Ambivalenz

Dieses Gefühl, innerlich komplett zerrissen zu sein und nicht zu wissen, in welche Richtung man sich wenden soll, welchen Weg man einschlagen muss: Ich finde das abscheulich. Es trifft mich immer wieder, beinahe wöchentlich. Meistens an diesen langen Wochenenden, an denen man spürt, wie sinnlos die eigene Existenz ist und wie überflüssig man sich darin fühlen kann. Hätte ich die Kater nicht, würde ich tagelang nicht einmal reden. Würde mich vermutlich tagelang nicht einmal aus dem Bett bewegen.

Klar habe ich Freunde. Aber ich bin trotzdem allein. Meistens fühlt es sich nicht so an, aber es ist dennoch eine Tatsache, die ich nicht auf Dauer ignorieren kann. Ich bin allein und es kümmert niemanden so richtig, was mit mir geschieht. Weil ich es auch selbst nicht zulasse. Es ist alles gut. Alles fein. Danke der Nachfrage. Gerade vor ein paar Tagen habe ich etwa noch festgestellt, wie froh ich darüber bin, keine Beziehung zu haben und dass es ohnehin niemanden gibt, der mir gerade geben kann, was ich brauche. (Woher weiß ich das?) Und heute heule ich mir die Augen aus, weil mich niemand liebt und ich niemanden liebe und ich nicht weiß, ob sich das jemals wieder ändern wird. Was auch kein Wunder ist, wenn ich immer nur zuhause rumsitze und niemanden an mich ran lasse.

Dann geschehen Dinge, die mir die Endlichkeit des Lebens vor Augen führen und ich denke mir: „Du verschwendest deine Zeit!“ Aber auf der anderen Seite verschwenden wir die alle und es ist so ziemlich egal, was wir tun oder lassen: Am Ende ist alles sinnlos und wir strampeln uns nur ab, um unsere Illusion von Unsterblichkeit so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Ist das erstrebenswert? Ich sitze da, diese Frage im Kopf, weiß nicht, wie ich reagieren soll und ob ich etwas sagen soll oder lieber nicht? Wie reagiert man, wenn man so richtig schlimme Neuigkeiten erfährt? Was erwartet man von mir? Ich kann damit nicht umgehen.

Wir halten uns für die Krone der Schöpfung, aber wir sind auch nur Tiere, die sich um die Arterhaltung sorgen. Dabei kümmern wir uns allerdings einen Dreck darum, ob die Art auf einem toten Planeten noch überleben kann. Die Menschheit ist nicht so wichtig wie das eigene Wohlergehen. Wie das eigene Leben in Luxus und Bequemlichkeit.

Das ist doch alles Irrsinn. Wir denken das eine, tun das andere. Wir fühlen zwei Dinge gleichzeitig, sind hin und her gerissen, können uns nicht klar werden darüber, wer wir sind und was wir wollen. Diese Ambivalenz ist immer da, verfolgt uns bis in unsere Träume, sät Zweifel und Angst. Zumindest ist es das, was ich glaube. Ich kann doch nicht die einzige sein, der es so geht. Bitte, lasst mich nicht die einzige sein…

Die verlorene Stimme

Kennt ihr diesen Moment, in dem ihr merkt, dass etwas euch sehr Wichtiges verloren gegangen ist? Wenn ihr feststellt, dass ihr etwas Besonderes nicht mehr (so gut) könnt, oder euch ein Hobby oder ein Interesse abhanden gekommen ist, das euch immer viel bedeutet hat? In den letzten Jahren hatte ich diese Augenblicke öfter und immer wieder hat es mich etwas traurig gemacht und mir gezeigt, dass man sich doch immer weiter entwickelt und verändert. Auch wenn man das nie geglaubt hat oder das gar nicht wollte.

Ich habe unter anderem mein großes Interesse an klassischen Animationsfilmen verloren. Bye bye, Disney-Merchandise! Auch Fantasy-Literatur, die mich jahrzehntelang begleitet hatte, musste ihren Favoritenstatus aufgeben. Adieu, Wolfgang Hohlbein-Romane! Dann folgte die abflauende Lust an Cosplay. Tschüssi, ihr alten Kostüme und Cosplay-Magazine!

Meine neueste Erkenntnis bezüglich dieses Themas ist die Sache mit dem Singen. Ich habe als Kind wirklich viel und oft gesungen. Ständig. Im Kinderzimmer, im Auto, unter der Dusche, beim Radfahren, Spazieren gehen oder Eislaufen. Als ich dann ausgezogen war, lief immer Musik um mich herum und ich habe mitgesungen. Meine Stimme war relativ trainiert und klang auch gar nicht mal so übel. Ein paar Jahre lang war ich Mitglied einer Tanzgruppe mit Musical-Elementen. Also habe ich auch auf der Bühne gesungen. Und vor etwa zehn Jahren dann ist etwas passiert. Ich vermute, es war das Zusammenleben mit meinem Ex-Freund. Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten, was Musik betrifft. Und so verschwand das Singen aus meinem Leben.

Seit einigen Monaten ertappe ich mich dabei, wie ich wieder öfter singen möchte. Allerdings fürchte ich mich davor, dass die Nachbarn mich hören könnten. Also bleibe ich ganz leise. Generell läuft immer noch kaum Musik bei mir zuhause. Ich spüre nicht mehr so viel dabei wie früher. Es ist nicht mehr so wichtig. Obwohl ich Musik immer noch liebe. Seltsam. Wenn ich doch einen seltenen Anfall von „Ich möchte meine Stimme austesten, obwohl sie kaum noch das ist, was sie mal war.“ habe, setze ich mich vor mein Bett und lege mir zwei Bettdecken über den Kopf. Damit man mich nicht hören kann außerhalb meiner kleinen Höhle. Damit ich niemanden störe.

Ich würde die verlorene Stimme gerne wiederfinden. Aber vielleicht ist auch das ein Kapitel meines Lebens, das einfach abgeschlossen ist.

Die große Wasserkrise von 2020

Clickbaiting kann ich! War aber gar nicht beabsichtigt. Also, nein, es geht nicht um irgendwelche neuen Klimakatastrophen. Das sind immer noch die alten. Ich schreibe auch nicht über vergiftetes Trinkwasser oder ausgetrocknete Stauseen. Es geht um mein Trinkverhalten. Das ist schon seit vielen Jahren als eher problematisch einzuordnen, aber seit Corona ist es noch viel schlimmer geworden.

Was mein Wasserhaushalt mit Corona zu tun hat? Nun, seit ich im Berufsleben stehe – immerhin schon knapp 22 Jahre – hatte ich ständig das Problem, während der Arbeitszeit kein Durstgefühl zu entwickeln. Bei einigen Jobs konnte man außerhalb der Pausen nicht an Getränke kommen, bei anderen war ich so auf die Arbeit fokussiert, dass alles andere in den Hintergrund rückte. Im Sommer wurde es etwas besser, weil ich durch die Hitze oft Kreislaufprobleme habe, da hilft mir Wasser und ich trinke etwas mehr. Aber immer noch nicht genug.

Vor einigen Jahren habe ich also angefangen, mir große Wasserflaschen an meinen Arbeitsplatz zu stellen. Das half ein wenig. Und auch die ständigen Erinnerungen meiner Kollegen, ich solle doch bitte mehr trinken, waren gut für mich. So kam ich auf meine ein bis anderthalb Liter pro Tag und das ist ein recht vernünftiger Schnitt für mich.

Seit Mitte März sieht das leider anders aus. Home Office, Kurzarbeit und weggebrochene Strukturen machen mir das Trinken schwer. Wenn ich gut bin, also so richtig gut, dann schaffe ich einen Liter pro Tag. Meist dümple ich aber irgendwo bei 500 ml vor mich hin. Das ist nicht genug! Doch selbst wenn ich mir Erinnerungen setze, klappt es nicht. Ich ignoriere sie oder vergesse aufs Handy zu schauen oder habe schlicht und ergreifend keinen Durst.

Was also tun? Hat jemand eine gute Idee? Es nervt mich und auch wenn ich bisher noch keine großen Auswirkungen spüre: Sie werden kommen. Ich weiß es!

Angstfaktor Mensch

Ich habe es schon zu Beginn der Corona-Krise gesagt und ich wiederhole es gerne wieder: Das Virus macht mir weniger Angst als die Menschen und ihr Verhalten. So langsam weiß ich gar nicht mehr, wie ich auf mein Umfeld reagieren soll. Durchgehend aggressiv? Lieber passiv und vorsichtig? Oder ein wenig verrückt, damit ich auf der Idiotenwelle mitschwimmen kann? Wobei ich letzteres wirklich nicht möchte.

Momentan erleben wir wohl den RISE OF THE STUPID. Und ich schreibe das mit Absicht in Großbuchstaben, weil man es gar nicht deutlich genug sagen kann. Mein letzter Beitrag hier befasste sich mit den Verschwörungstheorien rund um Corona, aber wer glaubt, deren Anhänger wären die einzigen, die es gerade besonders bunt treiben, der irrt sich. Gefühlt jede alternative Gruppierung springt dieser Tage auf den Protestzug auf, echauffiert sich über Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln, brüllt nach mehr Freiheit und nach der Einhaltung des Grundgesetzes, verlangt den Widerstand, erklärt einen Aufstand gegen die Diktatur, fordert die Durchsetzung des Volkswillens. Da treffen sich Hippies, Nazis, Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Hooligans, Querdenker, Impfgegner und allerlei andere Vertreter diverser Vereinigungen zu Demonstrationen, auf denen sich fleißig untereinander umarmt, geküsst und auf alle Regeln geschissen wird. Absichtlich, versteht sich. Denn es gibt natürlich überhaupt kein Problem. Ist ja alles nur eine große Lüge. Fake News.

Dieses Verhalten, das hier an den Tag gelegt wird, zeugt von so einer großen Arroganz und Ignoranz, dass ich am liebsten kotzen würde. Mit niedrigem Blutdruck habe ich zur Zeit wirklich keinerlei Probleme, weil ich mich jeden Tag über dieses Thema aufregen kann und auch muss. Sobald ich aufhöre, wütend zu werden, sobald ich anfange, mir die Egozentrik meiner Mitmenschen am Arsch vorbei gehen zu lassen, habe ich aufgegeben. Und ich will nicht aufhören, an Vernunft und verantwortliches Miteinander zu glauben!

Es erschließt sich mir auch gar nicht, warum die Leute meinen, so einen Aufstand proben zu müssen. Klar, die Situation ist für mich relativ entspannt und ich verstehe total, dass viele Menschen schlechter dran sind als ich. Das will ich niemandem absprechen. Ich muss mich nicht mit Kinderbetreuung befassen, bin als Angestellte auch nicht von Insolvenz bedroht, habe keinen prügelnden Ehemann zuhause und bin auch nicht permanent angefressen von mit mir lebenden Familienangehörigen, weil ich einfach alleine wohne. Das ist schon ziemlich privilegiert. Dennoch verstehe ich den Zusammenhang zwischen all diesen Dingen und beispielsweise dem Grundgesetz nicht. Ja sicher, wir sollen uns möglichst zuhause aufhalten. Große Veranstaltungen sind untersagt. Es gibt Kontaktbeschränkungen. Aber dass all das notwendig ist, um nicht Zustände wie in Italien oder jetzt Großbritannien zu provozieren, kapieren die Leute schon, ja?

Wir dürfen uns nicht mehr versammeln und demonstrieren!

Doch, das dürft ihr. Das Verfassungsgericht hat dies sogar in einem Urteil bestätigt. Und genau darum werden ordnungsgemäß angemeldete Demonstrationen auch nicht aufgelöst.

Unsere Meinungsfreiheit wird beschnitten!

Nein. Ihr dürft eure Meinung sagen, wie ihr lustig seid. Selbst wenn sie Blödsinn ist. Haut raus, was ihr denkt. Bitte sehr. Aber behauptet nicht, ihr dürftet das nicht. Gerade das Recht zur Demonstration und die Möglichkeit, eure geistigen Ergüsse auf youtube und sonstigen Plattformen teilen zu können, sollten das beweisen.

Wir werden unsere Rechte und Freiheiten nicht zurück bekommen!

Sagt wer? Steht wo? Entschuldigung, aber weil ihr euch irgendwelche spinnerten Geschichten ausdenkt, sind eure Hirnfürze noch lange nicht die Wahrheit. Glaubt ihr nicht, dass die Lockerungen auch Beweis genug dafür sind, dass es wieder Richtung Normalität gehen soll? Und dass genug Menschen auf die Barrikaden gehen würden, wenn es von der Regierung hieße: „Sorry, ihr müsst jetzt für immer auf alle sozialen Kontakte verzichten.“

Wacht auf! Ihr seid alle gehirngewaschen!

Nur weil man sich an Regeln hält, die der Gemeinschaft nutzen, ist man noch lange kein gehirnamputierter Sklave einer Regierung. Die meisten Menschen sind ja zum Glück schlau genug, sich um das Miteinander Gedanken zu machen und auf ihr Umfeld zu achten. „Aufwachen“ bedeutet auch nicht automatisch, dass man den Schwurblern zu folgen hat, weil sie die ultimative Wahrheit erzählen.

Der Lockdown war gar nicht notwendig! Die Regierung hat falsch gehandelt und/oder uns alle verarscht!

An dieser Stelle eine kurze Frage: Schon mal was von Kausalzusammenhängen gehört? Ihr meckert rum, dass überhaupt nichts passiert ist, dass die Krankenhäuser leer geblieben sind, dass wir keinen drohenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems erlebt haben und dass dies der Beweis dafür wäre, dass der Lockdown unnötig gewesen wäre. Aber gerade WEIL der Lockdown erfolgt ist, haben wir das bisher so gut gemeistert. Ist das hier jetzt wirklich Gemecker darüber, dass es uns bisher nicht so hart getroffen hat wie andere Länder? Ist es wirklich das, was ihr wollt?

Das Gejammer über die Maßnahmen und das ausgebliebene Massensterben ekelt mich ein wenig an. Man kann von den Maßnahmen halten, was man will, aber das Ergebnis spricht doch eigentlich wirklich für sich. Wir sind bis dato eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen und haben eine vergleichsweise niedrige Sterberate. Ich finde es eine unverschämte Arroganz, sich darüber zu beschweren! Wir sollten froh sein und nicht rumjammern. Wir sollten einander unterstützen und zusehen, dass wir nun in ruhigeres Fahrwasser kommen, statt uns gegen eine angebliche Diktatur in Deutschland aufzulehnen, die es gar nicht gibt. Wir sollten einfach mal verstehen, dass wir echt glimpflich davongekommen sind. Und vor allem, dass es noch nicht vorbei ist.

Aber nein, stattdessen wird sich gegenseitig aufgestachelt und in immer aggressiveren Protesten gegen einen Staat angegangen, der im Allgemeinen bisher einen ganz guten Job gemacht hat. Klar, über einzelne Leute kann man streiten. Und sicherlich bin ich auch nicht mit allem einverstanden, was da teils so von sich gegeben wird. Aber darum gehe ich nicht auf Polizisten los und kuschle mit den Massen in irgendeiner Innenstadt. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich nicht vor den Karren von Rechten oder Verschwörungsspinnern spannen lasse, die nun ihre große Stunde gekommen sehen. Und gerne recherchiere ich in den nächsten Tagen noch mal ausführlicher zu den Leuten, die hinter den derzeitigen Demonstrationen stehen und sich als Puppenspieler betätigen. Dann kann ich mich auch dazu noch mal auslassen.

Die große Corona-Verschwörung

Ich will ja generell eigentlich niemandem ans Bein pinkeln, der eine andere Meinung vertritt als ich. Die großen Ausnahmen sind dabei Menschen, die der AfD zujubeln und Verschwörungstheoretiker. Da sich das Interesse der Menschen derzeit beinahe ausschließlich auf das Coronavirus konzentriert, bleiben uns Nachrichten von der braunen Front zum Glück überwiegend erspart. Und das ist fantastisch! Generell sollte es immer so sein, dass der AfD das mediale Wasser abgegraben wird. Denn wie sehr sie als Partei darunter leidet, sieht man an der neuesten Idee von Stephan Brandner. War er vor noch nicht allzu langer Zeit ein erklärter Feind der Öffentlich-rechtlichen Medien, sollen sie nun Parteiwerbung zeigen, denn immerhin würde die AfD ja sonst niemals zu Wort kommen und ihre Ansichten darstellen dürfen! Die Pressemitteilung dazu ist für mich eine einzige Lachnummer. In mehreren Artikeln wird Brandner dann auch zitiert und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich das glatt für Satire halten. „Das Veranstaltungsverbot trifft faktisch nur die AfD“, heisst es da. Die Partei solle damit „mundtot“ gemacht werden.

Warte… Was? Ich kann mich irren, aber unterstellt er ernsthaft, es gäbe keine anderen Großveranstaltungen außer den Mitgliederversammlungen der AfD? Keine Messen, keine Konzerte, kein gar nichts? Und all das, die ganzen Absagen, das ganze Gedöns rund um Corona wird nur veranstaltet, um die AfD zum Schweigen zu bringen?

Mit seinen Aussagen tritt Brandner dann auch schon in die Fußstapfen derjenigen, die mich dieser Tage ganz besonders schnell auf die Palme bringen: Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker. Ich weiß, jeder Mensch baut sich seine Realität selbst, aber ich verstehe einfach nicht, wie sich so viele Leute eine Welt zurechtbasteln können, in der nur sie und wenige Auserwählte die Wahrheit kennen und der Rest unbekehrt und ahnungslos zur Schlachtbank geführt wird. Das erinnert mich immer ein wenig an die UFO-Sekten, deren Mitglieder irgendwann von den Aldebaranern abgeholt und zu ihren Freunden, den Echsenmenschen, im Orionnebel geflogen werden. Versteht mich nicht falsch: Kritisches Denken ist richtig und wichtig. Was sich aber dieser Tage in den sogenannten „alternativen Medien“ tummelt, tut teilweise echt weh. Vor allem, da man mit ein wenig Eigenrecherche erkennen könnte, dass die Kanäle, in denen nun immer mehr (selbsternannte) Mediziner aus allen Fachrichtungen auftreten, schon früher lustige Thesen zu allerlei kruden Themen verbreitet haben. Aber die Mühe wird sich von der Anhängerschaft dieser Menschen leider selten gemacht.

Wenn ich mitkriege, welche teils schwachsinnigen Theorien inzwischen verbreitet werden, sträuben sich mir die Haare. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Es gibt kein Coronavirus.
  • Die Grippe ist viel gefährlicher als SARS-Cov-2.
  • Das Virus ist eine Erfindung der Eliten, damit eine neue Weltherrschaft eingeführt werden kann.
  • Das Virus wurde in Laboren in Wuhan entwickelt und ist von dort aus „entkommen“.
  • Das Virus wurde von den USA entwickelt und in China losgelassen, um das Land zu schwächen.
  • China besitzt schon lange ein Gegenmittel, daher war der Spuk dort auch so schnell vorbei. Das wahre Ziel ist die Schwächung der westlichen Welt und die Machtübernahme Chinas.
  • In den Krankenhäusern gibt es keine Corona-Patienten. Die Krankenhäuser sind leer.
  • Es sollen Zwangsimpfungen eingeführt werden.
  • Bill Gates will mit der Zwangsimpfung einen Chip in jeden Menschen einspritzen lassen. Ziel: Überwachung und Versklavung.

Ich könnte noch sehr lange so weitermachen. Die Behauptungen, Vermutungen und Unterstellungen nehmen kein Ende. Und es ist auch leider überhaupt nicht möglich, Diskussionen über die einzelnen Punkte zu führen. Wer daran glaubt, der ist oft schon so tief drin in dieser Überzeugung, dass alles, was man sagt, nur noch falsch sein kann. Recherchiert man, bringt man Fakten und Belege und fragt man Experten, so bekommt man die üblichen Antworten. Man sei bereits gehirngewaschen, der Lügenpresse kann man ohnehin nicht glauben, die Experten würden bestochen, bedroht oder manipuliert, andere Meinungen wolle man nicht mehr gelten lassen, weil man der Regierung hörig sei. Auch das ließe sich beliebig fortführen.

Ich kann es nicht mehr hören.

Es gibt unzählige Wege, sich schlau zu machen. Statistiken, Forschungsarbeiten, Interviews, Dokumentationen, Fernsehen, Radio, Internet… Wir sind gesegnet mit einer Masse an Informationen. Aber gleichzeitig ist dieser Segen auch ein Fluch, denn wie eingangs schon gesagt: Jeder baut sich seine Realität selbst. Wer sich kritisch mit den Medien, der Politik und der Gesellschaft auseinandersetzen will, der soll das tun. Bitte, tut es! Ich ermuntere euch dazu! Aber macht das nicht ausschließlich über Quellen, die abstruse Behauptungen verbreiten. Die dienen nämlich oft ganz anderen Zwecken als der Aufklärung. Narzissten, die sich profilieren wollen, Verbände oder Netzwerke, die politische Ziele verfolgen, oder einfach dumme Trolle, die es witzig finden, Blödsinn zu verbreiten. Das sind nur einige Beispiel davon, was hinter den „alternativen Medien“ stecken kann. Natürlich muss es nicht so sein. Aber man sollte schon sehr genau hinschauen. Und sich vor allem nicht nur aus einer alternativen Quelle bedienen, sondern auch die Systemmedien mit einbeziehen. Denn oft entstehen beim Abgleich der Fakten aus verschiedenen Quellen regelrechte Aha-Momente, wenn man erkennt, dass eine Argumentation falsch geführt wurde oder einfach mal wichtige Informationen weggelassen oder verändert wurden.

Als ich diesen Beitrag zu schreiben begann, habe ich mich bewusst dafür entschieden, keine Quellenangaben zu den Verschwörungstheorien zu machen und auch keine Portale oder Nachrichtendienste anzuprangern oder zu empfehlen. Ich bin keine Medienwissenschaftlerin und habe niemals einen Doktor in Politikwissenschaften gemacht. Daher handelt es sich bei diesem Text ausschließlich um meine eigene Meinung. Was ich aber vor allem nicht möchte, ist irgendwelchen Verschwörungsheinis in meinem Blog eine Plattform zu bieten. Ich traue den Menschen durchaus zu, Google zu benutzen und die von mir genannten Sachen nachzuschlagen. Auch Namen von sogenannten Experten werde ich hier nicht veröffentlichen. Nicht aus Furcht vor Folgen, sondern weil ich diese nicht unterstützen möchte. Ich habe zu jedem Einzelnen meine eigene Meinung und viele dieser Menschen verorte ich in der rechtspopulistischen Ecke.

Ich wiederhole es zum Schluss gerne noch einmal: Kritik ist richtig und wichtig. Immer! Aber bitte auf vernünftiger Grundlage und ohne Aluhut. Ich für meinen Teil kann nämlich nicht mehr dafür garantieren, dass ich bei der nächsten blödsinnigen Diskussion nicht so richtig aus der Haut fahre. Und dann könnte es passieren, dass ich mal einen Aluhut dahin stecke, wo die Sonne nie scheint…

der aktuelle Status

Wirklich interessant, wie alle sagen, dass sie verzichten und zuhause bleiben und ihr Leben ändern, und ich so: „Es bleibt alles, wie es war!“ Ich muss nichts ändern, ich muss mich nicht einschränken. Und warum? Weil ich seit Jahren sowieso immer allein zuhause bin, am Wochenende am liebsten zockend vor der Konsole oder dem PC sitze und keine Partymaus bin. Daher macht es mir nicht so viel aus, mich möglichst von anderen Menschen fern zu halten.

Was sich geändert hat, ist meine Arbeitssituation. Ich bin seit Mitte letzter Woche im Home Office und noch dazu in Kurzarbeit und ich muss sagen: Das hat ganz arge Existenzängste geschürt. Aber ich versuche mich davon nicht verrückt machen zu lassen. Am Ende geht es doch irgendwie immer weiter und ich habe so viel Unterstützung angeboten bekommen, dass ich mir sicher bin, ein Netz aus Familie und Freunden zu haben, das mich auffangen wird, sollte es ganz schlimm kommen. Ich hoffe natürlich nicht, dass es so weit kommt, aber man weiß ja nie.

Derweil versuche ich, die Situation so positiv wie möglich zu sehen. Der Coronavirus schenkt mir gelassenere Zugfahrten, ein Durchatmen auf der Straße, ruhige Einkaufsgänge und vieles mehr. Alles, weil weniger Menschen unterwegs sind. Das ist einfach wundervoll. Natürlich ist der Grund nicht so toll. Dennoch ist es für mich auch ein positiver Nebeneffekt dieser ganzen Seuchensache.

Zeiten des Wandels

Das neue Jahr hat begonnen und wie eigentlich alle, die mich kennen, wissen müssten: Ich halte nichts von Neujahrsvorsätzen. Die setzen mich unter Druck, sind oft unrealistisch und spätestens im Februar sind sie eh vergessen. Aber natürlich denke ich zwischendurch mal darüber nach, was ich in meinem Leben verändern möchte oder auch darüber, was sich dringend ändern muss! Und so sind in den letzten Wochen bereits einige Sachen von mir angegangen worden, die ich hier mal festhalten möchte.

Die finanziellen Sorgen, die mich im August und generell über die letzten Monate so massiv geplagt haben, sind nicht komplett verschwunden, aber sie sind tragbarer geworden. Unter anderem habe ich das meinen Eltern zu verdanken, die spontan für mich in die Bresche gesprungen sind und mir aus dem schlimmsten Tief geholfen haben. Manchmal ist es schwierig, die empfundene Dankbarkeit angemessen auszudrücken. Als würde immer noch mehr gehen. Zu Kreuze kriechen, Füße küssen… Solche Dinge. Von meiner Seite aus habe ich einige Sachen geändert, also habe beispielsweise meine Energieverträge gekündigt und gewechselt, um günstigere Tarife zu bekommen. Einkaufslisten sorgen dafür, dass ich (meistens) nicht mehr unüberlegt alles mögliche in meinen Korb werfe. Nebenjobtechnisch läuft ab und zu auch was. Ich stehe also etwas stabiler da, habe keine komplett schlaflosen Nächte mehr und kann auch etwas abwechslungsreicher essen als nur trocken Brot und ab und zu mal ein paar Nudeln.

Durch den Besuch eines sehr engen Freundes im Oktober war ich gezwungen, meine Wohnung aufzuräumen. Und zwar so richtig. In jeder dunklen Ecke. Bisher hält die Ordnung ganz gut vor und das erstaunt vermutlich niemanden mehr als mich! Während der Arbeitswoche habe ich immer noch sehr wenig Motivation, irgendwas anzufassen und zu erledigen, aber am Wochenende bin ich tatsächlich fleißig. Ein Punkt, den ich so langsam zu akzeptieren beginne, ist mein genereller Hang zum Chaos. Ich bin einfach keiner dieser total durchorganisierten und von Grund auf ordentlichen Menschen, die ich so bewundere. Und es hat mich immer fertig gemacht, eben nicht so zu sein und mich daher als fehlerhaft anzusehen. Es ist aber eben kein Fehler. Es ist einfach nur ein Teil von mir.

Ich arbeite hart an meinem Neid auf andere. Durch die Unzufriedenheit mit mir selbst sehe ich einige meiner Mitmenschen oft als „perfekt“ an und beneide sie um ihr Leben und ihre tollen Chancen, ihre Liebe und ihren Stil. Das gebe ich auch unumwunden zu. Ich möchte, dass jeder weiß, dass meine seltsame Attitüde nichts mit ihnen zu tun hat, sondern allein mit mir und meinen verkorksten Gefühlen und Gedanken. Das hilft mir tatsächlich, etwas reflektierter zu denken und zu handeln. Die Dinge anzugehen, die mich unzufrieden und unsicher machen oder mich an mir selbst zweifeln lassen, das liegt nun an mir. Kriege ich bestimmt auch noch hin.

Außerdem habe ich eine für mich sehr wichtige Entscheidung getroffen. Lange hatte ich nichts, worauf ich hinarbeiten konnte oder wollte. Innerlich habe ich mich auf ewig in meiner Butze hocken sehen, umgeben von fünfzehn Katzen (Was an sich nichts Schlechtes ist, höhö.) und in der Einsamkeit versinkend. Eines Tages dachte ich: „Warum soll ich denn hier feststecken? Warum sehe ich es nicht als Übergangslösung an, in einer Stadt zu wohnen, in der ich nicht unbedingt sein möchte?“ Ich möchte nicht zu negativ klingen, es ist ganz okay in Wuppertal. Aber auf Dauer sehe ich mich hier nicht. Also dachte ich und her und habe beschlossen, mich in absehbarer Zeit räumlich zu verändern. Die Menschen, die ich liebe, wohnen entweder in Düsseldorf oder im Düsseldorfer Raum, andere so weit weg, dass ich nicht einfach zu ihnen ziehen kann, aber von Düsseldorf aus bessere Anbindungen hätte, um zu ihnen zu kommen. Da ich kein Stadtmensch bin und nicht mehr in einer Gegend wohnen möchte, wo mich das Großstadtflair erstickt, möchte ich mich Richtung Monheim/Baumberg/Düsseldorf-Urdenbach orientieren. Mich locken vor allem das flache Land, der nahe Rhein und damit der Ausbruch aus den Bergen. Es fühlt sich gut an, dieses Ziel zu haben. Weniger orientierungslos als zuvor.

Alles in allem finde ich das eine ganz beachtliche Ansammlung an wichtigen Punkten in meinem Leben, die in eine wünschenswerte Richtung laufen. Ich werde versuchen, mich in Zukunft auch weiterhin auf das zu konzentrieren, was mir wichtig ist und was mal den ein oder anderen Schubser in die richtige Richtung gebrauchen könnte.

[Kinozeit] Frozen II

Obwohl ich kein besonders großer Fan des ersten Teils von „Frozen“ bin, war ich neugierig, als ein zweiter Teil angekündigt wurde. Ich hatte nicht vor, mir die Fortsetzung anzusehen, denn die Erfahrung hat mir leider gezeigt, dass Fortsetzungen im Disney-Universum generell eher… mau sind. Die ersten Trailer rissen mich dann auch nicht besonders vom Hocker, aber schließlich packte es mich da, wo ich am leichtesten zu kriegen bin: Bei der Musik. Auf Spotify wurde das Album veröffentlicht und da ich die Musik des ersten Teils größtenteils wirklich super finde (allerdings nur im englischen Original, aber dazu später mehr), hörte ich mal kurz in den Soundtrack rein. Aus „mal kurz“ wurde dann „ziemlich lang, ziemlich oft“. Die Musik war einfach toll und über sie ließ sich schon ein Großteil der Geschichte mehr als erahnen. Und so beschloss ich, dem Film eine Chance zu geben. Der Plan war, in eine Vorstellung mit Originalton zu gehen, doch meine Kollegen fragten mich, ob ich mit ihnen gehen wollte und so fand ich mich letzte Woche in der deutschen Vorführung wieder.

Ein kurzer Anriss, worum es geht: Drei Jahre nach den Ereignissen des ersten Films leben Anna, Elsa und ihre Liebsten (namentlich Kristoff, Sven und Olaf) friedlich in Arendelle und freuen sich des Lebens. Es ist die Zeit von Thanksgiving und das wird ausgiebig in der Stadt gefeiert. Während Kristoff damit kämpft, Anna einen romantischen Heiratsantrag zu machen, hört Elsa seit einiger Zeit eine mysteriöse Stimme, die sie zu rufen scheint. Sie erzählt allerdings niemandem davon und versucht sie zu ignorieren, so gut es geht. Leider klappt das nicht so richtig gut und bei dem Versuch, mehr über die Stimme herauszufinden, wird Arendelle von den Kräften der Natur verwüstet. Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, begibt sie sich zusammen mit Anna und ihren Freunden auf eine Reise in den verzauberten Wald.

So weit, so gut. Ab diesem Punkt sollten diejenigen, die den Film noch nicht gesehen haben und das gern noch tun möchten, nicht mehr weiterlesen. Ich spoilere und stelle Fragen nach dem Sinn von gewissen Handlungsbögen, daher lasst es lieber. Und für alle, die Texte nur überfliegen:

AB HIER GIBT ES SPOILER!!!

Zunächst mal möchte ich die deutsche Synchronisation erwähnen. Als ich damals den ersten Teil gesehen habe, war ich wirklich tief enttäuscht. Zugegeben, meine Erwartungshaltung war wirklich hoch, aber für mich hat besonders die deutsche Fassung sehr viel zerstört. Ich habe den Film später auf BluRay geschenkt bekommen und ihn mir noch einmal auf Englisch angeschaut und da ist er einfach so viel besser! Die Übersetzung insbesondere der Liedtexte war teilweise richtig übel und die Stimmen haben meiner Meinung nach kaum Ausdruck und insbesondere die von Elsa passt einfach nicht zu ihr. Meine Befürchtung war also, dass der zweite Teil am selben Problem scheitern könnte. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm wie zuvor. Die Liedtexte waren viel besser getroffen und bis auf einen für mich großen Hör-Stolperer ging es sogar wirklich gut. Aber ehrlich, Leute: „Wo noch niemand war“? Im Original heisst es „Into the Unknown“ und ich glaube, Orte, die einem selbst unbekannt sind, können durchaus von anderen betreten worden sein. Außerdem klingt es beim Singen einfach… seltsam. Aber egal, ich will mich nicht dran aufhängen. Stimmlich stinken leider alle Darsteller gegen ihre englischen Kollegen ab, aber das war mir ja bereits vorher klar. Hape Kerkeling wird als Olaf niemals einen Blumentopf gewinnen, Pia Allgaier und Willemijn Verkaik können Kristen Bell und Idina Menzel leider nicht das Wasser reichen. Das ist für mich aber natürlich sehr subjektiv, hat also keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Sehr gut gefallen hat mir die Eröffnungsszene des Films. Der Rückblick auf die gemeinsame Zeit mit den Eltern war wirklich niedlich und ich liebe ja einfach das Lied von Iduna. Außerdem bekam man einen sehr schönen Rückblick auf die Ereignisse rund um das Volk der Northuldra, was den Film gut eingeleitet hat, ohne ewig auf der Hintergrundgeschichte herumreiten zu müssen.

Allerdings habe ich mich gleich zu Anfang schon gefragt, wie Elsa es denn jetzt eigentlich geschafft hat, das Siegel des Waldes aufzuheben und vor allem, woher sie das weiß? Ja, okay, die Elemente wüten durch die Stadt, aber das Königshaus hat außer einer vagen Geschichte über die Kräfte der Natur null Plan, was da im Wald so abgeht. Und mit ihrem Eiszauber hat Elsa ja auch schon seit 24 Jahren rumgespielt. Also was ist passiert, dass da plötzlich ein Siegel bricht? Vielleicht kann mir das mal jemand erklären.

Oh und ich hätte auch gern eine Erklärung für die Sache mit dem fünften Geist. Ich meine, okay, Elsa ist der fünfte Geist, Brücke zwischen den Northuldra und den Naturgeistern. Die Kräfte dafür hat sie bekommen, weil Iduna als Northuldra einem Menschen, Annas und Elsas Vater, das Leben gerettet hat. Check. ABER! Es muss doch immer einen fünften Geist geben, der die Brücke bildet. Wer bitte schön war das vor Elsa? Iduna kann es nicht gewesen sein. Was ist also mit dem Vorgänger passiert? Und wieso ruft der- oder diejenige nicht nach Elsa, sondern ihre Mutter? Das ist eigentlich ziemlicher Quatsch und meiner Meinung nach nicht gut durchdacht. Ist halt gut fürs Drama, aber logisch ist das eigentlich nicht.

Das sind aber auch die Dinge, die ich am meisten kritisiere. Also wirklich viel weniger als am ersten Film. Auch wenn mir Olaf immer noch auf die Nerven geht. Aber wir werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Und mein persönliches Highlight, der 80er Jahre Lovesong von Kristoff mit Rentier-Chor, hat mich auch mit Olafs schrecklichem Lied einigermaßen versöhnen können.

nur dabei statt mittendrin

Ich werde schon etwas wehmütig, wenn ich über die Entwicklungen nachdenke, die gerade bei mir auf der Arbeit stattfinden. Die nächsten Monate werden aufgrund von 3 (!!!) Umzügen sicherlich stressig, dann startet während dieser Zeit auch noch eine neue Mitarbeiterin, die ich einarbeiten muss, und mein Arbeitsplatz wird sich vom Empfang ins Back Office verlagern. Letzteres habe ich mir seit längerem gewünscht und ich bin auch froh darüber, da ich mich bereits seit Monaten in einer „Mich nerven Menschen und will sie alle einfach nur noch schlagen“-Phase befinde. Andererseits wird mir der Kundenkontakt sicherlich auch fehlen. Mal sehen, wie ich damit klar komme.

Durch den Umzug werden wir uns räumlich natürlich auch anders einrichten und ich denke, das wird dann wirklich schlimm für mich werden. Wir sind – alle zusammen – ein tolles Team, das besonders in der Gemeinschaft unschlagbar ist. Das neue Haus gibt es nur leider nicht mehr her, dass wir auch den Tag gemeinsam verbringen können. So werden Verwaltung und Lehrerschaft komplett auseinander gerissen. Sollten sich überhaupt noch Lehrer zu uns in die Büroräume verirren, so höchstens noch an den Empfang. In meinem Büro werde ich wohl höchst selten noch einen Kollegen zu sehen bekommen.

Da ich arbeitstechnisch ein Teamplayer bin und gerne kommuniziere, wird das wohl eine echte Herausforderung für mich. Ich denke ein wenig an frühere Jobs zurück, in denen ich außer einer Kollegin tagelang niemand anderen sah. Ich denke an die Panikattacken, die mich dort ständig ereilten, weil ich mich verloren fühlte und einsam und mein Kopf den totalen Zirkus veranstaltet hat.

Hoffentlich wird mir das nicht wieder passieren. Ich bin natürlich viel stabiler als früher und habe mich weiter entwickelt. Allerdings tue ich mich auch schwer mit Veränderungen. Am besten ist es wohl, sich jetzt noch keine übermäßigen Gedanken zu machen und einfach mal zu sehen, was am Ende auf mich zukommt.