuft sie auf dem Zahnfleisch. Wir alle haben schließlich noch ein Leben neben der Arbeit. Und sie mehr als ich, mit Familie und allem.

Egal. Erstmal durchatmen. Und dann weitermachen.

Work-Life Balance oder Worklife-Balance?

In den letzten Monaten ist etwas Seltsames passiert. Mein Leben hat Fahrt aufgenommen und an Tempo zugelegt, während es gleichzeitig in eine Art Stasis gefallen ist. Klingt komisch? Stellt euch vor, ihr habt eine ganz gute Balance im Leben gefunden und plötzlich bringt euch etwas vom Weg ab oder sorgt dafür, dass ihr eine Richtung einschlagen müsst, die so nicht vorgesehen war. Dadurch geratet ihr ins Schlingern. Erst unmerklich, dann aber immer stärker und stärker und irgendwann müsst ihr alle Kraft aufwenden, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Dafür vernachlässigt ihr alles andere, für das ihr gern noch Zeit oder Energie aufwenden würdet. Und so fällt ein Teil von euch in Winterschlaf, während ein anderer sich abstrampelt, um auf Kurs zu bleiben. Das ist ein ziemlich fieses Gefühl, weil die innerliche Zerrissenheit wächst und wächst, bis man schließlich wie ein gespanntes Gummiband kurz vor der Zerstörung steht. 

Ich habe das Band stetig weiter auf Spannung gebracht, ohne es wirklich zu merken. Ich habe gearbeitet und dabei Überstunden geschoben, die mir eigentlich nicht viel ausmachten, weil ich den Job gern mache. Mittagspause? Nie gemacht, höchstens mal, wenn meine Chefin mich dazu verdonnerte. Immer erreichbar, immer auf Abruf – auch mental. Die Arbeit wurde zu meiner höchsten Priorität, was auch einem gewissen Grad an Perfektionismus geschuldet ist, denn es musste nicht nur irgendwie laufen, sondern es musste perfekt laufen! So lief das über Monate, denn ich wollte mich beweisen. Ich wollte für andere wertvoll sein. Dass ich mir selbst und meinem Wohlergehen dabei kaum Bedeutung zugestanden habe, ist mir erst in den letzten Wochen aufgegangen. Mit manchmal sechs bis acht Überstunden an einem Tag (Nämlich freitags, wenn ich eigentlich nur bis mittags arbeiten sollte…) habe ich mir selbst die Möglichkeit genommen, mich zu erholen. Ich habe im Gegenteil versucht, mich noch mehr abzustrampeln. Schließlich muss ja alles schaffbar sein. Sicher, mir war bewusst, dass ich für zwei arbeite, aber ändern ließ es sich ja eh nicht. Oder? 

Doch, es lässt sich ändern. Aber das wird niemand anders für mich tun. Da muss ich selbst meinen Hintern hoch kriegen. Klar, das ist nicht unbedingt einfach, aber ich möchte auch nicht die Situation von vor 9 Jahren wiederholen, als ich so überlastet war, dass ich komplett handlungsunfähig wurde. Also muss ich die Notbremse ziehen, Grenzen setzen und vor allem einsehen, dass ich nicht nur geschätzt werde, wenn ich mir den Hintern so dermaßen aufreiße, dass ich in dem Loch selbst versinken kann. 

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich Urlaub. Zeit, um wieder etwas mehr auf mich zu hören und zur Ruhe zu kommen. Während dieser Zeit habe ich gemerkt, was ich alles vermisst habe in den letzten Monaten. Freunde treffen, Cosplay, bloggen, kreatives Schreiben, Videospiele oder auch einfach nur mal abends mit meinem Freund einen Film schauen… Das fand im Grunde gar nicht mehr statt. Und das kann’s ja nicht sein! 

Ich weiß, dass es nicht einfach wird. Ich muss lernen, mich (auch gegen mich selbst) mehr durchzusetzen. Nicht immer andere an erste Stelle rücken. Egoismus ist nämlich nicht immer schlecht, sondern kann auch eine Form von Selbstachtung und vor allem Selbstschutz sein! 

Pendlers Albtraum oder: Bahnstrecke of DOOM!

Ich bin kein großer Fan von Zügen, S-Bahnen oder ähnlichen Gefährten. Jahrelang litt ich unter einer Phobie vor dem Bahn fahren und es gab Zeiten, in denen konnte ich partout nicht in einen Zug steigen. Egal, was ich versucht habe, es endete damit, dass ich heulend auf dem Bahnsteig stand oder mich wie in einer schlechten Filmszene von meiner Freundin auf einem verregneten Parkplatz trösten lassen musste. Der Grund dafür war meine Agoraphobie, die mich auf sicherem Weg in eine Panikattacke stürzte, sobald ich keine Fluchtmöglichkeit aus einem Raum oder einer Situation sah. Und aus einem fahrenden Zug kann man schlecht entkommen, nicht wahr?Einige Jahre und viele Konfrontationstherapien später kann ich nun wieder in den von mir verhassten Bahnen Platz nehmen. Nicht jedes Mal habe ich ein gutes Gefühl dabei, doch die Panik ist verschwunden und ich bin mehr als dankbar dafür. Doch vom entspannten Bahn fahren bin ich immer noch meilenweit entfernt. Und das hat einen Grund, der nichts mit meiner Psyche zu tun hat.Seit Anfang März bin ich ein klassischer Pendler. Also so, wie man sich den immer vorstellt. In einer Stadt rein in den Zug, in der anderen Stadt raus aus dem Zug. Da ich am Rand des Bergischen Lands lebe und Düsseldorf recht nah ist, brauche ich morgens ca. 45 Minuten zur Arbeit. Dabei nutze ich einen Bus und zwei Bahnen. Den Bus bis zum Bahnhof Solingen-Mitte und von dort den Abellio nach Solingen-Ohligs, wo ich schließlich in die S-Bahn nach Düsseldorf einsteige. So weit, so gut. Die Anschlusszeiten sind in Ordnung. In Düsseldorf selbst habe ich noch ein Zeitfenster von etwa 25 Minuten, bevor meine offizielle Arbeitszeit anfängt. Ich versuche allerdings immer 15 Minuten eher da zu sein, da besonders morgens der Andrang im Sekretariat groß ist.

Das Problem an der Sache: Die Bahnverbindungen der Strecken Wuppertal – Solingen und Solingen – Düsseldorf scheinen verflucht zu sein. Ständig sind Züge zu spät oder defekt oder sie kommen erst gar nicht. Im Schnitt jeden zweiten Tag. Da kann ich auch so früh losfahren wie ich möchte: Keine Chance. In der zweiten Märzwoche gab es einen Oberleitungsschaden in Düsseldorf. Irgendein Hirni ist über die Gleise gelaufen, ein Zugführer musste die Notbremsung einleiten und dabei hat es die Oberleitung zerrissen. Resultat: Vier Stunden Totalausfall auf allen Strecken. Ich habe etwa drei Stunden gebraucht, um nach Hause zu kommen. Natürlich waren die U-Bahn und der Bus völlig überfüllt und die Verbindungen per App herauszufinden war so gut wie unmöglich. Mir hat wirklich nur der Zufall geholfen. Es folgten diverse morgendliche Verspätungen aus Richtung Wuppertal, die alle mit den obligatorischen „Verzögerungen im Betriebsablauf“ begründet wurden. Was soll das eigentlich sein? Ich meine, was genau? Denn das kann von „Entschuldigung, da stand eine Kuh auf den Gleisen.“ über „Der Zug wollte nicht anspringen.“ bis „Der Zugführer musste noch mal ordentlich kacken gehen.“ wirklich alles sein. Neulich war es wieder so schlimm, dass die Leute bei Einfahrt des Zuges etwa 30 Minuten nach fahrplanmäßiger Ankunft am Bahnhof Mitte zu applaudieren begannen. Mitte März ist eine Bahn hinter Solingen-Ohligs liegen geblieben, weshalb die Strecke für eine gute Stunde gesperrt wurde. Und letzte Woche ist am Montag Morgen eine S-Bahn wegen technischem Defekt ausgefallen, blockierte die Gleise und legte daher den gesamten Berufsverkehr auf den Schienen lahm. Erst nach ewigem Hin und Her wurden einige Bahnen über Wuppertal umgeleitet. Am Tag danach herrschte Sturm in unserer Region, weshalb bereits morgens der Bahnverkehr ausfiel. Und nur, weil ich es früh genug durch meinen Freund erfahren habe, konnte ich mich noch von meinem Schwiegervater in spe nach Düsseldorf mitnehmen lassen.

Es ist ein Krampf. Sobald ich morgens aufstehe, habe ich schon wieder Angst vor Verspätungen und Ausfällen. Seien wir ehrlich: Es macht keinen guten Eindruck, ständig zu spät zur Arbeit zu kommen. Auch wenn es sich meist nur um 10 Minuten handelt. Meine Chefinnen sind da recht verständnisvoll, aber das macht die Sache nicht besser. Ich muss einfach zuverlässig sein und mit der Deutschen Bahn sowie Abellio habe ich keine guten Partner dafür an meiner Seite.

Die Deutsche Cosplaymeisterschaft und ich

Seit wann arbeite ich für die deutsche Cosplaymeisterschaft? Ich vergesse es immer wieder. 2010? 2009? Ich müsste nachschauen. Angefangen habe ich als Jury, mich dabei aber immer etwas unwohl gefühlt, weil ich einfach nicht das Können derer besitze, die ich bewerten sollte. Ein Auge dafür habe ich, ja, aber meine Hände machen nicht mit. Ich wechselte in die Juryleitung. Achtete darauf, dass die Regeln eingehalten wurden. Brachte mich ein, übte Kritik. Plötzlich war ich zuständig für neue Projekte: Das Magazin, die Vorstellung der Finalteilnehmer. Ich wollte helfen, ich wollte die Idee unterstützen. Dann auf einmal war ich Hauptorga, zuständig für Presse & PR. Wie konnte das passieren? Ich habe mich von Anfang an etwas unfähig gefühlt. Ich wusste, ich würde es reißen können. Irgendwann. Wenn ich mich nur eingearbeitet hätte. Aber es dauerte halt. Und immer dieser Gedanke in meinem Hinterkopf: „Du bist nicht so gut wie die anderen. Du hast kein Recht, hier zu sein.“

Es gibt einige Menschen, die glauben, mich zu kennen. Sie sagen mir, ich hätte Kraft und ich würde irgendwas ausstrahlen – Kompetenz, Sicherheit, so was in der Art. Doch ich denke, diejenigen, die so etwas von mir behaupten, haben im Grunde keine Ahnung. Mein Selbstbewusstein ist ziemlich winzig, ich vergleiche mich viel zu oft mit anderen und fürchte mich davor, dass sie mich nicht leiden können. Darum fühle ich mich unter Fremden nicht wohl. Ich weiß gern, mit wem ich es zu tun habe.

Das letzte Jahr in der Orga war für mich ziemlich anstrengend. Mal abgesehen davon, dass ich (wie jeder andere auch) sehr viel Zeit in die ganze Sache investiert habe, wurde mir in vielerlei Hinsicht bewusst, in was für einer skurrilen Szene wir uns eigentlich bewegen. Bunt, auffällig, laut, tolerant… Nein, nicht tolerant. Leider gar nicht tolerant. Ich fühle mich manchmal wie in einem schlechten Film wenn es darum geht, der Szene etwas Gutes zu tun. Weil es egal ist, was man macht: Man kann nur falsch handeln. Völlig egal, welche Gründe es gibt oder was man erreichen möchte. Wenn man in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, muss man vielleicht abgebrühter sein als ich es bin. Das ist traurig, aber sicherlich wahr. Ich habe im letzten Jahr Beschimpfungen, Rufmord, Hetze, Böswilligkeit, Jähzorn, Hinterhältigkeit, Schadenfreude und noch so einiges mehr aus Richtungen abbekommen, in die ich zuvor nicht geblickt hätte. Einfach, weil ich von dort nichts erwartet hatte. Es ist so furchtbar, dass viele Menschen nicht gönnen können und andere sich sogar auf regelrechten Vernichtungsfeldzügen zu befinden scheinen. Ich kann nicht sagen, woran das liegt. Es erschreckt mich. Und es beunruhigt mich, denn eine leise Stimme in mir fragt, wer noch alles darunter leiden muss. Jetzt und in Zukunft. Ich kam Mitte des Jahres an einen Punkt, an dem ich nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. So sehr ich die Arbeit, den Wettbewerb, das ganze Team hinter der DCM mag… Es ging nicht mehr. Ich wollte einfach nur noch mit Menschen zu tun haben, die ich mag und die mich nicht vernichten wollen, weil ich an etwas mitarbeite, das sie hassen. Ich wollte nicht mehr online gehen und den nächsten Shitstorm sehen, der aus dem Nichts über das Team und mich herein brach. Also beschloss ich, zum Ende dieser Saison meinen Hut zu nehmen.

Die Vorstellung, endlich wieder Ruhe zu haben, keinen immensen Teil meiner Freizeit zu opfern und dafür größtenteils nur angegangen zu werden, hat mir Freude bereitet. Ich fühlte mich, als würde ich meine Freiheit zurück erhalten. Auf der anderen Seite waren da natürlich auch die Zweifel, ob ich einfach so würde gehen können. Ich kenne mich. Ich bin zu pflichtbewusst. Wenn ich mich freiwillig irgendwo einbringe, bedeutet mir das meist zu viel. Ich kann schlecht loslassen.

Vor dem Finale auf der Frankfurter Buchmesse war ich einfach nur im Stress. Die meisten machen sich sicherlich kaum Gedanken darum, was wir alles zu organisieren haben für diesen Wettbewerb. Es ist eine ganze Menge. Und wir werden nicht immer gut unterstützt. Dann war das Event da und mir war ziemlich mulmig. Im letzten Jahr hatte ich mich so verloren gefühlt zwischen allen im Team und den Teilnehmern, denn ich kannte kaum jemanden. Aber in diesem Jahr… Ich wusste plötzlich, wofür ich den ganzen Mist, der gelaufen war, mitgemacht hatte. Genau für diesen Moment. Für diese zwei Tage, in denen wir einfach etwas aufziehen können, was den Leuten Freude bereitet. Und in denen wir auch viel positives Feedback bekommen. Klar, es lief nicht immer alles glatt und es war stressig ohne Ende (Ich habe Sonntag vier Stunden lang versucht, aufs Klo zu gehen…), aber es war einfach großartig.

Als ich nach Hause kam – übernächtigt, hungrig, total im Eimer -, da wusste ich es bereits. Ich würde das nicht aufgeben können. Ich würde dieses Team nicht verlassen können. Nicht diesen Wettbewerb, der einfach nur versucht, den Leuten etwas Schönes zu bieten. Auch wenn viele das vielleicht nicht so sehen. Mir war aber gleichzeitig auch klar, dass ich nicht so weitermachen kann wie bisher. Und darum werde ich einiges ändern müssen. Meinen Posten, meine Zuständigkeiten. Ich werde abgeben müssen, delegieren – was weiß ich. Doch am Ende werde ich immer noch Teil eines Teams sein, in dem ich mich aufgehoben und akzeptiert fühle. Und mit dem ich über den ein oder anderen Hater vielleicht auch lachen kann.

So hab ich mir das nicht vorgestellt.

Achtung! Wer kein Gejammer und Gemotze lesen will, klickt bitte JETZT weg. Danke!

*************************************

Ding Dong! Hört ihr die Glocken bimmeln? Die Engel auf ihren Harfen klimpern? Die schönste Zeit des Jahres wird eingeläutet! Die Arbeitslosigkeit! Schmeisst ne Party, freut euch ein zweites Popoloch, tanzt das Brot! Zuhause sitzen, Bewerbungen schreiben, mit den Finanzen hadern und genau wissen: Das wird doch wieder nur Zeitarbeit. Wenn überhaupt. Es ist zum Heulen. Seit ich hier wohne läuft es beruflich nicht wirklich rund. Entweder verletze ich mich zu Beginn einer Tätigkeit bereits so schwer, dass ich zwei Wochen lang ausfalle und direkt gekündigt werde, oder mein Chef ist ein Widerling, den ich nicht aushalten kann (und schon gar nicht eine Woche lang zu zweit in einer Messewohnung), oder der Einsatz über die Zeitarbeit geht halt zuende und ich werde deswegen „entsorgt“. So langsam bekomme ich ernsthafte Zweifel an mir selbst. An meinem Können, meiner Kompromissbereitschaft und sogar an meiner Persönlichkeit! Inzwischen habe ich auch schon Angst, überhaupt wieder irgendwo neu anzufangen, weil ich ja schon weiß, wie es nach einiger Zeit enden wird. Und ohne Zeitarbeit hat man ja eh kaum noch eine Chance. Vor allem nicht mit einem Lebenslauf wie meinem, hm? Wo man in Vorstellungsgesprächen schon gefragt wird, wieso so viele Firmen pleite gegangen sind, bei denen ich gearbeitet habe. Ja, Himmel, keine Ahnung! Vielleicht griff da jemand gern in die Portokasse oder jemand ist auf Firmenkosten nach Honolulu geflogen, um in Frührente zu gehen oder vielleicht war die Wirtschaftslage einfach kacke…? In solchen Momenten möchte ich Bewerbungsgespräche gern abbrechen und meinem Gegenüber mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen. Würde sicher meine Chancen auf eine Einstellung zerstören, aber wäre eine Genugtuung für mich. Leider befinde ich mich in einer Realität, in der ich so etwas nie tun würde. Allein schon aus dem Grund, dass ich mir gar nicht so schnell die Hose runter ziehen und über den Tisch hüpfen könnte, wie der Sicherheitsdienst (oder wahlweise die Polizei) mich aus der Firma gezerrt hätte. Schon scheiße, wenn man fett ist.

Aber es ist ja nicht nur das Rumhocken in der heimischen Bude und der tägliche Bewerbungswahnsinn. Nein. Es ist auch das unangenehme Gefühl, eine Enttäuschung für meinen Freund und unfähig zu sein, uns ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Ständig Jobs über Zeitarbeit zu haben ist ohnehin schon eine Belastung für die Finanzen. Und wenn aus dieser miesen Bezahlung auch noch Arbeitslosengeld berechnet wird… Hahaha. Es ist ja nicht so, als würde mein Freund übermäßig viel verdienen und könnte uns mit einem guten Puffer über Wasser halten. Ganz im Gegenteil. Ich sag’s mal so wie es ist: Wir sind arme Würste. Und ich auf jeden Fall das ärmere von uns beiden. Ich wünschte, es wäre nicht so. Ich wünschte, ich könnte einfach ein moderates Gehalt beisteuern, wir müssten nicht am Ende des Monats so knapsen und ich bräuchte keine Angst mehr zu haben, dass ich irgendwann nach Hause komme und meine Koffer vor der Tür stehen, weil mein Freund die Schnauze voll hat von mir. Niemand mag Versager. Und man mag sie noch weniger, wenn man mit ihnen zusammen lebt. Punkt.

Irgendwie war mein Gefühl vor einem Jahr noch anders. Als ich hierher kam, da dachte ich, ich könnte beruflich vielleicht sogar was ändern. In eine Richtung gehen, die mir in Hamburg nicht offen stand. Ich hatte so ein unterschwelliges Gefühl von positiver Veränderung. Keine Ahnung, ob ich mich da irgendwie verrannt habe. Ob ich mich habe täuschen lassen von dem „Ich habe alles hinter mir gelassen und fange neu an.“-Phänomen, das Umzügen oft anhaftet. (Obwohl ich das nicht bewusst so empfand, aber ich kenne das noch von früher. Bin ja oft genug umgezogen…) Jedenfalls ist nichts „besser“ geworden. Nur… komplizierter. Weil ich nicht mehr allein für mich verantwortlich bin. Wenn mir Scheiße passiert, dann passiert sie eben nicht nur mir, sondern sie betrifft nun auch meinen Freund. Ich kann nicht mehr einfach sagen: „Ja, Pech, irgendwie komme ich klar.“ Nein, ich bin nun dafür verantwortlich, dass wir beide irgendwie klar kommen. Und unsere Tiere. Das stresst mich ziemlich, denn diese Verantwortung ist für mich okay so lange alles läuft. Doch wenn es so lustig schlingernd nach unten geht, dann schreit mir mein Hirn zu, dass ich einfach eine Versagerin bin und dem Leben nicht gewachsen und ich denke, ich muss mich beweisen… Irgendwie. Damit ich es wert bin, weiter normal behandelt zu werden. Klingt schräg? Willkommen im meinem Kopf!

Was mir dann natürlich arg hilft, ist Akzeptanz. Und Zuneigung. So zum Beispiel wenn ich ganz liebe Freunde frage, ob sie mich nicht mal besuchen kommen möchten…? Ich sage euch, es verdirbt einem schon den Tag, wenn man als Antwort erhält, man wäre ja schließlich freiwillig an den Arsch der Welt gezogen, da würde man mir nicht hinterher laufen. Na, das erklärt auch, warum andere Leute auf meine Nachfragen und Einladungen gar nicht erst reagieren. Weil man mir nicht hinterher laufen will. Okay, wäre das auch geklärt. „Hier, ein Messer, ganz neu und aus rostfreiem Edelstahl! Gleitet durch Fleisch wie durch Butter. Probier’s doch gleich mal an meinem Herzen aus!“

Ich weiß gar nicht, was mein Umzug mit meinen Freundschaften zu tun hat. Ich habe es neulich zu meinem Freund gesagt und ich sage es gern wieder: Das war eine der besten Entscheidungen, die ich in den letzten Jahren getroffen habe. Wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann wäre ich gern im Norden geblieben. Aber ich bin nun mal hier, weil ich einen Mann gefunden habe, mit dem ich gern mein Leben teilen möchte. Und zwar nicht nur für ein paar Monate, sondern gern erheblich länger. Weil ich ihn liebe. Da muss man auch mal Entscheidungen treffen, die nicht so leicht sind, aber mit denen man dann leben muss. Nicht nur man selbst, sondern auch die Menschen, die einem nahe stehen. Ich mache so was nicht, um jemanden zu verletzen. Wie krank wäre das? Ich hab zwar ein paar psychische Probleme, aber so wild ist es nun auch wieder nicht. Durch die neue Situation und die neue Umgebung war ich plötzlich wieder mehr auf mich allein gestellt. Ich hatte keine „Anker“ mehr, an denen ich mich festhalten konnte. Dadurch habe ich gelernt, mir selbst wieder mehr zu vertrauen. Was ich inzwischen wieder mache – Bahn fahren, weite Strecken allein mit dem Auto fahren, angstfrei in Urlaub fahren -, das war seit Jahren nicht mehr so locker möglich. Und ich bin verdammt dankbar dafür. Also ja: Ich fühle mich hier wohl. Ich habe es nicht nötig, mich wie ein bockiges Kind gegen alles zu stellen, was mich umgibt, auch wenn Solingen eher… nun ja, mittelmäßig geil ist. So als Stadt gesehen. Aber scheiss drauf. Ist halt der Arsch der Welt. Schade, dass das mehr zu zählen scheint als der Mensch, der da wohnt.

So. Und nachdem ich mich jetzt mal so richtig ausgekackt habe, geht’s mir etwas besser. Ich denke, dass jetzt sicherlich einige Leute leicht angepieselt sind oder genervt von meinem Genöle. Aber hey, seht’s mal so: Ich höre mir euer Gemaule auch an. Und das ist manchmal gar nicht so wenig. 🙂

In diesem Sinne…

image