Achterbahntage

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sich in meinem Inneren so viel Müll angesammelt hat oder dass ich unter der Last meiner Umgebung zu ersticken drohe, aber mein Gefühlsleben befindet sich auf einer rasanten Fahrt durch die höchste und längste Achterbahn der Welt. Es ist noch gar nicht lange her, dass ich von der Startrampe geschossen wurde – aus der Bequemlichkeit der neutralen Existenz hinauf in eine schwindelerregende Höhe, in der die Angst zuhause ist. Die versuche ich generell zu ignorieren oder weg zu atmen, beides funktioniert je nach Situation eher semi-gut. So lange mein Wagen recht erdnah unterwegs war und sich nur ab und zu mal in eine Kurve gelegt hat, ging es mir auch gar nicht mal so übel. Doch was war das bitte in den letzten Tagen?

Achtung, Triggerwarnung!

Am Montag vor zwei Wochen merkte ich, dass der Druck auf meinen Brustkorb größer wurde. Es presste mich gegen die Rückenlehne meines Bürostuhls. Achtung, der Wagen nimmt Fahrt auf! Ganz gemächlich zuckelte mein Inneres die Rampe zur Abfahrt hinauf. Was langsam begann, steigerte sich in puncto Geschwindigkeit und auch Schieflage. Bald war ich kaum noch in der Lage, klar zu denken vor lauter Anspannung. Ich habe doch Höhenangst, verdammte Hacke! Wieso lässt man mich in so eine Höllenbahn einsteigen? Der Puls raste, ich versuchte mich zu entspannen, dem Unvermeidlichen irgendwie zu entkommen. Aber keine Chance. Ein kurzer Ruck, ein letztes Mal nach unten sehen und schon stürzte sich mein klappriger kleiner Waggon nach unten. Und ich mit ihm. Während mein Inneres außer sich war und wild nach seiner Mami schrie, saß mein Äußeres auf dem Boden hinter ihrem Schreibtisch, umringt von ein paar Arbeitskollegen, und konnte nicht aufhören zu weinen. Die Panikattacke war so heftig, dass ich gar nicht mehr einordnen konnte, ob es wirklich Panik war oder ob ich nun doch sterben müsse.

Eigentlich habe ich das inzwischen gelernt. Ich muss nicht jedes Mal ausflippen, wenn die Todesangst angekrochen kommt. Meist lässt ein kleiner Teil von mir zu, dass ich meinen Zustand zu differenzieren vermag. Mir ist klar, dass es mir gerade so richtig schlecht geht und dass mein Umfeld das weder verstehen noch nachvollziehen kann. Aber ich weiß, dass ich natürlich nicht daran sterben werde, auch wenn sich in dem Moment alles danach anfühlt. Was es so richtig schlimm macht, sind eben meine Gedanken, die sich immer und immer wieder im Kreis drehen und sich mit lustigen „Was wäre, wenn…“-Spielchen die Zeit vertreiben.

An besagtem Montag hat mich die Angst drei Stunden lang im Griff gehabt. Nicht die ganze Zeit über wirklich akut, aber doch so sehr, dass meine Chefin sich ein Herz gefasst und mich nach Hause gefahren hat. In dem Zustand hätte ich niemals in einen Zug steigen können. Das war einer der Momente, in denen ich froh war, inzwischen so offen mit meiner Krankheit umgehen zu können, dass eigentlich jeder Mensch um mich herum weiß, was da von Zeit zu Zeit mit mir los ist und wie eingeschränkt ich dann oft nur reagieren kann.

Eigentlich wollte ich mir am folgenden Tag eine Auszeit nehmen, da ich immer noch extrem angespannt war. Allerdings hat sich meine Kollegin krank gemeldet und so bin ich dann doch zur Arbeit gehechtet und habe mich in den Stress gestürzt. Und Stress war es wirklich. Daher hatte ich mich richtig auf die letzte Woche gefreut, in der die Schule geschlossen blieb. Mein Stapel mit Altlasten sollte es mir danken. Ich wollte so vieles erledigen und auch Sachen fertig machen, die ich danach an andere hätte abgeben können. Hätte… Denn leider kam es nicht so weit. Ich war so beschäftigt mit aktuellen Dingen, Prüfungs- und Kursvorbereitungen, Beantworten von E-Mails und vielem, was einfach „nebenher“ lief, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Und ich musste feststellen, dass meine Achterbahnfahrt noch lange nicht vorbei war. Die Woche über raste ich mit Höchstgeschwindigkeit durch das Tal nach dem Sturz, nahm dabei noch einige Überstunden mit und am Freitag schließlich folgte der nächste Ruck nach unten.

Generell gruselt es mich immer etwas, ganz allein auf der Arbeit zu sein. In den Räumen, die sonst mit Leben gefüllt sind, herrscht Stille. Das ist ungewohnt und nicht schön. Ebenfalls unschön war der riesige Papierstapel auf meinem Tisch. Ich wusste, ich würde das nicht alles innerhalb meiner Arbeitszeit erledigen können. Aber es musste gemacht werden. Keine Chance, denn die Deadline war tatsächlich Freitag. Gegen elf Uhr wurde es dann aber wieder lustig. Der Waggon, der mit meinem Seelenleben über die Bahn ratterte, neigte sich wieder nach unten. Sofort hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Mein Herz raste, meine Hände und Arme wurden eiskalt und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Im Hausflur fuhr der Fahrstuhl auf und ab und auf und ab. Jedes Mal hatte ich Angst, dass nun Kunden zu mir kommen würden, dass ich eine Beratung machen müsste, zu der ich absolut nicht imstande war. In zwei Klassenräumen saßen noch Interessenten mit Einstufungstests. Meine Eingeweide begannen, eine spontane Party zu feiern. Mir war schlecht und ich hätte mich am liebsten hingelegt. Zum Glück war eine meiner besten Freundinnen in dem Augenblick für mich da, hat mich angerufen und mich dadurch abgelenkt bis ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Nur leider fehlten mir durch dieses Theater zwei Stunden und der Druck kam wie eine Welle über mich. Immer und immer wieder. Diese Achterbahn hat die längste Abfahrt weltweit. Ich bin mir sicher.

Gegen vier Uhr am Nachmittag hatte ich schließlich alles erledigt, was ich vor Ort erledigen musste. Also habe ich den Rest eingepackt und mit nach Hause genommen. Nach der Heimfahrt, die mir extrem lang vorkam und auf der ich Blut und Wasser geschwitzt habe, bin ich noch schnell einkaufen gegangen und dann war es schon Zeit für die Nachtschicht. Fertig war ich schließlich gegen 23 Uhr. Zehn Minuten später lag ich bereits im Tiefschlaf.

Ehrlich gesagt bin ich ziemlich genervt. Ich mag keine Achterbahnen. Ich leide unter extremer Reisekrankheit und Höhenangst. Das ist nicht meine Welt. Also warum ist mein Inneres der Meinung, es müsse mich unbedingt auf diese „tolle Tour“ schicken? Wer mich kennt, der wird jetzt schreien, dass mir mein Körper etwas sagen will. Ja, danke, das weiß ich auch. Ich muss kürzer treten. Doch ich sehe im Moment nicht, wie das funktionieren soll. Zumindest nicht in den nächsten zwei oder drei oder vier Wochen. Doch allein beim Gedanken an den Montag zieht es in mir wieder nach oben. Ich verkrampfe mich und ich denke, ich weiß, was kommen wird. Och nee, bitte nicht schon wieder. Gebt mir wenigstens einen Gurt zum Anschnallen. Und eine Kotztüte. Falls das nicht zu viel verlangt ist.

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Zwei Welten.

Ich liebe meinen Job. Das habe ich sicherlich schon mal erwähnt. Auch wenn er oft stressig ist, man ständig von Menschen umgeben ist und es dabei einfach völlig egal ist, ob es einem gerade gut geht oder nicht, ob man schlechte Laune hat oder todtraurig ist… Man muss lächeln und das Gefühl vermitteln, am richtigen Ort angekommen zu sein. Das ist mitunter nicht ganz einfach, aber die meiste Zeit über gibt es kein Problem. Denn auch wenn ich morgens mal wirklich genervt bin von der Aussicht auf einen langen Arbeitstag und mich die Menschen im Zug und vor allem am Düsseldorfer Hauptbahnhof bereits übelst nerven: Sobald ich in der Schule angekommen bin, die Kollegen und die Schüler sehe, die ersten Scherze austausche oder umarmt werde, geht es mir besser. Ich habe so ein unglaubliches Glück, in meinem Job aufzugehen und eine Art Familie in meinen Kollegen gefunden zu haben. Ich weiß nicht, bei wem ich mich dafür bedanken müsste, aber ich würde es gern mal tun.

Da ich mich privat ja ziemlich schwer damit tue, neue Menschen kennenzulernen, ist es für mich eine tägliche Herausforderung, mit Menschen aller Couleur zusammenzukommen und mit ihnen zu interagieren. Man könnte es als eine immerwährende Expositionsübung betrachten, die ich da durchlaufe. Aber das ist gut, das brauche ich. Ich darf mich nicht verstecken, darf nicht beginnen, mich vor anderen zu fürchten. Täglicher Kontakt mit Menschen ist anstrengend, aber auch so bereichernd und schön, dass ich darüber oft vergesse, wie unsicher ich anderen gegenüber sein kann.

Doch von Zeit zu Zeit erinnere ich mich.

Grundsätzlich komme ich eigentlich mit all unseren Schülern aus. Mit dem ein oder anderen besser, mit anderen habe ich kaum Kontakt, doch in den drei Jahren meiner Tätigkeit gab es nur eine Handvoll Leute, die ich direkt an die Wand hätte klatschen mögen. Die ignoriere ich dann so weit es geht. Manchmal treffe ich aber auch Leute, von denen ich mich sehr angezogen fühle. Es geht mir gut in ihrer Gegenwart, ich mag ihren Witz und Charme, ihre Art zu reden oder zu denken. Und ich wünsche mir dann, sie würden mich bemerken und vielleicht Zeit mit mir verbringen wollen, doch wir sprechen immer nur kurz in den Pausen oder nach dem Ende eines Kurses und dann verschwinden sie wieder. Bis zum nächsten Tag.

Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass dieses Geständnis ziemlich erbärmlich klingt. So als wäre ich ein kleiner Welpe, der um Aufmerksamkeit ringt. Ja, verdammt, ich gebe es zu: Ich winsle innerlich auch mal vor mich hin und will einfach nur geliebt werden und dazu gehören. Das ist nicht besonders professionell, klar, aber so bin ich nun mal. Nach außen sieht man mir das wohl nicht an, zumindest nicht wenn ich den Aussagen derer glauben kann, die mich täglich erleben. Und das beruhigt mich etwas, denn wie peinlich ist es bitte, die um Zuneigung bettelnde Frau am Empfang zu sein? Ich würde mal sagen: Trolololol!!!11elf!!!

Aber es versetzt mir jedes Mal einen Stich, wenn ich gerne fragen würde, ob man Lust hätte, gemeinsam etwas zu unternehmen, es aber dann doch nicht tue, weil es nicht angemessen ist. Und weil ich weiß, dass ich in einer anderen Welt lebe als die, die ich so bewundere. Die Klassen sind eingeschworene Gemeinschaften, dort entstehen Freundschaften, ich bin aber nur die Frau hinter dem Tresen, die ein paar aufmunternde Worte parat hat oder die Hilfe im Dschungel der Bürokratie anbietet. Und immerhin habe ich ja auch schon gelernt, dass ein Interesse nicht meiner Person gilt, sondern nur dem, was ich bieten kann. Diejenigen, die Kontakt wollten, erhofften sich davon meist nur Vorteile oder haben mich immer um Gefallen gebeten. Hatten sie, was sie wollten, ist der Kontakt schnell beendet gewesen. Ich gebe mir dafür die Schuld. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber man lernt schließlich sein ganzes Leben lang dazu.

Wir leben in verschiedenen Welten. Auf der anderen Seite des Tresens befindet sich ein Kosmos, in den ich nicht eindringen kann.

Es ist ein bißchen traurig, dass ich einen Beruf habe, in dem ich Unmengen von überaus interessanten Menschen kennenlerne, aber dennoch die meiste Zeit in meinem Leben allein verbringe. Ironie des Schicksals. Ich darf einfach nicht so viel darüber nachdenken.

Love me Tinder.

Wir alle haben es wohl schon einmal getan. Sei es, um unseren Marktwert zu prüfen, um sich „die Sache mal anzusehen“ oder um ernsthaft nach neuen Kontakten zu suchen. Die Rede ist von der Partnersuche per Internet. Es gibt so wahnsinnig viele Möglichkeiten, online sein perfect match zu finden: Chats, Webseiten, Agenturen, Apps… Und alles als kostenlose oder kostenpflichtige Variante. Was man wählt, kommt nicht nur darauf an, ob und wenn ja, wie viel man für seine Suche bezahlen möchte, sondern auch auf die angestrebte Zielgruppe. Da gibt es Seiten extra für Menschen, die Partner mit Hüftgold bevorzugen, für Landwirte, für Nerds, für diejenigen, die nur auf Sex aus sind, und… und… und…

Seit Jahren beliebt ist die App „Tinder“, bei der man sich kostenfrei anmelden kann und bei allen angezeigten Vorschlägen zunächst nur das Profilbild des Gegenübers sieht. Findet man denjenigen attraktiv, kann man ihn liken. Anderenfalls wischt man ihn einfach weg. Das hat ein bißchen den Charme einer Fleischtheke, an der man sich die schönste Wurst aussucht, ohne etwas über ihre Herkunft zu erfahren. Denn Details zur Person, die man auswählt, erhält man nur, wenn es ein Match gibt, also der Gegenseite das Profil des Likers ebenfalls gefällt. Ansonsten war’s das und man sucht einfach weiter bis sich mal was ergibt.

Ich bin nun nicht gerade der unbedingte Fan dieses Prinzips, aber für wen das so funktioniert, der soll einfach Spaß damit haben. Und ab und zu trifft man ja wohl wirklich nette und lustige Leute. Und auch einige, die nicht so lustig sind. Genau um so eine Person geht es hier. Normalerweise schreibe ich nicht über Sachen, die Freunden von mir passieren. Zumindest nicht so. Aber ich schwöre, ich habe mir die Erlaubnis dazu geholt. Und ich muss es einfach teilen, vor allem, weil ich mich so aufrege und klar machen will, dass so ein Verhalten absolut gar nicht geht!

Aber von vorn…

Vor einigen Tagen unterhielt ich mich mit einem Freund, nennen wir ihn Schorsch, über eine Bekanntschaft, die er über Tinder gemacht hat. Er nutzt die App immer mal wieder zwischendurch, aber tatsächlich ist er keiner derjenigen, die nur auf Sexdates aus sind, sondern er wünscht sich eine ernsthafte Beziehung. Nun ja, mit der Dame, die Gegenstand unseres Gesprächs war, hatte sich ein Match ergeben, in den ausgetauschten Nachrichten fand man sich sympathisch und so wurde ein Treffen zum gemeinsamen Frühstück ausgemacht. Schorsch fuhr also zu ihr bzw. in ihre Stadt, nicht zu ihr nach Hause, und lud sie zum Frühstück ein. Alles war wunderbar, man verstand sich gut und am Ende ihres Treffens überreichte die junge Frau, die ich hier Olga nenne, meinem Freund einen Gutschein über ein gemeinsames Burger grillen. Okay, das fand er schon etwas seltsam, aber gefreut hat es ihn natürlich dennoch, denn sie gefiel ihm ganz gut. In den nächsten Tagen schrieben die beiden sich stundenlang und tauschten sich über alles mögliche aus. Gestern bekam ich von Schorsch die Nachricht, dass er wohl Abstand nehmen sollte von Olga. Auf meine Nachfrage berichtete er mir, dass sie im Moment stark erkältet sei und er sie gefragt habe, ob er etwas für sie tun könne. Sie wünschte sich, dass er für sie einkaufen geht und hat ihm auch sofort eine Einkaufsliste geschickt, auf der unter anderem vier Hörbücher standen. Insgesamt kam man da locker auf einen Warenwert von 150 Euro. Weiterhin erzählte er mir, dass Olga arbeitlos wäre und kein Geld hätte wegen jahrelangem Burnout. Im Grunde ist das ja auch nicht schlimm, da bin ich die letzte, die jemanden verurteilt, aber im Zusammenspiel mit dieser Einkaufsgeschichte bekam ich auf einmal ein ganz mieses Gefühl. Zum Glück ist Schorsch ein vernünftiger Mensch und sagte direkt, dass er ihr das bestimmt nicht kauft, denn immerhin wäre er ja auch kein Goldesel, der Geld scheißt. Ich wollte wissen, ob er ihr das auch gesagt hätte und er meinte, ja, aber daraufhin wäre sie wohl ziemlich zickig geworden. Nach dieser Geschichte herrschte erst einmal Funkstille.

Ich habe mich unglaublich über diese Dreistigkeit aufgeregt! Die Frage, ob man für jemanden einkaufen geht, finde ich an sich gar nicht schlimm. Doch wenn ich denjenigen bisher erst einmal gesehen habe, er auch noch in einer 30 km weit entfernten Stadt wohnt und ich eine solche Einkaufsliste schreibe, dann ist das schon ziemlich unverschämt. Mir drängt sich die Frage auf, für wie einfältig oder verzweifelt ich mein Gegenüber halte, wenn ich echt der Meinung bin, dass er das macht. Wenn derjenige in der gleichen Stadt wohnt und ich vielleicht um Tee oder Suppe bitte… Okay. Aber den Rahmen direkt so dermaßen zu sprengen! Unfassbar.

Doch die Geschichte geht noch weiter. Heute Abend hat sich Olga wieder bei Schorsch gemeldet. Sie sagte, es täte ihr leid, es hätte nur am Fieber gelegen, dass sie so eine Forderung gestellt hat und zickig geworden ist. Beim Lesen dieser Nachricht trank ich gerade einen Cappuccino und der kam mir beinahe wieder zur Nase heraus. Das ist ja wohl die dümmste Ausrede, die ich je gehört habe. Ich kenne Leute, die bei Fieber fantasieren, die sich kaum noch artikulieren können, die totalen Unsinn reden. Aber eine Einkaufsliste verfassen? Und dann meinte sie noch, sie wäre in den letzten zwei Tagen im Krankenhaus gewesen. Da frage ich mich allerdings, ob man neuerdings auch als Patient in den Krankenhausküchen kochen darf, denn Schorsch meinte, gestern Abend hätte Olga ein Foto ihrer frischen und selbst gemachten Hühnersuppe bei instagram gepostet. Das war der Moment, in dem ich so laut loslachen musste, dass sich meine Kater total erschrocken haben. Schorschs Kommentar war: „Die hab ich gefressen.“ Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht die Suppe meinte.

Wieso kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier jemand ganz gewaltig ausgenutzt werden sollte? Und warum kommt es mir so vor, als wenn Olga nicht gerade die ehrlichste Haut auf dem Erdenrund ist? Vielleicht reagiere ich ja über, doch die gesamte Geschichte kommt mir einfach seltsam vor. Und sollte sie das nicht sein: Ist es inzwischen normal, sich gegenüber anderen Menschen so zu benehmen und solche Ansprüche zu stellen? Kann ja sein, dass ich da irgendwas nicht mitbekommen habe, denn immerhin war ich ja nun einige Jahre in einer festen Beziehung und konnte die aktuellen Entwicklungen auf Markt der einsamen Herzen nicht verfolgen. Eventuell klärt man mich in diesem Fall hier mal auf. Meiner Meinung nach ist das aber eher der Typ Frau, der das Vorurteil, Frauen hätten es immer nur auf das Geld der Männer abgesehen, ordentlich füttert. Nein, liebe Männer, das ist nicht die Norm. Zumindest hoffe ich, dass ich nicht die einzige Frau bin, die solch ein Verhalten nicht gut heißt. Es würde mich ganz ehrlich mal interessieren, wie ihr das so seht.

Ich möchte eine Sachertorte sein.

Nach jeder gescheiterten Beziehung kommt irgendwann der Moment, in dem einem klar wird, dass man so langsam wieder bereit für etwas Neues wäre. Oder sich dem Gedanken daran zumindest nicht mehr komplett verschließt. Nachdem ich im vergangenen Jahr wirklich überhaupt keine Lust darauf hatte, wieder jemanden in mein Leben zu lassen und extrem viel mit mir selbst zu tun hatte, fällt mir nun seit einigen Wochen auf, dass ich nicht mehr abgeneigt wäre.  Es ist niemand in Sicht, der wirklich als Partner in Frage käme, aber man beginnt sich schon ein wenig umzuschauen. Wobei das mit dem Umschauen vielleicht etwas zu hoch gegriffen ist, da zwischen Arbeit und Wohnzimmer nicht ganz so viel Zeit und Raum ist, um jemanden kennen zu lernen.

Ich habe schon immer ein paar Probleme damit gehabt, mich aktiv ins soziale Leben zu stürzen. Vor allem, wenn dieses aus Party machen, alleine in Bars gehen, sich in einem Verein oder einem wie auch immer gearteten Kurs anmelden besteht. Auch wenn mir viele Menschen, die mich eher oberflächlich kennen, eine offene und gesellige Art attestieren: So einfach ist es nicht. Ja, ich bin offen und ich habe auch kein Problem damit, von mir selbst zu erzählen. Eigentlich mache ich das sogar sehr gern. Vielleicht etwas zu gern. Aber von mir aus auf fremde Menschen zugehen oder allein zu einer Gruppe dazustoßen ist für mich so unfassbar schwierig, dass ich darauf oft mit Angst reagiere. Auf der Arbeit, wo ich den ganzen Tag mit Menschen arbeiten muss, ist das für mich kein Problem, denn ich kenne meine Rolle, mir sind meine Aufgaben klar und ich bewege mich auf sicherem Terrain. Diese Sicherheit habe ich im Privatleben allerdings nicht. Und mit diesen Voraussetzungen fällt es mir unheimlich schwer, neuen Menschen zu begegnen.

In Anbetracht dieser Tatsache sinniere ich darüber, wie wahrscheinlich es wohl sein mag, einem interessanten Mann auf dem Heimweg von der Arbeit zu begegnen. Im Zug, mit Kopfhörern im Ohr und lauter Musik, um den Stress des Tages abklingen zu lassen. Oder im Supermarkt an der Käsetheke, wo ich mich selten entscheiden kann, welchen Camembert ich gerne ausprobieren möchte. Oder vielleicht online in einem Dungeon bei Final Fantasy XIV, während mich der finale Boss gerade so dermaßen vermöbelt, dass ich kaum schnell genug in die Tasten hauen kann, um meine Cooldowns zu zünden. Statistisch gesehen findet man eine neue Liebe am ehesten in seinem Freundes- und Bekanntenkreis oder auf der Arbeit. Ersteres halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, weil der nicht nur recht überschaubar ist, sondern auch überproportional viele verheiratete Paare beinhaltet. Sprich: So ziemlich alle außer mir. Und die Arbeit fällt ja wohl auch flach, denn erstens fängt man mit Kunden nichts an und zweitens ist der Altersdurchschnitt bei uns ja doch recht niedrig.

Und was habe ich überhaupt für Ansprüche? Naja, sie sind ein wenig seltsam, würde ich sagen. Passt ganz gut, da auch ich nicht so ganz normal bin. Doch wer möchte sich das antun? Und zu allem Überfluss kommt noch die Unsicherheit wegen meines Äußeren dazu. Kann man mich überhaupt attraktiv finden, wenn ich es nicht mal tue? Das ist schon ein entscheidender Punkt, auch wenn man mir das regelmäßig ausreden will. Auf jeden Fall ist mir eines klar: Ich möchte nicht mehr das Gefühl haben, für irgendwen ein aufgewärmtes Brötchen vom Vortag zu sein, das ganz okay schmeckt und das man isst, weil es halt noch da war. Ich möchte eine Sachertorte sein. Oder wahlweise eine andere Köstlichkeit, die man mit Genuss isst und auf die man sich schon lange freut.

Wovor ich wirklich Angst habe, ist das Aussenden von verzweifelten Signalen. Jeder von uns kennt doch diese Menschen, die so verzweifelt suchen und sich so arg an jede neue Möglichkeit klammern, dass sie schon abstoßend wirken. Ich persönlich hasse das und ich möchte mich nicht in diese Richtung entwickeln. Hoffentlich teilt man es mir mit, sollte es wirklich dazu kommen. Ich bitte darum. Ernsthaft.

The Biggest Loser

Heute geht es wieder los. Die Show der Schwergewichte, „The Biggest Loser“, startet auf Sat1. Dicke Menschen kämpfen darum, möglichst viele Pfunde zu verlieren und im Idealfall am Ende auch noch Geld mit nach Hause zu nehmen. Ich weiß bis heute noch nicht so genau, was ich von dieser Sendung halten soll. Einerseits finde ich es super, dass Menschen dadurch den Antrieb finden, etwas an sich und ihrem Leben zu ändern, ihren Schweinehund zu überwinden und einfach mal durchzustarten. Andererseits finde ich es teilweise viel zu krass, was dort von den Leuten gefordert wird und denke, dass einige Sachen auch nichts mit gesundem Abnehmen und mit Körperbewusstsein zu tun haben. Dennoch… Die Erfolge lassen sich sehen, die Kandidaten gehen durch die Hölle, aber es lohnt sich.

Ich frage mich allerdings, ob sich Gewicht und Lebensführung im Alltag wirklich so halten lassen wie im Camp. Da ich die Sendung generell nicht wirklich verfolge, sondern nur ab und zu mal beim Zappen drauf stoße, fehlen mir vermutlich wichtige Informationen, ob und wie das im Ablauf gehandhabt wird. Doch wenn ich im Camp den ganzen Tag Sport mache, mich verausgabe ohne Ende und nach einer Woche irgendwie 8 oder 10 Kilo abgenommen habe, dann ist ja eigentlich klar, dass sich das in meinem normalen Leben nicht umsetzen lässt. Und wie viele Teilnehmer fallen zuhause wieder in alte Verhaltensweisen zurück?

Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Gedanken dieses radikalen Abnehmprogramms recht verlockend finde. Vermutlich kann man das nur verstehen, wenn man selber viel zu viel Gewicht auf den Rippen hat und sich damit die meiste Zeit einfach widerlich und abstoßend findet. Der Gedanke, das innerhalb weniger Wochen ändern zu können, ist einfach herrlich. Wie das Versprechen eines besseren Lebens. Dass man für dieses Leben selbst verantwortlich ist und dass man ja auch alleine den eigenen Schweinehund überwinden könnte, blendet man da gern aus. Warum man es allein nicht so gut auf die Reihe bekommt als wenn jemand die ganze Zeit hinter einem steht und Dampf macht? Meine Antwort lautet: Weil Alleinsein mich zum Essen bringt. Einsamkeit, Frust, Stress, Langeweile… Das alles sind so Auslöser bei mir. Die negativen Gefühle stopfe ich einfach mit Essen zu und dann geht’s mir besser. Ungefähr 30 Sekunden lang.

Von daher ist bei mir sicherlich auch ein wenig Neid dabei, wenn ich andere dabei beobachte, wie sie es schaffen, auf Kurs zu kommen und sich zumindest mit ihrem Körper wieder wohl zu fühlen. Ich wünsche den Teilnehmern dieser Staffel viel Erfolg. Sie haben jede Menge Hilfe, um es zu schaffen. Nutzt eure Chance.

Auf ein Jahr ohne Kartoffeln!

Wie immer gegen Jahresende/Jahresbeginn denke ich darüber nach, was ich in meinem Leben verändern möchte. Ich finde Vorsätze an sich blöd, also stecke ich mir da eigentlich kein Ziel und sage: „Ja, das musst du jetzt so machen, weil das neue Jahr vor der Tür steht!“ Das ist ein ganz seltsames Phänomen bei mir. Sobald ich den Druck fühle, etwas machen zu müssen, empfinde ich die Sache als unangenehm oder das angestrebte Verhalten verkehrt sich ins Gegenteil. Bestes Beispiel ist mein ständiger Kampf gegen die Kilos. Natürlich ist mir stets und immer bewusst, dass ich abnehmen muss. Und ich will es auch. Wenn ich mich damit nicht stresse, läuft es wie von allein. Es dauert zwar länger als bei einer rigorosen Diät, aber die Pfunde purzeln. Und ich halte das Gewicht über längere Zeit. Sobald ich aber wirklich aktiv ans Abnehmen gehe (wie zum Beispiel in den letzten Wochen mit der täglichen Dokumentation meines Gewichts und einer Art Abnehmchallenge zwischen meiner Bekannten und mir), nehme ich unaufhörlich zu. Ähnlich beim Kalorienzählen. Wenn ich mich bewusst damit beschäftige, nehme ich zu. So läuft das auch mit Sport, mit Kontaktpflege, mit dem Haushalt und, und, und… Es scheint so, als wäre ich einfach nicht in der Lage, mir konkrete Ziele zu setzen und diese dann auch konsequent zu erreichen. Das könnte ich nun zu tiefenpsychologisch zu analysieren versuchen, aber es ist mir einfach zu blöd.

Also, Vorsätze sind nichts für mich. Aber Listen. Und Selbstreflektion. Eine Kollegin von mir führt seit Jahren ein Bullet Journal. Wem das nichts sagt, der kann es sich wie eine Mischung aus Kalender, Notiz- und Tagebuch vorstellen. Im Grunde geht es um bessere Planung und um die Sammlung all seiner Notizen, Termine und Verabredungen an einem zentralen Ort. Noch dazu gestaltet man sein Bullet Journal in der Regel auch selbst, denn so kann man das Design an seine eigenen Bedürfnisse anpassen. Es ist auch kein starres System, das man nicht verändern könnte, und bietet viel Raum für Kreativität. Wer neugierig geworden ist, der kann sich bei punktkariert über Bullet Journals und ihre Verwendung sowie Gestaltung informieren.

Nun, ich habe mir zum neuen Jahr ein BuJo angelegt. Meine Motivation dahinter ist weniger eine ausgefeilte Planung meines Alltags, sondern eher die Selbstbeobachtung. Wie oft nehme ich mir Zeit für mich? Wie viel arbeite ich wirklich? Wann mache ich überhaupt mal Sport? Wie lange schlafe ich und wie gesund esse ich? Ich hoffe, dass es mir hilft zu überlegen, in welche Richtung ich mich eigentlich bewegen möchte. Was hat mir im letzten Jahr gut getan hat und was nicht? Und womit fühle ich mich wohl?

Das eigentlich Ziel dahinter ist aber folgendes: Ich möchte mich besser um mich kümmern. Das ist in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen. Nach einem Hoch im April und Mai bin ich ziemlich tief gefallen. Das ist okay, ich tauche langsam wieder auf und schwimme mich frei von negativen Gedanken und Gefühlen. Aber ich fühle mich sozialtechnisch immer noch wie eine Kartoffel und die meiste Zeit über mag ich mich nicht leiden. Wenn ich also doch so etwas wie einen Vorsatz für das neue Jahr formulieren sollte, dann wäre es dieser: Ich will keine Kartoffel mehr sein!

Unglückstag

Ich bin an einem Mittwoch, den 13., geboren worden. An einem Freitag, den 13., habe ich meine einzige gute Note in einer Französischarbeit geschrieben. Generell halte ich dieses Datum, natürlich insbesondere in Verbindung mit Freitagen, nicht für ein Zeichen des Unheils. Der Aberglaube, der damit in Verbindung steht (die Furcht vor der Zahl 13 als „Dutzend des Teufels“ und der Deutung des Freitags als generellem Unglückstag), erschließt sich mir nicht. Es gibt ja sogar Menschen, die an Paraskavedekatriaphobie leiden, einer Phobie vor Freitag, dem 13. Rational erklärbar ist das nicht, aber wer unter Angststörungen leidet, der kennt das Problem mit der Ratio ja bereits.

Gestern war Mittwoch. Ebenfalls der 13. Und alles lief ein wenig schief. Das Schlimmste passierte direkt morgens auf dem Weg zur Bahn. Es war glatt in Wuppertal, zumindest bei mir am Berg, und überall lag noch Schnee. Sehr schön eigentlich, aber blöd in der Dunkelheit und vor allem dann, wenn man es eilig hat. Ich wollte jemandem ausweichen, der mir entgegen kam, trat falsch auf und rutschte ab. Ich bin schon ewig nicht mehr hingefallen, vor allem nicht auf der Straße. Und ja, ich habe sehr laut und sehr unflätig geflucht. Mein linkes Knie tat höllisch weh und ich war auch auf die linke Hüfte gefallen. Egal, weiter gelaufen Richtung Zug und an der Haltestelle die Schäden in Augenschein genommen. Zum Glück war die Hose noch heil und nicht dreckig. Aber die Haut an meinem Knie war abgeschürft und es blutete. Als ich dann mein Smartphone zückte, um mich bei meinen Mädels auszuheulen, der Schock! Das komplette Display war zersplittert. Lange Risse von oben nach unten und im unteren Drittel des Bildschirms gab es kaum noch eine Stelle, die nicht von Haarrissen durchzogen war. Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Das Handy besitze ich seit einem Monat. Und schon zerstört. Das ist mir noch nie passiert, weshalb ich nicht mal eine Versicherung abgeschlossen hatte. In den Jahren zuvor hatte ich das immer, aber nun einfach nicht, weil es mir so unnötig erschien. Aber wer kann denn auch ahnen, dass ich morgens mit meinem dicken Hintern auf die linke Jackentasche falle, in der ich das Handy spazieren trage? Ich augenscheinlich nicht. Verdammt. Die Panzerfolie war größtenteils unbeschädigt, ist ja auch ein totaler Witz. Warum haue ich die auf so ein teures Gerät drauf, wenn sie eh nichts bringt?

Ich war aber völlig verwundert von mir selbst. Früher wäre ich ausgeflippt und hätte mit meinem Schicksal gehadert. Gestern habe ich nur gedacht: „Na toll. Kann ich ja gerade gar nicht brauchen.“ Ist vielleicht auch die gesündere Einstellung. Im Laufe des Tages habe ich dann nach einem Reparaturdienst gesucht, der mir nur das Displayglas austauscht und nicht auch noch den Touchscreen. Der funktioniert immerhin super. Wird aber anscheinend kaum noch getrennt gemacht. Vor allem nicht beim iPhone 7. Der Apple Service macht das für 181,- EUR. Haha. Ich knapse immer noch an den Arztrechnungen der letzten Monate rum, wie soll ich mir das denn noch leisten? Letztendlich habe ich einen Service in Bremen gefunden, der nur das Glas tauscht und dafür 100 EUR nimmt. Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mein Handy heute eingeschickt. Man fühlt sich ja schon ein wenig eingeschränkt, wenn man einfach gar nicht mehr mobil erreichbar ist. Theoretisch müsste ich mein Handy am Samstag wiederbekommen. Theoretisch. Ich verlasse mich mal nicht darauf.

Aber es ging noch lustig weiter gestern. Was der Grund dafür war, dass ich irgendwann darüber nachdachte, ob es vielleicht doch ein Unglückstag sein könnte.

Unsere Schule wird im Moment renoviert. Meinen Schlüssel für den Eingang habe ich den Handwerkern geben müssen, woran ich aber Dienstagabend nicht mehr gedacht habe. Am Mittwoch habe ich generell Frühdienst und muss die Schule aufschließen. Ohne Schlüssel nur leicht unmöglich. Ich hatte nicht daran gedacht, mir den Schlüssel meiner Kollegin zu leihen, die sonst morgens vor mir da ist. Wir hatten also abends ausgemacht, dass sie mir den Schlüssel in Erkrath, wo sie wohnt, am Bahnhof quasi in den Zug wirft. Guter Plan, doch leider herrschte so viel Verkehrsaufkommen, dass sie mir nur noch vom Parkplatz aus zuwinken konnte als der Zug schon wieder los fuhr. Ich musste also meine Chefin anrufen, damit sie zur Schule kommt und uns die Tür aufschließt.

Am Vormittag sollte die neue Küche geliefert werden. Endlich! Blöd nur, dass genau in dem Moment, in dem die Möbel nach oben gebracht werden sollten, der Fahrstuhl den Geist aufgab. Noch blöder, dass wir im fünften Stock sitzen. Also mussten die armen Jungs sämtliche Sachen nach oben schleppen und waren natürlich fix und fertig. Der Aufbau war auch ziemlich laut, denn ich sitze nun am Empfang im Flur, wo es hallt, und so eine Metallsäge macht wirklich kein angenehmes Geräusch.

Im übrigen fiel in drei Unterrichtsräumen das Licht aus. Völlig ohne ersichtlichen Grund. Die Lehrer und Studenten mussten Unterricht im Dunkeln halten. Nicht gerade die optimalste Situation. Und wenn der zwanzigste Teilnehmer vorbei kommt, um einem zu sagen, dass das Licht im Unterrichtsraum nicht funktioniert, wird man schon langsam etwas sarkastisch. Auf den Elektriker mussten wir dann auch nur drei Stunden warten. Ich bin mir nicht sicher, ob der noch gemütlich gefrühstückt hat.

Als ich gegen Abend dachte, jetzt wäre es überstanden, wurden im Stockwerk unter uns die letzten Reste der bereits am Dienstag abgerissenen Wände herunter geholt. In einer unvorstellbaren Lautstärke.

Ich war wirklich froh als ich abends zuhause war. Das war definitiv nicht mein Tag. Ob es nun am Datum lag oder nicht… Eigentlich ist mir das ziemlich egal, aber es war schon auffällig. Vielleicht ist am Aberglauben doch etwas dran?