[Spielzeit] Secret of Mana

In den frühen 90er Jahren haben mein Bruder und ich ziemlich zeitgleich unsere Liebe für Videospiele entdeckt. Zunächst spielten wir bei Freunden, die Konsolen wie zum Beispiel das Nintendo Entertainment System (NES) oder auch einen Atari besaßen. Als Nintendo den Game Boy veröffentlichte, wünschten wir uns jeweils einen und ab dem Moment, in dem wir ihn auch bekamen, war es besiegelt: Wir waren Gamer und würden es immer sein. Mit dem Erwerb eines Super Nintendo Entertainment Systems (SNES) kamen noch mehr Spiele in unser Haus, die vor allem grafisch immer größere Fortschritte vorweisen konnten. Bis heute besitze ich unsere alte Konsole und auch meine absoluten Lieblingsspiele dafür: Zelda – A Link to the Past, Super Mario Kart, Donkey Kong Country und vor allem Secret of Mana.

1993 erschienen (Also vor 25 Jahren, meine Güte!) ist das Original immer noch eines meiner Lieblingsspiele. Ich weiß nicht, wie oft ich es schon durchgespielt habe, wie viele Male ich mich durch diese Welt gekämpft und gelacht habe. Auf jeden Fall sehr oft. Das Design, die Musik und die Geschichte haben mich inspiriert und mich beim Schreiben so mancher Geschichte beeinflusst. Vermutlich können Menschen, die nichts mit Videospielen anfangen können, eine emotionale Bindung zu einem bestimmten Titel gar nicht verstehen, doch tatsächlich gibt es das und bei mir ist eine dieser Bindungen zu Secret of Mana entstanden.

Als ich hörte, dass Square Enix ein Remake plant, war ich zunächst skeptisch. Ich mag aufgewärmte Sachen nicht besonders, oft sind sie lieblos gemacht und man fühlt sich nicht richtig wohl damit. Dennoch beschloss ich, dem Ganzen eine Chance zu geben. So besorgte ich mir das Spiel für die PlayStation4 zum Erscheinungsdatum und begann es nun zum Start meines Urlaubs zu spielen. (Alternativ wäre Wäsche waschen und Küche aufräumen angesagt gewesen. Die Entscheidung, mich stattdessen vor die Konsole zu setzen, war nicht so schwer.)

Square Enix hat zunächst die Grafik etwas moderner gestaltet und im 3D-Stil aufgepeppt. Wirklich schön anzusehen sind die liebevoll gestalteten Landschaften, bei denen auch Wert darauf gelegt wurde, Dinge wie zum Beispiel Wasser realistisch anmuten zu lassen. Die Steuerung und die Menüführung sind jedoch immer noch so simpel wie früher und auch der Aufbau hat sich nicht verändert.

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Hinzugekommen sind verschiedene Zwischensequenzen, die ein wenig an das Cel-Shading der Tales of…-Reihe erinnern, außerdem Interaktionen zwischen den Hauptcharakteren, die sich vor allem beim Besuch eines Gasthauses abrufen lassen .Es ist wirklich schön, die Charaktere nun so detailreich ausgestaltet betrachten zu können.

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Die größte Änderung ist auf jeden Fall die Sprachausgabe. Jede Textausgabe wurde vertont, auch die der nicht spielbaren Charaktere. Weiterhin lässt sich auswählen, ob man die englische oder die japanische Sprachausgabe hören möchte. Untertitel dazu sind in deutscher, englischer, französischer, italienischer, spanischer und japanischer Sprache verfügbar. Ich habe mich für die japanische Sprachausgabe und englische Untertitel entschieden. (Vor allem, weil Emiri Kato die Rolle der Popoi spricht.) Ich habe gehört, dass in den deutschen Untertiteln ein paar Figuren neu benannt wurden, was wohl einigen Leuten sauer aufgestoßen ist. Mich persönlich stört das nicht wirklich, allerdings spiele ich auch mit englischen Untertiteln und dort ist alles beim Alten geblieben.

Die Musik ist allerdings nicht einfach übernommen worden, sondern hat ein Make Over erhalten. Einige Stücke wurden orchestriert, die meisten neu vertont und teilweise neu arrangiert, jedoch ohne das Original aus den Augen zu verlieren. Mir gefällt der neue Soundtrack sehr gut, allerdings wurde eine Option eingebaut, die es erlaubt, auch den alten Soundtrack zum Spiel zu hören.

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Besonders schön finde ich die liebevoll gestalteten Designs der Neuauflage. Im Menü findet sich zum Beispiel ein Überblick über alle Gegner sowie auch über die vorkommenden Charaktere und die verwendeten Waffen. Sie lassen sich alle einzeln betrachten und auch drehen, um sie von allen Seiten ansehen zu können. Gerade für Cosplayer sehr praktisch! (Ja, man denkt bei jedem Spiel bereits darüber nach, was man wie umsetzen könnte.)

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Bisher habe ich etwa 4 Stunden gespielt und ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht vom Ergebnis der Überarbeitung. Ich freue mich, wieder einmal in diese Welt und ihre Geschichte abtauchen zu können und dabei die vielen hinzugekommenen Details zu bewundern. Sogar die Händler, die im Original immer hinter ihrer Theke abzappelten, hat man wieder zum Tanzen gebracht! Es macht wirklich großen Spaß, Secret of Mana zu spielen. Und ob man es nun aus Nostalgie tut oder das Spiel zum ersten Mal entdeckt: Ich bin mir sicher, man wird seine Freude daran haben.

Tante Edith sagt: Die Bilder habe ich im Schweiße meines Angesichts von meinem Fernseher abfotografiert. Man sehe mir also die etwas miese Qualität nach.

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Ich möchte eine Sachertorte sein.

Nach jeder gescheiterten Beziehung kommt irgendwann der Moment, in dem einem klar wird, dass man so langsam wieder bereit für etwas Neues wäre. Oder sich dem Gedanken daran zumindest nicht mehr komplett verschließt. Nachdem ich im vergangenen Jahr wirklich überhaupt keine Lust darauf hatte, wieder jemanden in mein Leben zu lassen und extrem viel mit mir selbst zu tun hatte, fällt mir nun seit einigen Wochen auf, dass ich nicht mehr abgeneigt wäre.  Es ist niemand in Sicht, der wirklich als Partner in Frage käme, aber man beginnt sich schon ein wenig umzuschauen. Wobei das mit dem Umschauen vielleicht etwas zu hoch gegriffen ist, da zwischen Arbeit und Wohnzimmer nicht ganz so viel Zeit und Raum ist, um jemanden kennen zu lernen.

Ich habe schon immer ein paar Probleme damit gehabt, mich aktiv ins soziale Leben zu stürzen. Vor allem, wenn dieses aus Party machen, alleine in Bars gehen, sich in einem Verein oder einem wie auch immer gearteten Kurs anmelden besteht. Auch wenn mir viele Menschen, die mich eher oberflächlich kennen, eine offene und gesellige Art attestieren: So einfach ist es nicht. Ja, ich bin offen und ich habe auch kein Problem damit, von mir selbst zu erzählen. Eigentlich mache ich das sogar sehr gern. Vielleicht etwas zu gern. Aber von mir aus auf fremde Menschen zugehen oder allein zu einer Gruppe dazustoßen ist für mich so unfassbar schwierig, dass ich darauf oft mit Angst reagiere. Auf der Arbeit, wo ich den ganzen Tag mit Menschen arbeiten muss, ist das für mich kein Problem, denn ich kenne meine Rolle, mir sind meine Aufgaben klar und ich bewege mich auf sicherem Terrain. Diese Sicherheit habe ich im Privatleben allerdings nicht. Und mit diesen Voraussetzungen fällt es mir unheimlich schwer, neuen Menschen zu begegnen.

In Anbetracht dieser Tatsache sinniere ich darüber, wie wahrscheinlich es wohl sein mag, einem interessanten Mann auf dem Heimweg von der Arbeit zu begegnen. Im Zug, mit Kopfhörern im Ohr und lauter Musik, um den Stress des Tages abklingen zu lassen. Oder im Supermarkt an der Käsetheke, wo ich mich selten entscheiden kann, welchen Camembert ich gerne ausprobieren möchte. Oder vielleicht online in einem Dungeon bei Final Fantasy XIV, während mich der finale Boss gerade so dermaßen vermöbelt, dass ich kaum schnell genug in die Tasten hauen kann, um meine Cooldowns zu zünden. Statistisch gesehen findet man eine neue Liebe am ehesten in seinem Freundes- und Bekanntenkreis oder auf der Arbeit. Ersteres halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, weil der nicht nur recht überschaubar ist, sondern auch überproportional viele verheiratete Paare beinhaltet. Sprich: So ziemlich alle außer mir. Und die Arbeit fällt ja wohl auch flach, denn erstens fängt man mit Kunden nichts an und zweitens ist der Altersdurchschnitt bei uns ja doch recht niedrig.

Und was habe ich überhaupt für Ansprüche? Naja, sie sind ein wenig seltsam, würde ich sagen. Passt ganz gut, da auch ich nicht so ganz normal bin. Doch wer möchte sich das antun? Und zu allem Überfluss kommt noch die Unsicherheit wegen meines Äußeren dazu. Kann man mich überhaupt attraktiv finden, wenn ich es nicht mal tue? Das ist schon ein entscheidender Punkt, auch wenn man mir das regelmäßig ausreden will. Auf jeden Fall ist mir eines klar: Ich möchte nicht mehr das Gefühl haben, für irgendwen ein aufgewärmtes Brötchen vom Vortag zu sein, das ganz okay schmeckt und das man isst, weil es halt noch da war. Ich möchte eine Sachertorte sein. Oder wahlweise eine andere Köstlichkeit, die man mit Genuss isst und auf die man sich schon lange freut.

Wovor ich wirklich Angst habe, ist das Aussenden von verzweifelten Signalen. Jeder von uns kennt doch diese Menschen, die so verzweifelt suchen und sich so arg an jede neue Möglichkeit klammern, dass sie schon abstoßend wirken. Ich persönlich hasse das und ich möchte mich nicht in diese Richtung entwickeln. Hoffentlich teilt man es mir mit, sollte es wirklich dazu kommen. Ich bitte darum. Ernsthaft.

The Biggest Loser

Heute geht es wieder los. Die Show der Schwergewichte, „The Biggest Loser“, startet auf Sat1. Dicke Menschen kämpfen darum, möglichst viele Pfunde zu verlieren und im Idealfall am Ende auch noch Geld mit nach Hause zu nehmen. Ich weiß bis heute noch nicht so genau, was ich von dieser Sendung halten soll. Einerseits finde ich es super, dass Menschen dadurch den Antrieb finden, etwas an sich und ihrem Leben zu ändern, ihren Schweinehund zu überwinden und einfach mal durchzustarten. Andererseits finde ich es teilweise viel zu krass, was dort von den Leuten gefordert wird und denke, dass einige Sachen auch nichts mit gesundem Abnehmen und mit Körperbewusstsein zu tun haben. Dennoch… Die Erfolge lassen sich sehen, die Kandidaten gehen durch die Hölle, aber es lohnt sich.

Ich frage mich allerdings, ob sich Gewicht und Lebensführung im Alltag wirklich so halten lassen wie im Camp. Da ich die Sendung generell nicht wirklich verfolge, sondern nur ab und zu mal beim Zappen drauf stoße, fehlen mir vermutlich wichtige Informationen, ob und wie das im Ablauf gehandhabt wird. Doch wenn ich im Camp den ganzen Tag Sport mache, mich verausgabe ohne Ende und nach einer Woche irgendwie 8 oder 10 Kilo abgenommen habe, dann ist ja eigentlich klar, dass sich das in meinem normalen Leben nicht umsetzen lässt. Und wie viele Teilnehmer fallen zuhause wieder in alte Verhaltensweisen zurück?

Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Gedanken dieses radikalen Abnehmprogramms recht verlockend finde. Vermutlich kann man das nur verstehen, wenn man selber viel zu viel Gewicht auf den Rippen hat und sich damit die meiste Zeit einfach widerlich und abstoßend findet. Der Gedanke, das innerhalb weniger Wochen ändern zu können, ist einfach herrlich. Wie das Versprechen eines besseren Lebens. Dass man für dieses Leben selbst verantwortlich ist und dass man ja auch alleine den eigenen Schweinehund überwinden könnte, blendet man da gern aus. Warum man es allein nicht so gut auf die Reihe bekommt als wenn jemand die ganze Zeit hinter einem steht und Dampf macht? Meine Antwort lautet: Weil Alleinsein mich zum Essen bringt. Einsamkeit, Frust, Stress, Langeweile… Das alles sind so Auslöser bei mir. Die negativen Gefühle stopfe ich einfach mit Essen zu und dann geht’s mir besser. Ungefähr 30 Sekunden lang.

Von daher ist bei mir sicherlich auch ein wenig Neid dabei, wenn ich andere dabei beobachte, wie sie es schaffen, auf Kurs zu kommen und sich zumindest mit ihrem Körper wieder wohl zu fühlen. Ich wünsche den Teilnehmern dieser Staffel viel Erfolg. Sie haben jede Menge Hilfe, um es zu schaffen. Nutzt eure Chance.

Auf ein Jahr ohne Kartoffeln!

Wie immer gegen Jahresende/Jahresbeginn denke ich darüber nach, was ich in meinem Leben verändern möchte. Ich finde Vorsätze an sich blöd, also stecke ich mir da eigentlich kein Ziel und sage: „Ja, das musst du jetzt so machen, weil das neue Jahr vor der Tür steht!“ Das ist ein ganz seltsames Phänomen bei mir. Sobald ich den Druck fühle, etwas machen zu müssen, empfinde ich die Sache als unangenehm oder das angestrebte Verhalten verkehrt sich ins Gegenteil. Bestes Beispiel ist mein ständiger Kampf gegen die Kilos. Natürlich ist mir stets und immer bewusst, dass ich abnehmen muss. Und ich will es auch. Wenn ich mich damit nicht stresse, läuft es wie von allein. Es dauert zwar länger als bei einer rigorosen Diät, aber die Pfunde purzeln. Und ich halte das Gewicht über längere Zeit. Sobald ich aber wirklich aktiv ans Abnehmen gehe (wie zum Beispiel in den letzten Wochen mit der täglichen Dokumentation meines Gewichts und einer Art Abnehmchallenge zwischen meiner Bekannten und mir), nehme ich unaufhörlich zu. Ähnlich beim Kalorienzählen. Wenn ich mich bewusst damit beschäftige, nehme ich zu. So läuft das auch mit Sport, mit Kontaktpflege, mit dem Haushalt und, und, und… Es scheint so, als wäre ich einfach nicht in der Lage, mir konkrete Ziele zu setzen und diese dann auch konsequent zu erreichen. Das könnte ich nun zu tiefenpsychologisch zu analysieren versuchen, aber es ist mir einfach zu blöd.

Also, Vorsätze sind nichts für mich. Aber Listen. Und Selbstreflektion. Eine Kollegin von mir führt seit Jahren ein Bullet Journal. Wem das nichts sagt, der kann es sich wie eine Mischung aus Kalender, Notiz- und Tagebuch vorstellen. Im Grunde geht es um bessere Planung und um die Sammlung all seiner Notizen, Termine und Verabredungen an einem zentralen Ort. Noch dazu gestaltet man sein Bullet Journal in der Regel auch selbst, denn so kann man das Design an seine eigenen Bedürfnisse anpassen. Es ist auch kein starres System, das man nicht verändern könnte, und bietet viel Raum für Kreativität. Wer neugierig geworden ist, der kann sich bei punktkariert über Bullet Journals und ihre Verwendung sowie Gestaltung informieren.

Nun, ich habe mir zum neuen Jahr ein BuJo angelegt. Meine Motivation dahinter ist weniger eine ausgefeilte Planung meines Alltags, sondern eher die Selbstbeobachtung. Wie oft nehme ich mir Zeit für mich? Wie viel arbeite ich wirklich? Wann mache ich überhaupt mal Sport? Wie lange schlafe ich und wie gesund esse ich? Ich hoffe, dass es mir hilft zu überlegen, in welche Richtung ich mich eigentlich bewegen möchte. Was hat mir im letzten Jahr gut getan hat und was nicht? Und womit fühle ich mich wohl?

Das eigentlich Ziel dahinter ist aber folgendes: Ich möchte mich besser um mich kümmern. Das ist in den letzten Monaten viel zu kurz gekommen. Nach einem Hoch im April und Mai bin ich ziemlich tief gefallen. Das ist okay, ich tauche langsam wieder auf und schwimme mich frei von negativen Gedanken und Gefühlen. Aber ich fühle mich sozialtechnisch immer noch wie eine Kartoffel und die meiste Zeit über mag ich mich nicht leiden. Wenn ich also doch so etwas wie einen Vorsatz für das neue Jahr formulieren sollte, dann wäre es dieser: Ich will keine Kartoffel mehr sein!

Unglückstag

Ich bin an einem Mittwoch, den 13., geboren worden. An einem Freitag, den 13., habe ich meine einzige gute Note in einer Französischarbeit geschrieben. Generell halte ich dieses Datum, natürlich insbesondere in Verbindung mit Freitagen, nicht für ein Zeichen des Unheils. Der Aberglaube, der damit in Verbindung steht (die Furcht vor der Zahl 13 als „Dutzend des Teufels“ und der Deutung des Freitags als generellem Unglückstag), erschließt sich mir nicht. Es gibt ja sogar Menschen, die an Paraskavedekatriaphobie leiden, einer Phobie vor Freitag, dem 13. Rational erklärbar ist das nicht, aber wer unter Angststörungen leidet, der kennt das Problem mit der Ratio ja bereits.

Gestern war Mittwoch. Ebenfalls der 13. Und alles lief ein wenig schief. Das Schlimmste passierte direkt morgens auf dem Weg zur Bahn. Es war glatt in Wuppertal, zumindest bei mir am Berg, und überall lag noch Schnee. Sehr schön eigentlich, aber blöd in der Dunkelheit und vor allem dann, wenn man es eilig hat. Ich wollte jemandem ausweichen, der mir entgegen kam, trat falsch auf und rutschte ab. Ich bin schon ewig nicht mehr hingefallen, vor allem nicht auf der Straße. Und ja, ich habe sehr laut und sehr unflätig geflucht. Mein linkes Knie tat höllisch weh und ich war auch auf die linke Hüfte gefallen. Egal, weiter gelaufen Richtung Zug und an der Haltestelle die Schäden in Augenschein genommen. Zum Glück war die Hose noch heil und nicht dreckig. Aber die Haut an meinem Knie war abgeschürft und es blutete. Als ich dann mein Smartphone zückte, um mich bei meinen Mädels auszuheulen, der Schock! Das komplette Display war zersplittert. Lange Risse von oben nach unten und im unteren Drittel des Bildschirms gab es kaum noch eine Stelle, die nicht von Haarrissen durchzogen war. Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Das Handy besitze ich seit einem Monat. Und schon zerstört. Das ist mir noch nie passiert, weshalb ich nicht mal eine Versicherung abgeschlossen hatte. In den Jahren zuvor hatte ich das immer, aber nun einfach nicht, weil es mir so unnötig erschien. Aber wer kann denn auch ahnen, dass ich morgens mit meinem dicken Hintern auf die linke Jackentasche falle, in der ich das Handy spazieren trage? Ich augenscheinlich nicht. Verdammt. Die Panzerfolie war größtenteils unbeschädigt, ist ja auch ein totaler Witz. Warum haue ich die auf so ein teures Gerät drauf, wenn sie eh nichts bringt?

Ich war aber völlig verwundert von mir selbst. Früher wäre ich ausgeflippt und hätte mit meinem Schicksal gehadert. Gestern habe ich nur gedacht: „Na toll. Kann ich ja gerade gar nicht brauchen.“ Ist vielleicht auch die gesündere Einstellung. Im Laufe des Tages habe ich dann nach einem Reparaturdienst gesucht, der mir nur das Displayglas austauscht und nicht auch noch den Touchscreen. Der funktioniert immerhin super. Wird aber anscheinend kaum noch getrennt gemacht. Vor allem nicht beim iPhone 7. Der Apple Service macht das für 181,- EUR. Haha. Ich knapse immer noch an den Arztrechnungen der letzten Monate rum, wie soll ich mir das denn noch leisten? Letztendlich habe ich einen Service in Bremen gefunden, der nur das Glas tauscht und dafür 100 EUR nimmt. Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mein Handy heute eingeschickt. Man fühlt sich ja schon ein wenig eingeschränkt, wenn man einfach gar nicht mehr mobil erreichbar ist. Theoretisch müsste ich mein Handy am Samstag wiederbekommen. Theoretisch. Ich verlasse mich mal nicht darauf.

Aber es ging noch lustig weiter gestern. Was der Grund dafür war, dass ich irgendwann darüber nachdachte, ob es vielleicht doch ein Unglückstag sein könnte.

Unsere Schule wird im Moment renoviert. Meinen Schlüssel für den Eingang habe ich den Handwerkern geben müssen, woran ich aber Dienstagabend nicht mehr gedacht habe. Am Mittwoch habe ich generell Frühdienst und muss die Schule aufschließen. Ohne Schlüssel nur leicht unmöglich. Ich hatte nicht daran gedacht, mir den Schlüssel meiner Kollegin zu leihen, die sonst morgens vor mir da ist. Wir hatten also abends ausgemacht, dass sie mir den Schlüssel in Erkrath, wo sie wohnt, am Bahnhof quasi in den Zug wirft. Guter Plan, doch leider herrschte so viel Verkehrsaufkommen, dass sie mir nur noch vom Parkplatz aus zuwinken konnte als der Zug schon wieder los fuhr. Ich musste also meine Chefin anrufen, damit sie zur Schule kommt und uns die Tür aufschließt.

Am Vormittag sollte die neue Küche geliefert werden. Endlich! Blöd nur, dass genau in dem Moment, in dem die Möbel nach oben gebracht werden sollten, der Fahrstuhl den Geist aufgab. Noch blöder, dass wir im fünften Stock sitzen. Also mussten die armen Jungs sämtliche Sachen nach oben schleppen und waren natürlich fix und fertig. Der Aufbau war auch ziemlich laut, denn ich sitze nun am Empfang im Flur, wo es hallt, und so eine Metallsäge macht wirklich kein angenehmes Geräusch.

Im übrigen fiel in drei Unterrichtsräumen das Licht aus. Völlig ohne ersichtlichen Grund. Die Lehrer und Studenten mussten Unterricht im Dunkeln halten. Nicht gerade die optimalste Situation. Und wenn der zwanzigste Teilnehmer vorbei kommt, um einem zu sagen, dass das Licht im Unterrichtsraum nicht funktioniert, wird man schon langsam etwas sarkastisch. Auf den Elektriker mussten wir dann auch nur drei Stunden warten. Ich bin mir nicht sicher, ob der noch gemütlich gefrühstückt hat.

Als ich gegen Abend dachte, jetzt wäre es überstanden, wurden im Stockwerk unter uns die letzten Reste der bereits am Dienstag abgerissenen Wände herunter geholt. In einer unvorstellbaren Lautstärke.

Ich war wirklich froh als ich abends zuhause war. Das war definitiv nicht mein Tag. Ob es nun am Datum lag oder nicht… Eigentlich ist mir das ziemlich egal, aber es war schon auffällig. Vielleicht ist am Aberglauben doch etwas dran?

 

Männer, die auf Straßen rotzen.

Es passiert mir eigentlich täglich: Ich gehe arglos meines Weges, schaue mal nach links und mal nach rechts, denke über dies und das nach und blicke versonnen auf den Rücken meines Vordermannes. Vor mir geht ein Kerl, der von hinten völlig normal aussieht. Was in diesem Fall bedeutet: Adrett gekleidet, gewaschen, nicht besoffen rumschwankend. Eben ein durchschnittlicher Mann. Während ich also fröhlich durch die Weltgeschichte laufe, passiert es plötzlich. Der Mann vor mir hebt einen Finger an sein Nasenloch und bläst einen fetten Klumpen Rotz auf die Straße. Also, auf den Fußweg. Dahin, wo ich soeben meinen Fuß setzen wollte.

Iiiiiiiiiih!

In mir zieht sich alles zusammen. Ist ja widerlich! Aber gut, vielleicht ist der einfach nur fies erkältet und hat gerade kein Taschentuch dabei. Ich setze also meinen Weg fort und versuche, nicht mehr all zu viel an das Bild zu denken, dass sich mir eben bot. Ein paar hundert Meter weiter kommt mir ein anderer Kerl entgegen. Jung, sportlich, hippe Straßenkleidung. Als er beinahe auf meiner Höhe ist, zieht er unter größter Anstrengung und sehr lautstark etwas aus den tiefsten Tiefen seines Halses nach oben: Rotz! Und schon spuckt er mir den auch genau vor die Füße.

Baaaaaah!!!

Mir wird jetzt wirklich langsam übel, es kann doch nicht sein, dass hier jeder seine Körperflüssigkeiten auf der Straße verteilen muss! Es ist nicht mehr weit bis zu meinem Ziel und ich halte nun den Blick gesenkt. Mir ist nämlich etwas aufgefallen. Überall auf dem Fußweg sind Rotzflecken verteilt. Man muss schon beinahe hüpfen, um nicht hinein zu treten.

Wäääääh!!

Warum machen Leute so etwas? Vor allem die Männer? Ich glaube, ich habe bisher nur einmal eine Frau beziehungsweise ein Mädchen gesehen, das auf die Straße gespuckt hat. Sonst waren das wirklich nur Typen und ich überlege, ob es einen tieferen Sinn dahinter gibt. Ist das Revierverhalten? Muss irgendwas markiert werden und ich verstehe das nur nicht? Sind das alles Hardcorekiffer, die Unmengen an Speichel produzieren? Oder gibt es so einen geheimen Kodex unter Männern, der besagt, dass man als Kerl nun mal rumzurotzen hat? Was auch immer es ist, es ist einfach nur widerlich. Wenn ich einen Mann, der eigentlich attraktiv ist und nett erscheint, dabei beobachte, wie er seinen Speichel auf die Straße flaggt, finde ich ihn auch sofort hässlich. Das ist doch auch kein Benehmen. Und überall diese widerlichen Pfützchen… Da mache ich mir keine Sorgen mehr um Hundescheiße auf dem Fußweg, sondern um Rotzklumpen unter meinem Schuh.

Kann ja sein, dass ich einfach zu empfindlich bin. Aber gibt es wirklich jemanden da draußen, den das überhaupt nicht stört? Oder der das normal findet? Kann man mir das zumindest mal erklären? Ich möchte die Welt um mich herum ja wirklich gerne verstehen, es fällt mir bei diesem Thema nur verdammt schwer. Wenn es nach mir ginge: Männer, lasst das Rotzen sein!

[Kinozeit] Thor: Ragnarök

Normalerweise schreibe ich nicht über Filme. Ich bin kein Filmfan und die meisten Streifen schaue ich nur nebenbei zuhause, während ich eigentlich etwas anderes mache wie nähen oder aufräumen. Dennoch gehe ich ganz gern ins Kino und ab und an überkommt mich das Verlangen, mich bezüglich des einen oder anderen Films mitzuteilen. Daher erst einmal ein fetter SPOILERALARM! Wer den neuesten Thor noch nicht gesehen hat, der sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.


Und an alle, die jetzt noch dabei sind: Seid ihr auch so hin- und hergerissen, was Thor: Ragnarök angeht? Ich grüble schon den ganzen Tag darüber nach, wie ich eigentlich zu diesem Werk stehe. Und ich kann mich nicht entscheiden. Also, negativ zumindest nicht, es war gute und solide Unterhaltung. Mehr erwarte ich eigentlich auch nicht. Naja, bis auf die obligatorische Aufnahme von Chris Hemsworths nacktem Oberkörper. Da wurde ich auf keinen Fall enttäuscht. (Ja, ich stehe unheimlich auf ihn. So ein schöner, kluger und humorvoller Mann… Hach!) Leider hat die Charakterentwicklung mir aber einige Fragezeichen ins Gesicht gezaubert und auch die Handlung hatte sehr offensichtliche Schwachpunkte.

Kurz zum Inhalt, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind: Thor und Loki erfahren, dass sie eine ältere Schwester haben. Hela, die Göttin des Todes, ist Odins Erstgeborene und natürlich erzählt er das seinen Sprösslingen erst auf dem Sterbebett, damit er sich keinen unangenehmen Fragen stellen muss. Cleverer alter Mann. Und so erscheint Hela auch direkt nach Odins Ableben auf der Bildfläche und verlangt, dass ihre Brüder sich ihr unterwerfen. Tun sie natürlich nicht und so gibt es mal wieder ordentlich was auf die Mütze. Hela sorgt dafür, dass ihre Geschwister auf so einer Art „Allwelt-Müllkippe“ landen und macht sich selbst auf nach Asgard, um den Thron zu besteigen. Inmitten des Mülls wird Thor von einer betrunkenen Ex-Walküre gefangen genommen und als Gladiator an den Grandmaster verkauft, der im 80er Jahre-Stil über den Müll und seine Bewohner herrscht. Loki ist auch schon da und hat sich das Vertrauen des Grandmasters erschlichen. Weshalb Thor nun auch in der Arena gegen den Champion kämpfen muss, während Loki vom Zuschauerrang aus zusieht. Der Champion entpuppt sich als Hulk und ja, es gibt wieder heftig aufs Maul. Am Ende steht es unentschieden und Thor erwacht in einem Quartier zusammen mit seinem grünen Kumpel. Er versucht ihn davon zu überzeugen, dass sie fliehen müssen und nach viel Hin und Her gelingt das auch mit Hilfe der Ex-Walküre. Loki schließt sich einem Trupp revoltierender Gladiatoren an. Das große Wiedersehen findet in Asgard statt, wo Heimdall versucht, die geflohenen Asen zu retten, Hela von allen Seiten auf die Rübe bekommt und Loki den Transporter der Gladiatoren dazu nutzen will, das Volk zu evakuieren. Am Ende wird Surtur wieder erweckt, um Asgard und Hela zu zerstören, Thor hat ein Auge weniger, aber dafür einen Thron und die Asen sitzen im Raumschiff auf dem Weg zur Erde.

In der Geschichte steckt viel Raum für Charakterentwicklung und es werden jede Menge Handlungsstränge angeschnitten, die auch auf Geschehnisse in der Vergangenheit hinweisen. Allerdings wird hier komplett anders damit umgegangen als zuvor. Vermutlich ist mir der Bruch zum vorigen Teil Thor: The Dark World so stark aufgefallen, weil wir uns beide Filme in einem Double Feature angeschaut haben. Während in den beiden ersten Teilen zwar Wert auf Humor gelegt wurde, die Geschichte grundsätzlich aber recht ernst vorangetrieben wurde, wurde beim neuen Teil anscheinend ausschließlich nach dem Motto „Je lustiger, desto besser!“ gearbeitet. Zwar liebe ich den Humor der Marvel-Filme und mag auch gute Komödien, aber hier wurde meiner Meinung nach gewaltig übertrieben. Klar, ich weiß nicht, ob die Comics vielleicht eher Klamauk sind, denn die Vorlagen habe ich nie gelesen. Kann also gut sein, dass ich mich in die Nesseln setze, wenn ich sage: Thor ist keine Sitcom. Doch genau so habe ich mich an manchen Stellen gefühlt. Als würde ich eine Sitcom schauen. Oder eine Satire auf das Genre. Ich hätte nicht mal ein Problem mit dem massiv eingesetzten Humor gehabt, wenn nicht die Protagonisten wie Thor und Loki dadurch so massiv verändert worden wären. Während Loki wenigstens noch größtenteils sarkastisch bleibt, ist Thor nun eher ein Lausbub, der nichts und niemanden mehr ernst nimmt. Totale Zerrüttung mit dem Bruder? Versklavung als Gladiator? Flucht aus der Sklaverei? Alles total lustig! Und auch so manch eingebrachte Nebenfigur wirkt eher wie eine zwanghaft in den Film geschriebene Gag-Kanone. Dr. Strange etwa. Was sollte diese Szene? Oder eher: Was sollte dieser Szenenaufbau? Auch der zu diesem Charakter gehörende Film fehlt mir noch, doch irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass der Doc anders dargestellt wird als in seinem eigenen Film. Hm.

Abgesehen von den zahlreichen Klamauk-Momenten gab es meiner Ansicht nach aber auch ein kleines Problem mit der Handlung. Oder eher mit der Reaktion der Charaktere auf die Handlung. Da erfahren die beiden Söhne des mächtigen Odin, dass dieser ihnen nie von ihrer Schwester erzählt hat und außerdem, dass die gute Frau ein wenig machtgierig und blutrünstig zu sein scheint. Okay, Info erstmal so angenommen. Daddy kann man auch nicht mehr viel zu der Sache fragen, da er eine Minute später nach Walhalla entschwebt. Später im Film gibt es dann eine Szene, in der Hela den halben Thronsaal Asgards in Schutt und Asche legt und vor allem die Wandgemälde an der Decke zerstört. Unter den idyllisch anmutenden Szenen kommen weitere Abbildungen zum Vorschein, die Odin und Hela dabei zeigen, wie sie gemeinsam die Welten erobern und unterjochen. Thor bekommt dies später ebenfalls zu sehen, allerdings hat er dafür kaum mehr als ein müdes Schulterzucken übrig. Diese ganze Geschichte rund um Odin und seine Vergangenheit, um seinen Wandel und sein augenscheinliches Bemühen, das Geschehene zu vertuschen, wird mehr als einmal angeschnitten, aber nicht ein einziges Mal wird etwas hinterfragt, niemand zweifelt die Identität des großen Odin geschweige denn seine eigene, die untrennbar damit verbunden ist, an. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es einfach jedem außer Hela völlig egal ist. Könnte man hierbei an Lügen glauben und denken, dass sie versucht, den Vater in Misskredit zu bringen, wäre es noch nachvollziehbar. Doch es gibt ja Beweise, hinter all dem steht keine Lüge. Und in Anbetracht dessen fällt es mir so schwer, diese offensichtliche Gleichgültigkeit der Protagonisten zu verstehen.

Dennoch… Ich mag Filme über Superhelden und besonders die Marvel-Filme haben es mir angetan. Thor: Ragnarök ist für mich kein herausragendes Meisterwerk, aber es handelt sich um solide Unterhaltung, die Spaß macht. Ich habe es nicht bereut, dafür bis 3:30 Uhr im Kino gesessen zu haben, auch wenn mir der Hintern bereits nach dem ersten Film gewaltig weh tat.