Love me Tinder.

Wir alle haben es wohl schon einmal getan. Sei es, um unseren Marktwert zu prüfen, um sich „die Sache mal anzusehen“ oder um ernsthaft nach neuen Kontakten zu suchen. Die Rede ist von der Partnersuche per Internet. Es gibt so wahnsinnig viele Möglichkeiten, online sein perfect match zu finden: Chats, Webseiten, Agenturen, Apps… Und alles als kostenlose oder kostenpflichtige Variante. Was man wählt, kommt nicht nur darauf an, ob und wenn ja, wie viel man für seine Suche bezahlen möchte, sondern auch auf die angestrebte Zielgruppe. Da gibt es Seiten extra für Menschen, die Partner mit Hüftgold bevorzugen, für Landwirte, für Nerds, für diejenigen, die nur auf Sex aus sind, und… und… und…

Seit Jahren beliebt ist die App „Tinder“, bei der man sich kostenfrei anmelden kann und bei allen angezeigten Vorschlägen zunächst nur das Profilbild des Gegenübers sieht. Findet man denjenigen attraktiv, kann man ihn liken. Anderenfalls wischt man ihn einfach weg. Das hat ein bißchen den Charme einer Fleischtheke, an der man sich die schönste Wurst aussucht, ohne etwas über ihre Herkunft zu erfahren. Denn Details zur Person, die man auswählt, erhält man nur, wenn es ein Match gibt, also der Gegenseite das Profil des Likers ebenfalls gefällt. Ansonsten war’s das und man sucht einfach weiter bis sich mal was ergibt.

Ich bin nun nicht gerade der unbedingte Fan dieses Prinzips, aber für wen das so funktioniert, der soll einfach Spaß damit haben. Und ab und zu trifft man ja wohl wirklich nette und lustige Leute. Und auch einige, die nicht so lustig sind. Genau um so eine Person geht es hier. Normalerweise schreibe ich nicht über Sachen, die Freunden von mir passieren. Zumindest nicht so. Aber ich schwöre, ich habe mir die Erlaubnis dazu geholt. Und ich muss es einfach teilen, vor allem, weil ich mich so aufrege und klar machen will, dass so ein Verhalten absolut gar nicht geht!

Aber von vorn…

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit einem Freund, nennen wir ihn Schorsch, über eine Bekanntschaft, die er über Tinder gemacht hat. Er nutzt die App immer mal wieder zwischendurch, aber tatsächlich ist er keiner derjenigen, die nur auf Sexdates aus sind, sondern er wünscht sich eine ernsthafte Beziehung. Nun ja, mit der Dame, die Gegenstand unseres Gesprächs war, hatte sich ein Match ergeben, in den ausgetauschten Nachrichten fand man sich sympathisch und so wurde ein Treffen zum gemeinsamen Frühstück ausgemacht. Schorsch fuhr also zu ihr bzw. in ihre Stadt, nicht zu ihr nach Hause, und lud sie zum Frühstück ein. Alles war wunderbar, man verstand sich gut und am Ende ihres Treffens überreichte die junge Frau, die ich hier Olga nenne, meinem Freund einen Gutschein über ein gemeinsames Burger grillen. Okay, das fand er schon etwas seltsam, aber gefreut hat es ihn natürlich dennoch, denn sie gefiel ihm ganz gut. In den nächsten Tagen schrieben die beiden sich stundenlang und tauschten sich über alles mögliche aus. Gestern bekam ich von Schorsch die Nachricht, dass er wohl Abstand nehmen sollte von Olga. Auf meine Nachfrage berichtete er mir, dass sie im Moment stark erkältet sei und er sie gefragt habe, ob er etwas für sie tun könne. Sie wünschte sich, dass er für sie einkaufen geht und hat ihm auch sofort eine Einkaufsliste geschickt, auf der unter anderem vier Hörbücher standen. Insgesamt kam man da locker auf einen Warenwert von 150 Euro. Weiterhin erzählte er mir, dass Olga arbeitlos wäre und kein Geld hätte wegen jahrelangem Burnout. Im Grunde ist das ja auch nicht schlimm, da bin ich die letzte, die jemanden verurteilt, aber im Zusammenspiel mit dieser Einkaufsgeschichte bekam ich auf einmal ein ganz mieses Gefühl. Zum Glück ist Schorsch ein vernünftiger Mensch und sagte direkt, dass er ihr das bestimmt nicht kauft, denn immerhin wäre er ja auch kein Goldesel, der Geld scheißt. Ich wollte wissen, ob er ihr das auch gesagt hätte und er meinte, ja, aber daraufhin wäre sie wohl ziemlich zickig geworden. Nach dieser Geschichte herrschte erst einmal Funkstille.

Ich habe mich unglaublich über diese Dreistigkeit aufgeregt! Die Frage, ob man für jemanden einkaufen geht, finde ich an sich gar nicht schlimm. Doch wenn ich denjenigen bisher erst einmal gesehen habe, er auch noch in einer 30 km weit entfernten Stadt wohnt und ich eine solche Einkaufsliste schreibe, dann ist das schon ziemlich unverschämt. Mir drängt sich die Frage auf, für wie einfältig oder verzweifelt ich mein Gegenüber halte, wenn ich echt der Meinung bin, dass er das macht. Wenn derjenige in der gleichen Stadt wohnt und ich vielleicht um Tee oder Suppe bitte… Okay. Aber den Rahmen direkt so dermaßen zu sprengen! Unfassbar.

Doch die Geschichte geht noch weiter. Heute Abend hat sich Olga wieder bei Schorsch gemeldet. Sie sagte, es täte ihr leid, es hätte nur am Fieber gelegen, dass sie so eine Forderung gestellt hat und zickig geworden ist. Beim Lesen dieser Nachricht trank ich gerade einen Cappuccino und der kam mir beinahe wieder zur Nase heraus. Das ist ja wohl die dümmste Ausrede, die ich je gehört habe. Ich kenne Leute, die bei Fieber fantasieren, die sich kaum noch artikulieren können, die totalen Unsinn reden. Aber eine Einkaufsliste verfassen? Und dann meinte sie noch, sie wäre in den letzten zwei Tagen im Krankenhaus gewesen. Da frage ich mich allerdings, ob man neuerdings auch als Patient in den Krankenhausküchen kochen darf, denn Schorsch meinte, gestern Abend hätte Olga ein Foto ihrer frischen und selbst gemachten Hühnersuppe bei instagram gepostet. Das war der Moment, in dem ich so laut loslachen musste, dass sich meine Kater total erschrocken haben. Schorschs Kommentar war: „Die hab ich gefressen.“ Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht die Suppe meinte.

Wieso kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier jemand ganz gewaltig ausgenutzt werden sollte? Und warum kommt es mir so vor, als wenn Olga nicht gerade die ehrlichste Haut auf dem Erdenrund ist? Vielleicht reagiere ich ja über, doch die gesamte Geschichte kommt mir einfach seltsam vor. Und sollte sie das nicht sein: Ist es inzwischen normal, sich gegenüber anderen Menschen so zu benehmen und solche Ansprüche zu stellen? Kann ja sein, dass ich da irgendwas nicht mitbekommen habe, denn immerhin war ich ja nun einige Jahre in einer festen Beziehung und konnte die aktuellen Entwicklungen auf Markt der einsamen Herzen nicht verfolgen. Eventuell klärt man mich in diesem Fall hier mal auf. Meiner Meinung nach ist das aber eher der Typ Frau, der das Vorurteil, Frauen hätten es immer nur auf das Geld der Männer abgesehen, ordentlich füttert. Nein, liebe Männer, das ist nicht die Norm. Zumindest hoffe ich, dass ich nicht die einzige Frau bin, die solch ein Verhalten nicht gut heißt. Es würde mich ganz ehrlich mal interessieren, wie ihr das so seht.

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Frauen, die Tanks spielen.

Ich liebe zocken. Videospiele, Computerspiele, Handyspiele… Mir völlig egal. Wenn das Spiel gut ist, bin ich dabei. Einige Menschen schauen mich deshalb schon mal schief an, aber was soll’s, ist eben mein Hobby. Es halten sich ja anscheinend immer noch die alten Vorurteile, Gamer seien unsozial, dreckig, fett (Okay, hahaha.) und faul. Ach, dumm und gewaltbereit, das habe ich noch vergessen. Ja, ich fasse kaum, wie gewaltbereit ich bin. Rette auf dem Balkon Marienkäfer und Bienen vor den Attacken meiner Kater, kann keine Mücken erschlagen und weigere mich auch standhaft, Probleme mit Gewalt zu lösen. Aber Amoklauf und so. Machen ja alle, die am Computer spielen. Wissen wir.

/ironieaus

Am liebsten mag ich Rollenspiele.

Hintergrundinformation für Unbeleckte: Rollenspiele sind Spiele, in denen man mit seinem Hauptcharakter die Prinzessin aus den Fängen des Drachen rettet. Quasi. Meist sind sie in fantastischen Welten angesiedelt, man steuert einen Charakter, der eine Heldengruppe um sich schart und sich aufmacht, die Welt vom Bösen zu befreien. Hinter all dem steckt eine oft komplizierte Geschichte, die sich durch die recht ansehnliche Spieldauer von vielen, vielen Stunden zieht. (Zwischen 20 und 50 Stunden ist eher die Norm als die Ausnahme.)

Meine Favoriten sind die japanischen Rollenspiele. Ich liebe einfach diesen speziellen Stil und das Charakterdesign. Die bekanntesten Reihen sind wohl „Final Fantasy“ und „Tales of…“, das gerade in den letzten Jahren hierzulande extrem beliebt wurde.

Square Enix, die Macher von „Final Fantasy“ haben bereits mit dem elften Teil erstmals ein MMORPG der Reihe herausgebracht. Das lief wohl nicht ganz so mies, denn Teil vierzehn wurde wieder als MMORPG aufgezogen.

Mehr Hintergrundinformationen: MMORPG ist eine Abkürzung für massively multiplayer online role-playing game. Also im Grunde ein Spiel, in dem jede Menge Leute online miteinander agieren können. Es gibt in der Regel eine Hintergrundgeschichte, Charaktere, die vom Computer gesteuert werden und viele Helden, die sich gemeinsam durch Monster schnetzeln.

„Final Fantasy XIV“ ist in Eorzea angesiedelt, einem ziemlich gebeutelten Kontinent, der am Rande eines Krieges steht. Mal wieder. Beim letzten Mal wurden ganze Landstriche teilweise so sehr verwüstet, dass kaum noch Leben möglich war. Damit das nicht wieder passiert, kommt der Charakter des Spielers zum Zug. Man beginnt ganz klein mit Botenaufträgen und findet sich dann später Auge in Auge mit den größten Bedrohungen des Reiches wieder. Ziemlich steile Karriere. Wenn man auf so was steht.

Angefangen habe ich das Spiel zusammen mit zwei Freundinnen und natürlich haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wer welche Rolle einnehmen soll. Man kann zwischen verschiedenen Rassen und Klassen wählen, so dass man nachher entweder als Heiler die Gruppe am Leben hält, als Tank vorn am Gegner steht und den Schaden einsteckt oder als Schadensausteiler den Feinden ordentlich auf die Mütze gibt. Da wir es recht ausgewogen haben wollten und keiner so richtig willig war, sich auf die Omme hauen zu lassen, bin ich Tank geworden. Bis heute ist das meine Hauptklasse und ich lasse mich regelmäßig zusammenschlagen.

Macht mir das Spaß? Ja! Ich bin zwar immer ein wenig unsicher, wenn ich mit einer fremden Gruppe gehe oder wenn ich die Mechanik der Kämpfe nicht kenne, aber dennoch liebe ich das Tanken. Nur eines liebe ich nicht. So gar nicht.

Immer noch scheint der Tank eine typische Klasse für Männer zu sein. Selbst die meisten weiblichen Charaktere im Spiel, die ein Schild in der Hand halten, werden von Männern gespielt. Und das schlägt sich oft im Umgangston nieder. Meist wird man von den Mitspielern in kurzen, sehr bestimmten Worten dazu aufgefordert, Dinge an seiner Art zu spielen zu ändern. Okay, ich muss differenzieren. In den Zeiten, als ich noch „World of Warcraft“ spielte, habe ich auch zeitweise einen Tank gespielt. Und in verschiedenen Kämpfen bin ich so fies angegangen worden, dass ich manchmal kurz vorm Heulen war. Das Niveau dabei war unterste Schublade. Noch nie habe ich eine so unfreundliche und miese Community erlebt wie damals bei WoW. Unter anderem war das ein Grund, aus dem ich aufgehört habe. Es wurde einfach immer schlimmer. Bei FFXIV jetzt ist dieses Problem nicht mehr so groß. Die meisten Leute sind super nett und hilfsbereit, sobald man klar macht, dass man nicht ganz so sicher ist. Das hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Allerdings merkt man schon, dass sich die Leute anders verhalten, sobald sie feststellen, dass ihr Tank kein Mann ist, sondern eine Frau.

Ich bin sicherlich nicht die beste Spielerin, die rumläuft. Ich mache das zum Spaß, derzeit bin ich etwa zwei Mal pro Woche online. Wenn ich Lust habe, auch öfter. Aber in dieser Zeit will ich Dinge tun, die mir gefallen, und mich nicht für Erfolge abhetzen, die ich eh nicht brauche. Allerdings bin ich auch nicht so schlecht, dass ich alle zwei Meter tot umfalle. Aber jedes Mal, wenn jemand mitbekommt, dass ich weiblich bin, geht es los: Gute Tipps und Ratschläge, lieber langsam machen, bloß nicht zu viele Gegner auf einmal angreifen… Warum? Machen mich meine Brüste inkompetent? Ist die Voraussetzung für den richtigen Gebrauch meines Schildes ein ausreichender Testosteronspiegel? Nach jedem erfolgreich umgeprügelten Boss kommt dann ein: „Gut gemacht!“ Ähm… Ja? Danke? Sagt ihr das auch zu euren männlichen Kollegen?

Am Anfang fand ich es noch witzig, wenn mir das passiert ist. Ich dachte: „Ach, wie nett!“ Aber inzwischen nervt es mich. Immer öfter frage ich mich, wieso man so behandelt wird. Oder ist da was dran, dass Frauen nicht so gut spielen? Oder verhätschelt werden müssen im Spiel? Zum Thema „gut spielen“ könnte man ja mal meine Freundin Mel fragen, die hat bisher noch jeden Mann an die Wand gezockt. Ich bin immer heimlich ganz stolz auf sie.

Ich möchte nicht so weit gehen, von Sexismus zu sprechen. Aber dass von mir als Frau nicht genau so viel erwartet wird wie als Mann… Das finde ich schon unfair. Woran liegt das? Ist es das Gesellschaftsbild? Ist bei vielen Jungs und Männern noch nicht angekommen, dass immer mehr Frauen auch zocken?

Hey, Jungs! Bitte macht euch mal klar, dass wir Mädels es genau so drauf haben wie ihr. Oder eben nicht. Wie ihr auch. Das Geschlecht ist nicht dafür verantwortlich, wie gut wir in etwas sind. Unsere Einstellung und unser Talent sind es. Also in Zukunft mal ein bißchen drauf achten, wie ihr mit euren weiblichen Mitspielern umgeht. Ja? Das wäre super!

Verstörende Fundstücke im Internet

Jetzt geht’s endlich im neuen Jahr hier weiter. Ich hoffe, ihr seid alle gut rein gerutscht? Bei uns war Halligalli und volles Haus – sehr lustig, aber auch sehr anstrengend. Ich bin halt einfach so eine dieser Gastgeberinnen, die immer alles perfekt haben will. Und die es dann auch nicht gut verknusen kann, wenn eben nicht alles stimmt. Eigentlich passt das auch gar nicht zu mir, denn ich bin schließlich von Haus aus eher chaotisch und unorganisiert. Ich hab schon mal drüber nachgedacht, ob das was mit dem (noch immer in Ansätzen vorhandenen) Denken „Ich werde nur gemocht, wenn ich was leiste!“ zu tun hat. Vermutlich. Na, jedenfalls war es ganz toll und inzwischen habe ich mich auch wieder erholt und die Wohnung auf Vordermann gebracht.

Mein Silvesterlack. :D

Mein Silvesterlack. 😀

Jetzt aber zum eigentlichen Inhalt dieses Beitrags. Gestern Nacht surfte ich aufgrund akuter Schlaflosigkeit im Internet herum und kam durch irgendeinen Blogeintrag auf eine Seite, um die ich sonst einen großen Bogen mache: 4chan. Wer nicht weiß, um was es sich dabei handelt, dem sei kurz ein Zitat aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel um die Ohren geworfen.

4chan ist eine englischsprachige Website, auf der Bilder veröffentlicht und diskutiert werden, ein sogenanntes Imageboard. Die Seite ist dem japanischen Vorbild 2channel nachempfunden und ist eine der meistbesuchten Seiten des Internets überhaupt. Sie machte durch provokative Netzaktionen auf sich aufmerksam und gilt als Wiege der „Anonymous“-Bewegung. Popularität erfährt 4chan vor allem als steter Quell neuer Web-Phänomene in Text, Bild und Audio.

Ich persönlich kann an 4chan nichts Unterhaltsames finden und stoße auch immer wieder auf übelste Beleidigungen und Hetze vor allem im Bereich Cosplay. Überflüssig zu sagen, dass ich das ziemlich ekelhaft finde, oder? Daher auch der Bogen, den ich um dieses Board mache. Für mich kann der gar nicht groß genug sein. Leider habe ich beim Anklicken des Links in besagtem Blog nicht genau hingeschaut und schwupps steckte ich im request-Bereich der Seite. Dummerweise machte ich den Fehler, nicht sofort wieder weg zu klicken. Und so durfte ich zweifelhafte Bekanntschaft mit den Dingen machen, die in diesem Unterboard nachgefragt werden.

Keine Ahnung, wer sich da alterstechnisch so rumtreibt, aber es werden massenhaft – und wenn ich das sage, dann meine ich das auch so! – Gesuche aufgegeben, die Bildmanipulationen zum Inhalt haben. Und zwar der allerfeinsten Sorte. (Ich möchte hier keine direkten Links oder Screenshots angeben, daher übersetze ich einfach mal frei aus dem Englischen.)

  • [Foto einer jungen Frau, schätzungsweise 20 Jahre, definitiv eine Privataufnahme.] Kann jemand eine Röntgenaufnahme hieraus machen? (Anm.: Gemeint ist das Entfernen der Kleidung und das entsprechende Hinzufügen eines nackten Körpers.) Gern auch Bearbeitungen mit Sperma im Gesicht und auf den Brüsten.
  • [Foto einer jungen Frau, etwa 18 Jahre, wieder eine Privataufnahme.] Ich träume seit Jahren von ihr. Bitte macht sie nackt!
  • [Passbild eines Mädchens, evtl. noch nicht volljährig.] Kann bitte jemand Sperma auf ihr Gesicht machen? Wenn es geht auch noch einen Penis dazu?
  • [Ein Selfie von zwei sehr jungen Mädchen.] Könnt ihr beide nackt machen? Und Sperma auf ihre Gesichter?

Ich könnte noch ewig so weitermachen. In dieser Rubrik werden so irre viele Verstöße gegen die Persönlichkeitsrechte begangen, dass mir schlecht wird. Irgendwer nimmt ein Foto von dir und postet es da und es werden Dinge damit getrieben, die echt widerlich sind. Ich weiß ja nicht, wie das in Amerika gehandhabt wird (wo das Board wohl gehostet wird), aber das kann doch nicht legal sein? Noch dazu vergisst das Internet einfach nie und diese Bilder werden sicherlich irgendwo und irgendwann wieder auftauchen. Einige Leute könnten dadurch echte Probleme kriegen. Und vielleicht sind sogar ein paar dieser Anfragen mit dem Hintergrund gestellt worden, die Person auf den Fotos zu diskreditieren.

somebody-please

Was geht in den Köpfen der Leute vor, die so etwas ins Rollen bringen? Klar, jeder phantasiert mal, ist auch in Ordnung. Wenn ich mir vorstellen will, ich hätte was mit meinem Nachbarn (Gott bewahre!), dann kann ich das in meinem Kopf ausleben. Prima Sache. Aber ich mache doch kein Foto von dem, stelle das ins Internet und hoffe, dass jemand ihm einen riesigen Schwengel dran editiert. Ist das Kopfkino der Menschen bereits so eingeschränkt? Gibt es nicht genug Pornos im Internet, an die man sehr leicht dran kommt? Dann soll man sich da bedienen, aber doch nicht Privatpersonen einfach so ins Netz stellen und alles mit deren Fotos anstellen, was man will! Ekelhaft.

Du bist hässlich, du hast nichts zu sagen!

Es passiert immer wieder: Irgendwo im Internet entbrennt eine Diskussion und es kommt der Punkt, an dem jemand keine Argumente mehr vorbringen kann oder will. Man dreht sich noch ein bißchen im Kreis, niemand will nachgeben und bald fällt ein Satz, den ich schon nicht mehr lesen kann: „Was willst du überhaupt? Guck dich doch mal an!“ Ab diesem Moment ist jegliche Vernunft verloren, denn es geht nur noch darum, sich gegenseitig zu beschimpfen und auf dem Aussehen des anderen rumzuhacken.

Wenn ich so etwas lese, dann werde ich wütend. Ich werde wütend, weil das kein respektvoller Umgang mit anderen Menschen ist. Weil man seine eigenen Unzulänglichkeiten mit denen der anderen überspielen will. Weil es nur noch darum geht, den Gegenüber zu verletzen. Und weil es kindisch und unreif ist und durch die vermeintliche Distanz des Internets angefeuert wird. Ich kenne wenige Menschen, die so mit jemandem reden würden, wenn sie ihm gegenüber stünden. Und diejenigen, die es offen tun, sind – verzeiht das Klischee – 17jährige Rüpel, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind und sich mit „Alder“, „Isch schwör“ und „deine Mudda“ durch die Gegend pöbeln. Im Alltag sind die meisten Menschen zugeknöpft und anständig und korrekt. Es macht im Büro einen besseren Eindruck, vor seinen Kollegen als guter Kerl oder liebenswürdiges Mädel dazustehen. Natürlich, denn der Chef könnte etwas mitbekommen. Aber im Internet? Da kann man seinen Frust und seine schlechten Eigenschaften ruhig ausleben, bekommt ja keiner mit! Leider scheint dabei sehr oft vergessen zu werden, dass hinter dem Account desjenigen, der angegangen wird, auch ein Mensch sitzt. Mit Gefühlen und Sorgen und Hoffnungen. Genau wie man selbst.

Ich wollte hier unbedingt etwas zu diesem Thema schreiben. Meine Meinung kund tun. Einfach mal rauslassen, was mich an dieser Sache so stört. Und darum habe ich ein paar Diskussionen auf facebook durchstöbert sowie einige Blogs gelesen, in denen Diskussionen angestoßen wurden. Und ich brauchte nicht mal lange nach Beispielen für das, was ich meine, suchen. Ein paar gefällig?

du bist doch nur genervt weil niemand mit dir flirtet also tu mal nicht so

Hahahhahahaha bin mir sicher das du solche Probleme auf der Straße hast alle Männer ziehen dich mit ihren Blicken aus

Mach dein hässliches Maul zu!

hätte man dich mal lieber abgetrieben mit deiner hackfresse

Ich frage mich: Wie kommt man überhaupt auf die Idee, die Befähigung eines Menschen, seine Meinung kund zu tun und sich zu ihm wichtigen Themen zu äußern, mit seinem Aussehen in Verbindung zu setzen? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Darf man nur noch seinen Mund aufmachen, wenn man gut aussieht? Befähigt das zu intellektuellen Höhenflügen oder verschafft einem das plötzlich mehr Glaubwürdigkeit? Steht man gar am Rande der Gesellschaft, wenn man Peters oder Paulas Schönheitsideal nicht entspricht? Und weshalb wird einem unterstellt, neidisch auf das Aussehen oder die damit in Zusammenhang stehenden Erlebnisse anderer Menschen zu sein? Man sollte es kaum glauben, doch es gibt noch Menschen, die sich mit anderen Dingen beschäftigen als solchen Oberflächlichkeiten.

Ich durfte mir diesbezüglich mal anhören, ich würde mich (mit einem anderen Blog) ja nur für Cosplayer einsetzen, die etwas mehr auf den Rippen haben als es dem gängigen Schönheitsideal entspricht, weil ich neidisch auf die schlanken und hübschen Mädels wäre und es selber niemals zu irgendwas bringen würde im Bereich Cosplay. Das hat mich damals wirklich tief getroffen, denn erstens ist das einfach nicht wahr und zweitens fand ich es schockierend, was für ein Bild man anscheinend von mir hat und wie schamlos mir damit ins Gesicht geknallt wurde, dass ich mies aussehe. Weshalb sollte ich sonst neidisch auf andere sein? Es stimmt, ich hätte nichts dagegen, schlanker und hübscher zu sein. Aber ich bin nun mal wie ich bin. Für mich ist es nicht erstrebenswert, dürre Beinchen und ein Sixpack zu haben oder extrem wenig Bauch und Po. Ich finde Frauen mit weiblichen Kurven und Männer mit Fleisch auf den Knochen schön. Doch mir würde es niemals einfallen, deshalb auf dünne Menschen loszugehen und ihnen vorzuhalten, sie wären hässlich.

Wie so oft macht die Vielfalt erst die perfekte Mischung aus. Ich kann auch Leute akzeptieren, die anderer Meinung sind als ich. Das erfordert ein gewisses Maß an Toleranz und Reife. Und selbst wenn ich es nicht kann: Nichts gibt mir das Recht, jemanden persönlich so anzugreifen und auf einer Ebene zu beleidigen, die so völlig neben jedem guten Geschmack liegt. Ganz davon abgesehen, dass man sich hier auch einer Straftat schuldig macht – etwas, dessen sich die meisten Stänkerer vermutlich nicht mal bewusst sind. Wer’s nicht glaubt:

§ 185 StGB
Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Und man ist nicht so anonym wie man denkt. Es gibt richtig miese Beispiele für Beleidigungen im Netz. Auch aus meinem eigenen Bekanntenkreis. Und ich wünsche mir manchmal, jemand würde einfach zur Polizei gehen und diejenigen anzeigen, die so etwas verzapfen. Ob sie den Beamten dann auch sagen, dass sie zu hässlich sind, um ihre Arbeit machen zu können? Irgendwas sagt mir, dass dem nicht so wäre…