Die Küche ist da!

Endlich! Wir haben eine funktionierende Küche!

Ich war schon ziemlich resigniert, aber letzte Woche kam die Rettung in Form von Fabian und Tobi, die eine tolle massive Eichenholzplatte mitbrachten. Voller Tatendrang stürzten sie sich auf das Holz, sägten und bohrten, schliffen und schwitzten. Irgendwann kam auch Denis dazu, der noch gearbeitet hatte und dann direkt daheim weiter helfen konnte. Ich kann gar nicht fassen, wie viel Holzstaub in unserer Küche rumflog.

20130706-202037.jpg    20130706-202053.jpg     20130706-202106.jpg

Nachdem die Platte angebracht und Herd und Spüle eingepasst waren, fehlten nur noch ein paar Kleinigkeiten: Klemmen für die Spüle und ein Abflussrohr für die Spülmaschine. Aber der Rest ging und so gab es erstmal eine fette Pizza! Nach Wochen mit Brot und Brot und… Brot war das ein echtes Festmahl. Und dann auch noch aus dem eigenen Backofen. Nom nom nom! Am nächsten Tag habe ich dann angefangen, alles einzuräumen und dabei festgestellt, dass wir ein bißchen zu wenig Stauraum haben. Mir fehlt Platz für Vorräte und so Bedarfskram wie Backpapier oder Gefrierbeutel. Und so haben wir beschlossen, dass in das „Loch“, in das eigentlich die Dunstabzugshaube kommen sollte, noch ein Schrank eingebaut werden wird. Denis hasst ja Regale und mag in der Küche (oder sonstwo…) keins haben, daher diese Lösung. So lange ich genug Platz für den Küchenkram habe, soll mir das Recht sein.

Und so sieht sie nun (fast) fertig aus!

20130706-202118.jpg

Haben auch schon fleißig gekocht. Und ich liebe den Geschirrspüler! Nie wieder ohne!

Und da in Solingen ja auch ab und zu mal was passiert, hatten wir vorgestern einen Übernachtungsgast. Wir waren bei Denis‘ Eltern zum Essen und als wir gerade gehen wollten, fällt uns aus dem Elsternest im Baum sechs Meter über uns eine junge Elster vor die Füße. Patsch! Genau auf den Steinboden! Ich hab mich so furchtbar erschrocken und die Katze war sofort zur Stelle. Der arme Vogel war völlig durch den Wind, torkelte und kroch unter einen Busch. Die Katze natürlich immer drum herum, wie blöd am Maunzen. Wir haben den Vogel dann aufgelesen und zur Vorsicht in einen Pappkarton gesetzt. Der Kleine ließ sich widerstandslos anfassen und war ganz apathisch. Ich habe bei der Tierrettung angerufen, wo man mir sagte, die nächste Vogelstation wäre in Düsseldorf. Also auch dort angerufen und die Dame am Telefon teilte mir mit, dass Elstern fast niemand haben will und sie natürlich auch nicht. Ganz großes Kino. Als nächstes der Versuch bei der Feuerwehr telefonisch Hilfe zu erfragen. Dort hob niemand ab. Na gut, ich kann ja kein Lebewesen einfach seinem Schicksal überlassen. So kam die kleine Elster mit zu uns nach Hause, wo ich ihr zunächst etwas Wasser einflößte, das sie auch brav getrunken hat. Aber wirklich fit war sie nicht, saß nur aufgeplustert im Karton, atmete schwer und kniff die Augen zusammen. Ich habe mich tapfer durch einige Foren gelesen, die sich mit Wildvögeln beschäftigen und siehe da: Symptome einer Gehirnerschütterung. Das kann auch für Vögel böse ausgehen. Die Elster schien übrigens bereits ein Ästling zu sein. Das sind Jungvögel, die noch nicht fliegen können, aber bereits das Nest verlassen und am Boden von den Eltern weiter gefüttert werden. Von daher war schon mal klar, dass der Kleine keine Intensivpflege mehr benötigte. Ich wollte ihn die Nacht über zur Beobachtung behalten und falls sich sein Zustand verschlimmern würde, am nächsten Morgen mit ihm zum Tierarzt. Getrunken hat er noch ein paar Mal, allerdings war Blut in seinem Kot und ich machte mir wirklich Sorgen, dass er vielleicht innere Verletzungen haben könnte. Das ist er übrigens, unser kleiner Patient:

20130706-202134.jpg

Ich konnte nur sehr schlecht schlafen. Bis drei Uhr nachts habe ich Vogelforen nach hilfreichen Tipps durchwühlt. Am nächsten Morgen bin ich mit Denis zusammen um 6:30 Uhr aufgestanden, denn hätte der Kleine Hunger gehabt, müsste er früh gefüttert werden. Wir hatten leider nur etwas Katzenfutter, aber nun ja… Überlebt hat er die Nacht, was schon mal gut war. Außerdem hat er die Augen wieder weit geöffnet und war auch etwas munterer. Ebenfalls kein Blut mehr im Kot, hurra! Futter wollte er allerdings nicht annehmen, dafür hat er wieder ein wenig getrunken. Als ich das Fenster geöffnet habe und er das Vogelzwitschern von draußen gehört hat, wurde er noch etwas lebhafter, also habe ich beschlossen, ihn zu seinen Eltern zurück zu bringen. Sah mir ganz gut aus vom Gesamtzustand. Und Vogeleltern geben ihren Nachwuchs erst nach 24 Stunden auf, so dass es kein Problem sein würde, den Ästling wieder auszusetzen. Auf dem Weg zum Garten von Denis‘ Eltern raschelte er bereits im Karton herum. Sehr gut. Nicht so gut: Die Katze saß vor der Haustür und interessierte sich sehr für mich und meinen Karton. Letztendlich war Denis‘ Oma meinte Rettung, die Lou nach drinnen verfrachtet hat, so dass ich die Elster aussetzen konnte. Ich habe sie wieder in den Busch gesetzt, unter dem ich sie am Abend zuvor heraus geholt habe. Die Katze wurde für den Vormittag ins Haus gesperrt, damit sie nicht sofort auf den Vogel geht. Nach einiger Zeit bereits fing die kleine Elster an, nach ihren Eltern zu rufen. Diese haben auch reagiert und kamen schäkernd angeflogen. Ein bißchen mulmig war mir trotzdem, als ich mich auf den Weg nach Hause machte.

Inzwischen ist wohl auch ein weiterer Ästling zu unserem Findelkind gestoßen. Die beiden sitzen in Nachbars Garten und die Eltern kümmern sich. Bin echt froh, dass das so gut ausgegangen ist. Hoffentlich kommen sie gut durch und fallen nicht noch einer Katze oder sonst etwas zum Opfer.

Advertisements

Bis einer heult.

Seit einer Woche wohne ich nun in Solingen und heute habe ich endlich mal äußerlich und innerlich die Ruhe, etwas zum Umzug zu schreiben.

Am Samstag war ich schon um kurz nach sechs wach und habe Hand an die letzten Dinge gelegt. Die Küche war noch ziemlich unverräumt, im Bad standen Sachen herum, es musste geputzt werden… Mein Vater kam so um acht Uhr und dann ging’s auch sofort los. Kartons schleppen, Möbel schleppen, noch mehr Kartons und Möbel schleppen. Ich konnte leider so gar nicht mit anfassen, weshalb ich mich etwas blöd gefühlt habe. Aber ich hatte meinen Rücken in den Tagen zuvor schon so belastet, dass ich mich nur noch unter Schmerzen bewegen konnte. Und so bin ich ständig von A nach B gesprungen, habe Befehle erteilt (hö hö hö) und irgendwie wohl halbwegs mitgeholfen. Eine riesige Hilfe waren Marcel, der am Freitag in aller Frühe den Sperrmüll zusammen mit Denis weggebracht hat, und Patty, Vanessa und Andrea, die den Samstag über wie die Blöden geackert haben, um die Wohnung schnell zu räumen. Dabei ging es unter anderem einigen Spinnen an den Kragen. Hier sieht man ganz wunderbar, wie Andrea den Schuh schwingt, um ein achtbeiniges Ungeheuer zu erlegen, und wie Vanessa die Heldin und den „Schuh der glorreichen Errettung“ preist.

20130606-235124.jpg          20130606-235135.jpg

Eigentlich waren wir wirklich schnell durch mit allem. Ich war positiv überrascht! Der Teppich musste noch herausgerissen werden und zum Vorschein kamen wirklich wunderschöne Dielen. Hätte ich den Teppich doch bereits bei meinem Einzug entsorgt und die Dielen noch schön abgeschliffen… Aber damals musste ja alles so schnell gehen und ich habe nicht darüber nachgedacht. Nun gut, jetzt hat vermutlich die Nachmieterin etwas davon. Falls sie die Arbeit investieren will. Sie hatte mich nämlich am Tag nach dem Umzug angerufen und gefragt, wie das mit den Dielen sei. Ob sie die so nutzen könne oder ob man da noch was machen müsse? Nun ja. Das ist nicht meine Sache, da soll sie sich mal schön mit der Verwaltung rumärgern. Nachdem sie mich mit dem Kühlschrank so grandios hat hängen lassen, werde ich sicher nicht irgendwas für sie veranlassen. Pöh! Wie dem auch sei. Mein Vater hat sich mit der weißen Farbe auf meine Wände gestürzt und alles überstrichen, während Andrea und Vanessa meine Küche ausgeräumt und geputzt und Patty und Denis Sachen geschleppt und abmontiert haben. Obwohl wir am Vortag einen ganzen Transporter voll Sperrmüll zusammen bekommen haben, ist am Samstag zusätzlich noch ein kompletter Anhänger mit Sachen befüllt worden, die weg konnten. Das haben Papschi und Patty übernommen. Das Geschirr, das ich weg getan habe, hat sogar (wie am Vortag auch der Couchtisch und der Esstisch) noch bei Stilbruch einen Abnehmer gefunden. Ich bin ja immer froh, wenn nicht einfach alles so weg kommt, sondern noch genutzt werden kann. Nachdem wir so weit fertig waren mit der Wohnung, sah sie irgendwie viel schöner aus als bei meinem Einzug.

20130606-235150.jpg     20130606-235525.jpg     20130606-235539.jpg

20130606-235549.jpg     20130606-235558.jpg

Okay, ja, das Bad ist immer noch klein und blöd, aber ich muss zugeben, dass bei der Wohnungsübergabe am Nachmittag schon ordentlich Wehmut bei mir aufkam. Immerhin habe ich sechs Jahre dieser Wohnung gelebt. Die hat einiges mitgemacht und auch miterlebt. Aber wie immer liegen die Erinnerungen ja nicht in den materiellen Sachen um uns herum, sondern in unseren Herzen. Und nachdem ich mich von meinen drei Liebsten verabschiedet hatte (Ich habe ganz heldenhaft nicht geweint! Ich war tapfer!), haben mein Vater und ich die Tür hinter uns zugezogen und sind losgefahren nach Solingen. Denis hatte sich schon ein paar Stunden früher mit allen Möbeln und Kartons auf den Weg gemacht. Wir sind also sehr entspannt unterwegs gewesen, haben am Pastorensee noch etwas gegessen und waren gegen 22 Uhr in Solingen. Und – hurra! – alles war schon nach oben transportiert und teilweise aufgebaut worden, so dass der Abend für uns ganz ruhig ausklingen konnte.

Sonntag lagen die Nerven bei mir schon etwas blank, denn nach einem Frühstück mit Denis‘ Eltern und meinem Vater ging es daran, noch mehr Möbel aufzubauen und alles wieder auszupacken. Da unsere Küche noch nicht einsatzbereit war (und es auch immer noch nicht ist, der fehlenden Arbeitsplatte sei Dank), konnte hier überhaupt nichts eingeräumt werden. Dann gab es noch einen Disput über meine zwei Sonnenlampen, die ich gern wieder aufgehängt haben wollte. Denis war von der Idee nicht besonders angetan und letztendlich ging die eine auch noch kaputt und bei der anderen hat mein Vater die Sonnenstrahlen weggelassen, so dass nun gar keine hängt. Ja, ich war schon etwas zickig. Überhaupt fühlte ich mich plötzlich ziemlich gestresst und von allem überfordert. (Die Stimmung hat so ziemlich die ganze Woche angehalten, aber jetzt scheint es gerade wieder bergauf zu gehen.) Gegen Nachmittag ist mein Vater dann wieder Richtung Bremen entschwunden und auch Denis‘ Eltern sind nach Hause gegangen. Wir waren so kaputt, dass wir eigentlich nur noch völlig k. o. und benebelt den Abend auf dem Sofa verbracht haben.

Montag Morgen folgte mein erster Solo-Trip durch Solingen. Ich musste mich ummelden und zum Arbeitsamt und da ich mich ja so hervorragend auskenne (nicht), war ich ziemlich nervös. Hat aber alles ganz gut geklappt und ich habe sogar ein Begrüßungsgeschenk der Stadt erhalten: ein Zöppken. Yay.

20130606-235619.jpg     20130606-235634.jpg

Jetzt kann ich in Zukunft standesgemäß Gemüse schnippeln. Wenn denn unsere Küche mal steht. Ich kann euch sagen, hier sieht es noch ziemlich wild aus. Das wird sich zwar nach und nach ändern, aber gerade das mit der Küche wurmt mich ziemlich. Ich werde weiter berichten, wie es so voran geht. 🙂

Ein Horrorfilm braucht kein Blut…

… nur einen richtig umfangreichen Umzug. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Umzug mehr Potential für Schockmomente und Herzinfarkte in sich hat als jeder noch so schreckliche Killerstreifen. Garantierte Station des Grauens: IKEA. Da muss man sich dann durch Dutzende solcher Regale und Fächer quälen, um seine Möbel rauszusuchen.

20130521-082127.jpg

Wenigstens ist alles beschriftet. Man stellt ja irgendwann keine hohen Ansprüche mehr. Wobei ich sagen muss: Die letzte Woche hat mich ordentlich geschlaucht. Bevor wir nämlich überhaupt mal zum IKEA kamen, musste ja noch einiges erledigt werden. Einen Tag nach mir hatte Denis seinen Abschied in der Firma. Am gleichen Abend noch sind wir losgezogen, um unseren Mietwagen zu holen. Es sollte gleich nach Solingen gehen und wir wollten schon ein paar Sachen mitnehmen. Also wirklich nur ein paar, denn viel passte in den Wagen nicht hinein. Während wir also noch alles zusammensuchten, brach draußen der Sturm los. Ein furchtbares Gewitter mit Hagelkörnern so groß wie Glasmurmeln. Und wer mich kennt, der weiß ja, was für eine Angst ich vor Gewitter habe. (Vielleicht ist es meinem nervlichen Zustand in diesem Moment geschuldet, dass ich die Hälfte der Dinge, die ich einpacken wollte, vergessen habe.) Als es sich etwas beruhigt hatte, ging es los: Auto bepacken und ab auf die Straße. Unschön: Wir sind dem Unwetter hinterher gefahren. Und so befanden wir uns zwischen Hamburg und Bremen genau unter dem Gewitter. Es regnete wie verrückt, man hat kaum noch die Straße erkannt. Überall um uns herum zuckten Blitze und und ich war stark damit beschäftigt, mich gleichzeitig irgendwie abzulenken und mir die Augen zuzuhalten. Mir ging es wirklich nicht gut in diesen Minuten. Zum Glück ließen wir das schlechte Wetter kurz hinter Bremen hinter uns und der Rest der Fahrt verlief ruhiger. Bis auf meinen Schrei als ich sah, dass Denis neben mir der Kopf nach unten weg sackte. Ich war der Meinung, er wäre am Steuer eingeschlafen. Aber eigentlich hat er nur im Takt der Musik genickt. Ja… Ich war wohl schon etwas übermüdet.

Am Donnerstag ging es bereits vormittags zum OBI, um nach Wandfarben, Tapeten und Laminat zu schauen. Bei den Farben waren wir uns ziemlich schnell einig, da wir im Vorfeld ja schon wussten, was wir wollten. Beim Laminat gestaltete sich die Sache dann schon schwieriger und – meine Güte, ist das Zeug teuer! Wenn ich Teppich nicht so furchtbar hässlich finden würde, hätte ich mir das noch mal überlegt. Wir entschieden uns für einen dunklen Walnuss-Boden, den wir aber noch nicht kaufen und mitnehmen wollten, und huschten dann auch schon zur Kasse, da der Termin für die Vertragsunterzeichnung und die Wohnungsübergabe anstand. Ja, das war noch gar nicht erledigt. Und ich hatte wirklich Angst, dass noch irgendwas schief geht. Ich glaube, ich wäre der guten Frau aus dem Stand an den Hals gesprungen. Die war mir eh nicht sonderlich sympathisch, denn ich kann es ja unheimlich gut leiden, wenn man mich wie ein kleines Kind behandelt. Oh ja. Sie war offensichtlich der Meinung, wir wären nicht gerade mit Intelligenz gesegnet, denn was sie uns bei der Wohnungsübergabe alles haarklein erklärt hat, weiß jeder Hans und Franz. Und wie groß war unsere Freude als wir entdecken mussten, dass die Duschabtrennung noch nicht aufgebaut, der Warmwasserzähler noch nicht eingesetzt worden war und die Wasseruhren für die Waschmaschinen im Keller komplett fehlten! Hossa! Frau H. versprach, sich darum zu kümmern. Passiert ist bis heute allerdings nichts. Vielleicht springe ich ihr also doch noch an den Hals.

Freitag folgte ein weiterer Tag mit Zeitdruck. Denis hatte morgens schon angefangen, die Wände in der Wohnung zu verputzen. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass wir nicht tapezieren mussten, da die Wände entsprechend vorbehandelt worden waren. Gute Neuigkeiten, denn so mussten nur ein paar Macken ausgebessert werden und wir sparten Zeit und ca. 400 Euro und die Materialkosten für das Tapezieren. Mittags hatte ich ein Vorstellungsgespräch in Essen und Denis war so lieb und hat mich hin gefahren. Es lief auch ganz gut, denke ich. Ist halt Personalvermittlung für eine Firma in Wuppertal, aber es klang ganz gut und ich lasse mich einfach mal überraschen, was da so bei rum kommt. Auf dem Rückweg ging es dann zu IKEA in Düsseldorf. Es ist wirklich interessant, wie viele Männer mit jedem Schritt tiefer in die Gänge des Einrichtungshauses immer genervter werden. Meiner ist da auch keine Ausnahme, aber wir mussten uns nun mal um Küche und Wohnzimmerwand sowie ein paar Kleinigkeiten kümmern. Die Küche hatten wir uns im Vorfeld ja schon entworfen, weshalb das verhältnismäßig schnell ging. Die Wohnzimmerwand ließen wir uns aber von einer sehr netten Mitarbeiterin komplett auf unsere Bedürfnisse anpassen und zusammenstellen. Das dauerte. Und dauerte. Und Denis wurde immer stiller. Und stiller. Als es dann geschafft war, stolperten wir über den perfekten Esstisch und die passenden Stühle. Also gleich mal eingepackt. Ebenso wie einen Spiegelschrank fürs Bad. Den will Denis allerdings wohl zurückbringen, weil er einen schöneren gefunden hat. Die erste Ladung an Möbeln landete also bei uns im Keller.

20130521-082207.jpg

Ja, das ist unser Kellerraum. Man sieht es hier nicht so gut, aber er ist riesig. So groß wie unser jetziges Wohnzimmer. Mir sind fast die Augen rausgefallen, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Denis möchte sich dort gern eine Hobbywerkstatt einrichten für sein Rad. Kein Problem. Da hätten sogar drei Werkbänke Platz. Oder mehr. Aber weiter im Text. Unser nächster Weg führte uns zu einem Laminathandel, weil wir uns noch einmal wegen eines anderen Bodens umsehen wollten. Und wir fanden einen! Inklusive Fußleisten und Trittschalldämmung. Ebenfalls Walnuss, allerdings mit heller Maserung und nicht durchgängig dunkel. Ich denke, das war eine gute Entscheidung, da die Wohnung so nicht so dunkel wirkt (und man den Dreck nicht so schnell sieht). Da wir noch eine Stunde Zeit hatten bis Ladenschluss, sind wir noch mal los, um nach einem Sofa zu schauen. Und – tadaaaaaa! – das ist das gute Stück!

20130521-082219.jpg

Also, ich find’s wirklich schön.

Abends bin ich zu Melanie nach Monheim gefahren, da genau über Pfingsten die DoKomi in Düsseldorf stattfand. Da ich wegen meines Rückens ohnehin nicht mit anfassen konnte, habe ich Convention-Urlaub erhalten und durfte Zeit mit meinen Freunden verbringen. Da mein ursprünglich angedachtes Kostüm leider nicht fertig wurde und ich für meine Alternative die Hälfte zuhause vergessen hatte (Hab ich’s nicht gesagt?), war Martina so nett, mir eines ihrer tollen Kobato-Kleider zu leihen. Ich war sofort verliebt! Ich hab zwar keinen Plan vom Charakter und der Serie, aber wurscht. Mir hat es gefallen! So war der Samstag recht chillig und ich hatte echt mal Zeit, mich mit einigen Leuten zu unterhalten, die ich nicht so oft sehe. Sonntag dagegen war der reinste Stress, da ich den ganzen Tag als Helfer und halt auch noch als Pressefrau für die DCM gearbeitet habe. Dazu hatte ich mich morgens noch in Düsseldorf verfranst, weil mein Navi mich sonstwohin gejagt hat. Das gab erstmal Heul- und Wutanfälle im Auto. Gut, dass ich allein unterwegs war. Mein Nervenkostüm war daher halt nicht so stabil, aber hat noch alles geklappt und obwohl ich mir totale Sorgen im Vorfeld gemacht hatte, weil ich die Leute im Team größtenteils nicht persönlich kannte, lief es doch wirklich ganz gut. Den Rückweg von Düsseldorf nach Solingen habe ich abends heldenhaft ohne Navi angetreten und es hat funktioniert! Ich war stolz wie Bolle! Vielleicht finde ich mich da irgendwann doch mal zurecht.

In der Nacht von Sonntag auf Montag bin ich aufgewacht, weil ich keine Luft mehr bekommen habe. Nase war komplett dicht. Ich dachte sofort an Heuschnupfen, hab eine Allergietablette genommen und mich wieder hingelegt. Morgens dann furchtbare Schmerzen im Hals, das Zäpfchen so extrem angeschwollen, dass ich beim Sprechen sofort Würgereiz bekommen habe. Da ich eh total unruhig geschlafen hatte und wegen der verstopften Nase auch extrem viel geschnarcht habe, dachte ich, das käme daher. Also aufgestanden, gefrühstückt udn dann rüber in die Wohnung. Denis, sein Vater und der Freund seiner Schwester waren übers Wochenende wirklich fleißig und hatten schon einiges geschafft.

20130521-092503.jpg   20130522-231036.jpg   20130521-092453.jpg

Ja, ich stehe auf meine rosa Wand! Wehe, jemand macht Witze!

Wir haben dann noch ein paar Kleinigkeiten besorgt und ich konnte mich noch für eine Stunde hinlegen, ehe wir noch mal rüber gefahren sind. Sonst hätte ich die Autofahrt am Abend nicht mehr geschafft. Denn nach einem Stück Kuchen von der Schwiegermama und einem Cappuccino musste ich auch gen Hamburg abdüsen. Ganz allein. Im Auto. Man, was war ich nervös. So lange Strecken fahre ich sonst nicht allein. Ich hatte Bedenken, dass die Agoraphobie wieder zuschlägt und ich mit ner fetten Panikattacke irgendwo auf einem Rastplatz im Niemandsland ende. Aber es ging richtig gut! Von Solingen aus bin ich bis zum Rastplatz „Dammer Berge“ bei Osnabrück durch gefahren, habe mir dort einen Kaffee genehmigt und bin dann weiter bis Hamburg. Und ich habe festgestellt: Wenn ich wieder ans Auto fahren gewöhnt bin, düse ich doch auch gern schnell über die Straßen. Trotz einer Kaffee- und einer Tankpause kurz vor Hamburg habe ich insgesamt nur vier Stunden gebraucht. Also reine Fahrtzeit etwa 3 Stunden und 15 Minuten. Zuhause angekommen merkte ich dann aber auch, dass es mir gesundheitlich schlechter ging. Die Halsschmerzen wurden noch schlimmer, die Nase war komplett dicht. Also habe ich mich direkt aufs Ohr gehauen.

Dienstag Morgen: Krank. So richtig. Hab mich irgendwie aufgerafft, den Leihwagen wegzubringen, aber danach dann mit Fieber, Halsentzündung und Sinusitis flach gelegen. Alles tat weh, mir ging es richtig schlecht. Zum Glück ist es heute schon etwas besser, aber optimal ist anders. Ich konnte also noch nicht richtig anfangen, hier in Hamburg alles leer zu räumen. Aber dafür werde ich aus Solingen auf dem Laufenden gehalten. Derzeit sieht es ungefähr so aus.

20130521-092531.jpg   20130522-231100.jpg   20130522-231121.jpg

20130521-092521.jpg   20130521-092552.jpg

Es haben sich inzwischen leider einige Schwierigkeiten aufgetan, was die Anordnung der Küche angeht und deren Ausstattung. Ich bin nicht so glücklich darüber, aber naja. Es lässt sich nicht ändern, dass die Anschlüsse einfach blöd gesetzt sind. Man kann nicht immer genau das haben, was man will. Und Denis wird bestimmt gute Alternativen finden. Ich vertraue ihm da.

Grün, grün, grün… wird unsere Küche.

Heute war es so weit: Letzter Arbeitstag in meiner Firma. Bis Ende Mai habe ich nun Urlaub und feiere Überstunden ab. So richtig habe ich noch nicht realisiert, dass das alles dort nun ein Ende für mich hat. Der Abschied fiel mir nur äußerlich leicht. Ich war extrem gut gelaunt und ja, es ging mir auch nicht schlecht. Aber als ich Svenja und Barbara verabschiedet habe, war ich dann doch kurz vorm Weinen. Ich habe unheimlich gern dort gearbeitet, auch wenn ich mich oft geärgert habe. Aber die Arbeit hat mir Spaß gemacht und das Team an sich war immer toll. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals mit Bauchschmerzen ins Büro gegangen wäre oder dass es mir wegen den Umständen dort so schlecht ging, dass ich krank wurde. Das ist so unheimlich viel wert und ich weiß das absolut zu schätzen. Natürlich wäre es toll gewesen, wenn ich meinen Bereich einfach mit ins Bergische Land hätte mitnehmen können. Von der Aufgabenstellung und von der Technik her wäre es möglich gewesen. Dass mir gegenüber niemand jemals klare Worte hierzu gefunden hat, enttäuscht mich schon. Und das ist ein wenig Bitterkeit, die ich mitnehme. Aber im Großen und Ganzen wird es für neue Kollegen nicht so leicht sein, gegen die alten zu bestehen.

Doch nun habe ich den Kopf etwas freier für alles, was den Umzug angeht. (Okay, ich nähe fürs Wochenende noch an einem Kostüm, aber ich hoffe, dass ich es morgen fertigstellen kann.) Wir waren am letzten Wochenende bei meiner Mutter, die vor drei Wochen aus der Eifel an die dänische Grenze gezogen ist. Da sie also selber noch einiges braucht, sind wir im Baumarkt gewesen. Oh mein Gott! Das Paradies! Farben und Tapeten und Balkonmöbel und Pflanzen und Dekokram! Ich hätte den halben Laden leer kaufen können, wenn es nicht so überflüssig gewesen wäre. Denis war ja gleich wieder begeistert von allem, was mit Grillen zu tun hat. War klar. Ich habe ihm aber gleich den passenden Grill raus gesucht. Ich denke, er hat sich sicherlich gefreut! 😀

20130514-215640.jpg

Ich habe mir auch ein paar Farbvorlagen gekrallt, da wir in unserer Wohnung die Zimmer unterschiedlich mit Akzenten versehen wollen. Tapeziert wird mit weißer Rauhfaser, aber ein wenig Farbe braucht der Mensch. Die Küche bekommt einen grünen Farbklecks, das Wohnzimmer einen grauen, das Schlafzimmer wird mit einer braunen Wand versehen und in meinem Zimmer bekomme ich meine seit langem heiss ersehnte rosa Wand. Bei dem Braun sind wir uns noch unsicher, welcher Ton es genau wird, aber die anderen Farben stehen schon relativ fest. Wer kann erraten, welche es jeweils wird?

20130514-075713.jpg

Eine Vorschau auf die neue Wohnung

Mich haben schon einige Leute gefragt, ob wir denn jetzt eine Wohnung haben in Solingen und wann wir umziehen. Ich wollte es nicht so offiziell machen bisher, weil ich immer noch Angst hatte, dass etwas schief läuft. Doch heute haben sich ein paar Sachen geklärt und wir werden am 16. Mai den Vertrag unterschreiben und den Schlüssel abholen.

Ich bin wirklich gespannt, denn die Wohnung ist wunderschön und liegt auch noch ausgerechnet in meiner bisherigen Lieblingsstraße in Solingen. Wir müssen zwar selbst Hand anlegen und tapezieren, streichen, Laminat verlegen, Küche aufbauen… Aber dafür wird es dann hoffentlich auch so, wie wir es beide haben wollen. Okay, ich spekuliere ehrlich gesagt mehr auf meinen Geschmack, aber öhöm… 😀

Blöd ist nur, dass ich durch meinen Bandscheibenvorfall nicht selbst anpacken kann. Schwer heben (über 3 kg) und bücken sind verboten. So was kenne ich gar nicht und ich fühle mich komisch dabei. Doch so bleibt mehr Zeit zum Planen, Delegieren und Meckern! Und Vanessas Idee, mir eine Sänfte zuzulegen, finde ich eigentlich ziemlich super!

20130430-205322.jpg20130430-210139.jpg20130430-210231.jpg20130430-210253.jpg20130430-210314.jpg20130430-210327.jpg20130430-210345.jpg20130430-210400.jpg20130430-210417.jpg

20130430-210505.jpg