Hitze, Heimat, Hochzeitsfeiern

Ich glaube, ich kenne kaum Leute, die total auf Affenhitze stehen. Genügend, die den Sommer mögen. Aber nur wenige, die sich jubelnd in Temperaturen stürzen, die über 28 Grad liegen. Für mich persönlich ist alles über 23 Grad schon zu viel. Mein Kreislauf streikt dann gerne mal, ich fühle mich aufgrund permanenten Schwitzens total unwohl und mein eh schon massiger Körper dehnt sich noch mehr aus. Im Norden konnte ich das immer einigermaßen aushalten, da meistens Wind ging und die Luft irgendwie… frischer war. Aber ich merke, dass es im Bergischen Land nicht nur ätzend warm wird, sondern auch noch total drückend dazu. Es ist wie in einer großen Sauna, aus der es kein Entkommen gibt. Zum Glück bleibt es in unserer Wohnung relativ kühl. Mit Gardinen oder Rolläden würde es noch kühler bleiben, da die Sonne im Laufe des Tages jede unserer Fensterseiten abwandert und mit ihren Strahlen auf uns schießt. Wie ein übergroßer Todesstern. -_-

Also, nach der Todesstern-Backofen-Sauna-Orgie der letzten Woche freute ich mich unheimlich auf das Wochenende in Ottersberg. Während wir hier schwitzten, waren dort die ganze Zeit so um die 24 Grad. Traumhaft! Und da mein Vater und Danuta Hölzerne Hochzeit feiern wollten, waren wir eingeladen. Am Freitag ging es aber schon gut los: Ferienbeginn in NRW und 120 km Stau auf den Autobahnen. Wir haben uns erst um 21 Uhr auf den Weg gemacht, da war die Strecke wieder frei. Wer hat denn schon Lust, sich in der prallen Sonne durch Blechlawinen zu quälen? Um Mitternacht waren wir schließlich am Ziel und sind auch quasi gleich ins Bett gefallen. Im alten Zimmer meines Bruders. Unterm Dach. Mit nur einem klitzekleinen Fenster, durch das kaum Luft herein kam. Na bravo. Ich habe auch nicht so gut geschlafen, da war es am nächsten Morgen schon fast wurscht, dass die Hitze uns gefolgt war und nun ihr Unwesen im Norden trieb. Argh! Ich hab mich dann abgelenkt, indem ich die Hühner gefüttert habe. Ich finde die so toll! Darf nicht drüber nachdenken, dass sie alle mal im Kochtopf enden werden. 😦

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Denis und ich sind noch zum Dodenhof gefahren, weil er immer so drüber gelacht hat, aber das gar nicht kannte. Ha! Das hat er nun davon! Shoppiiiiiiiing! ❤ Zurück daheim wurde alles für die Feier vorbereitet. Freunde von Papa kamen vorbei und bauten ein wenig Deko auf, ihr Hund Mina lag grinsend daneben.

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Die Feier an sich war sehr nett, vor allem, weil ich halt meine Familie wiedergesehen habe. Was mich dann so richtig genervt hat, waren die Besoffskis am späten Abend. Ich mag es wirklich nicht, wenn man sich so dermaßen den Kopf zuknallt, dass man außer Witzen, die nicht mal mehr dreckig, sondern schon ekelhaft sind, nichts mehr raus bekommt. Von jemandem, den ich alle 10 Jahre mal sehe, will ich nicht bezüglich meines Sexlebens angelabert werden. Und ich will auch nicht, dass der mich fragt, ob ich schwanger bin, weil ich ja nichts trinke. Und erst recht will ich nicht, dass mich so jemand auch noch dafür verurteilt, dass ich dem Alkohol nicht so zuspreche wie er. Das hat mich echt ein wenig wütend gemacht und da ich eh müde war und die Gesellschaft nicht mehr länger ertragen konnte, ohne unhöflich zu werden, bin ich ins Bett.

Am Sonntag sind wir nach Bremen gefahren, um uns mit Vanessa, Andrea und Patrick zu treffen. Es war (natürlich) viel zu heiß, aber die Gesellschaft hat es total rausgerissen. Es war wirklich schön, mal wieder etwas Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen. Außerdem gibt es nur in Bremen den Original Cola-Blatt-Cocktail! Wir haben gemütlich in der Sonne an der Schlachte gesessen und sind danach noch im Schneckentempo durch die Innenstadt und zum Alex.

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Die Zeit ging allerdings viel zu schnell vorbei und als wir uns verabschiedet haben und der Zug nach Hamburg aus dem Bremer Bahnhof fuhr, musste ich ordentlich schlucken. Ich kam mir plötzlich total verloren vor und einsam und das war alles andere als schön. Ein paar Stunden später befanden wir uns auch schon wieder in Solingen. Dank der Klimaanlage im Auto war die Fahrt gar nicht so schlimm. Ich war nur furchtbar müde und konnte nicht schlafen, weil ich immer Angst hatte, dass Denis genau so müde ist wie ich und am Steuer einnickt. Ich bin da wirklich etwas paranoid und weiß nicht mal, warum. Seltsame Sache.

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